Hi Leute, ich brauche mal kurz euren Rat. Wir haben für unsere neue Luft-Wasser-Wärmepumpe bereits die Zusage für den KfW-Zuschuss 458 erhalten. Jetzt hat sich herausgestellt, dass das ursprünglich geplante Außengerät aufgrund von Lieferverzögerungen beim Hersteller nicht rechtzeitig zur Heizsaison eintrifft. Der Heizungsbauer schlägt nun ein baugleiches Modell mit minimal höherer Leistung vor, das sofort verfügbar wäre. Muss ich diese Änderung zwingend vorab bei der KfW melden, um den Förderanspruch nicht zu gefährden, oder reicht es, wenn wir das am Ende im Verwendungsnachweis genau so dokumentieren? Ich will mir durch diesen kurzfristigen Wechsel auf keinen Fall die Förderung zerschießen, aber bei den aktuell sinkenden Außentemperaturen wird es ohne neue Anlage langsam ungemütlich im Haus. Vielleicht hat jemand von euch schon mal ein ähnliches Szenario durchgespielt und weiß, wie kulant die KfW bei technischen Änderungen innerhalb der gleichen Baureihe agiert. Bin für jeden sachdienlichen Hinweis dankbar, da mein Installateur da auch etwas vorsichtig ist.
KfW 458: Änderung der Wärmepumpen-Konfiguration nach Bewilligung?
Hallo Jens, ich bin SHK-Meister und rate dir dringend zur Vorsicht. Bei der BEG-Förderung ist die exakte Übereinstimmung von technischem Datenblatt und KfW-Zusage entscheidend. Wenn die Leistungsklasse des Außengeräts von der ursprünglichen Bewilligung abweicht, ändern sich oft die relevanten Kenndaten wie die Jahresarbeitszahl oder die Effizienzklasse. Das kann den Förderbescheid sofort ungültig machen. Mein Rat: Lass deinen Installateur das neue Modell explizit im KfW-Portal unter 'Änderungsmitteilung' melden, bevor die Installation beginnt. Das ist zwar bürokratischer Aufwand, aber sicherer als eine böse Überraschung bei der Prüfung des Verwendungsnachweises. Die KfW prüft heute sehr genau nach den technischen Anforderungen der VDI 4645. Wenn die Anlage nicht exakt das förderfähige Gerät ist, riskierst du den kompletten Zuschuss.
Danke Markus für die schnelle Einschätzung. Das klingt leider genauso kompliziert, wie ich befürchtet hatte. Der Installateur meinte, solange die BAFA-Liste der förderfähigen Geräte das neue Modell ebenfalls enthält, wäre alles gut, da es nur ein Leistungsupdate innerhalb der Serie ist. Ich werde ihn morgen nochmal anrufen und auf eine offizielle Mitteilung bestehen. Erschwert das Ganze nicht auch den hydraulischen Abgleich, wenn die Thermodynamik der Anlage jetzt anders berechnet werden muss? Ich will hier keinen Fehler bei der Auslegung riskieren, der am Ende die Effizienz der gesamten Wärmepumpe mindert und mir nur hohe Stromkosten beschert.
Hallo Jens, ich war letzten Winter in einer ähnlichen Lage. Wir haben uns nach der Zusage für ein Modell mit höherer Leistung entschieden, weil die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 nochmal angepasst wurde. Wir haben das damals über unsere Energieeffizienz-Expertin gemeldet, da diese ohnehin den Verwendungsnachweis unterzeichnet. Es hat zwar sechs Wochen gedauert, aber wir haben eine neue Änderungsbestätigung erhalten. Bitte unterschätze das nicht: Ohne diese Bestätigung stehst du im Regen, falls die KfW bei der Stichprobenprüfung nachfragt. Lieber ein paar Wochen warten oder Übergangslösung mit Heizstab, als am Ende auf 15.000 Euro Förderung verzichten. Sicherheit geht vor!
Moin Jens, ich sehe das pragmatischer. Wenn das Gerät baugleich ist und die COP-Werte sogar leicht besser liegen, interessiert das in der Praxis kaum jemanden, solange die Leistungsklasse im Rahmen bleibt. Ich habe bei meinem Projekt die Wärmepumpe auch kurzfristig getauscht, weil die Lieferkette bei Viessmann klemmte. Im Verwendungsnachweis haben wir einfach das Typenschild und die korrekten Leistungsdaten angegeben. Solange du die Anforderungen des GEG erfüllst und der hydraulische Abgleich nach Verfahren B durchgeführt wurde, ist das aus meiner Sicht unkritisch. Der Sachbearbeiter prüft am Ende meist nur, ob die Anlage grundsätzlich förderfähig ist. Mach dir nicht zu viel Stress wegen des Papierkrams, die Hauptsache ist doch, dass die Bude warm wird.
Als Energieberaterin muss ich Thorsten hier deutlich widersprechen. Die KfW-Richtlinien für das Programm 458 sind hier knallhart formuliert. Jede technische Abweichung, die in den Datenblättern relevant ist, stellt eine Änderung der förderrelevanten Daten dar. Eine eigenmächtige Änderung ohne Rücksprache kann als Subventionsbetrug ausgelegt werden, auch wenn das neue Gerät technisch besser ist. Wenn die Leistungsklasse abweicht, ändert sich eventuell auch der COP, was Auswirkungen auf die Einhaltung der Mindestanforderungen für die Wärmepumpenförderung haben kann. Die Änderung muss zwingend über das KfW-Zuschussportal gemeldet werden. Dokumentation ist bei staatlichen Fördermitteln das A und O, das sollte man niemals auf die leichte Schulter nehmen. Bitte gehe den offiziellen Weg.
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