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Sole-WP: Anhebung der Vorlauftemperatur nach erstem Sommerbetrieb

von Dr. Ing. Weber · 09.10.2026, 05:02 · 18 Aufrufe · 3 Antworten

Dr. Ing. Weber · 09.10.2026, 05:02

Sehr geehrte Kollegen, ich befasse mich derzeit mit der Optimierung einer Sole-Wärmepumpe, die über den Sommer zur passiven Kühlung genutzt wurde. Nun steht die Umstellung auf den Heizbetrieb bevor. Dabei stellt sich die Frage, ob die nach der Kühlphase eventuell leicht angehobenen Quellentemperaturen Einfluss auf die Auslegung der Heizkurve für die kommende Heizperiode haben sollten. Nach der EN 12831 habe ich die Heizlast für das Objekt neu validiert. In der Übergangsphase stelle ich fest, dass die Vorlauftemperatur bei gleicher Heizkurveneinstellung wie im Vorjahr tendenziell etwas zu hoch liegt, da die thermische Trägheit des Erdreichs nach dem Sommer noch eine gewisse Pufferwirkung entfaltet. Lohnt sich hier eine temporäre Anpassung der Parallelverschiebung der Heizkurve? Über eine fachliche Diskussion zur thermischen Kopplung von Sole-Wärmepumpen nach aktiver oder passiver Kühlung im Hinblick auf die Effizienz der kommenden Heizsaison würde ich mich sehr freuen. Welche Erfahrungen haben Sie mit den Adaptionszeiten der Regelung in solchen Szenarien gemacht?

Markus K. · 09.10.2026, 05:02

Guten Tag Herr Dr. Weber, das ist eine spannende Beobachtung. Aus meiner Erfahrung als SHK-Meister kann ich bestätigen, dass das Erdreich durch die passive Kühlung im Sommer thermisch regeneriert wird, was die Quellentemperatur zu Beginn der Heizsaison spürbar anhebt. Eine temporäre Parallelverschiebung der Heizkurve um -2 bis -3 Kelvin macht absolut Sinn, um ein Überheizen in den Übergangsmonaten zu vermeiden. Ich empfehle jedoch, hier nicht zu stark einzugreifen, da viele moderne Regelungen nach VDI 4645 mittlerweile über adaptive Lernalgorithmen verfügen. Wenn man manuell zu stark eingreift, kommt die Regelung bei einem plötzlichen Kälteeinbruch ins Schleudern. Beobachten Sie die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf genau. Solange die JAZ stabil bleibt, ist eine manuelle Nachjustierung meist nicht nötig, da die Effizienzgewinne durch das wärmere Quellmedium den leichten Anstieg der Vorlauftemperatur rechnerisch oft sogar kompensieren.

Sabine F. · 09.10.2026, 05:02

Hallo zusammen! Bei mir zu Hause läuft auch eine Sole-WP mit passiver Kühlung. Ich habe das letztes Jahr genau wie von Ihnen beschrieben beobachtet. Ich bin dazu übergegangen, die Heizkurve im Oktober einfach manuell per Parallelverschiebung zu senken und im November, wenn der Boden sich abgekühlt hat, wieder auf den Standardwert zurückzustellen. Das ist zwar etwas Arbeit, aber bei meiner Anlage spart das tatsächlich ein paar Kilowattstunden Strom. Ich bin keine Ingenieurin, aber als Bauherrin lege ich Wert auf ein optimiertes Monitoring. Habt ihr bei euren Anlagen mal gemessen, wie stark sich das Delta der Quellentemperatur im Dezember im Vergleich zum September bei euch konkret auswirkt? Bei mir sind das nach einem heißen Sommer oft 4 bis 5 Grad Differenz.

Dr. Ing. Weber · 09.10.2026, 05:02

Danke für die Rückmeldungen! Frau F., Ihre Beobachtungen decken sich exakt mit meinen Messwerten der Sensorik. Ich habe in der Spitze sogar 6 Kelvin Differenz bei der Eintrittstemperatur der Sole gemessen. Das bestätigt, dass die thermische Pufferwirkung signifikant ist. Herr K., Ihr Einwand zur VDI 4645 ist berechtigt. Die Anlage verfügt über eine adaptive Regelung, die jedoch bei den aktuellen Außentemperaturen noch stark auf den Durchschnittswert der letzten 24 Stunden reagiert. Durch die hohe Speichermasse des Erdreichs dauert es bei mir deutlich länger, bis der Regler die 'Normalität' erkennt. Ich werde die Parallelverschiebung daher für zwei Wochen beibehalten und die Rücklauftemperaturen beobachten, um sicherzustellen, dass ich nicht in den ineffizienten Bereich der Hysterese gerate. Ein hydraulischer Abgleich wurde im letzten Jahr nach GEG-Anforderungen bereits präzise durchgeführt, daher sollte das System das gut wegstecken.

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