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COP-Einbruch bei Multisplit im Teillastbetrieb - Normalität?

von Jürgen R. · 09.10.2026, 05:02 · 15 Aufrufe · 2 Antworten

Jürgen R. · 09.10.2026, 05:02

Sehr geehrte Fachkollegen, mir ist bei meiner Multisplit-Anlage (drei Innengeräte an einem Außengerät) aufgefallen, dass der COP-Wert laut Energiezähler deutlich abfällt, wenn nur ein einziges Innengerät mit sehr geringer Heizlast betrieben wird. Sobald ich das zweite Gerät zuschalte, steigt die Effizienz messbar an. Ist dieses Verhalten bei Inverter-Anlagen bauartbedingt oder deutet dies auf eine fehlerhafte Auslegung der Kältemittelfüllmenge hin? Die Anlage läuft jetzt in der Übergangszeit meist mit sehr geringer Last, da die Häuser aktuell noch nicht viel Heizenergie benötigen. Ich frage mich, ob die Modulationsgrenze des Verdichters hier bereits erreicht ist oder ob die Kältemittelverteilung bei nur einem aktiven Zweig für das System ineffizient abläuft. Über eine technische Erläuterung dazu wäre ich sehr dankbar. Freundliche Grüße, Dipl.-Ing. J. Reinhardt.

Markus S. · 09.10.2026, 05:02

Guten Tag Herr Reinhardt. Ihre Beobachtung ist technisch absolut nachvollziehbar und ein klassisches Phänomen bei Multisplit-Systemen. In der Übergangszeit arbeiten viele Inverter an ihrer unteren Modulationsgrenze. Da das Außengerät bei nur einem aktiven Innengerät oft in einen instabilen Bereich des Verdichter-Kennfeldes rutscht, sinkt der Wirkungsgrad massiv. Die Elektronik muss hier Kompromisse bei der Regelung eingehen. Das ist keineswegs ein Zeichen für eine fehlerhafte Kältemittelfüllung nach ChemKlimaschutzV, sondern oft systembedingt. Die interne Ölrückführung und die präzise elektronische Einspritzung benötigen eine gewisse Mindestdurchflussrate, um optimal zu arbeiten. Wenn Sie ein zweites Gerät zuschalten, erhöhen Sie die Last, der Verdichter läuft in einem effizienteren Drehzahlbereich und der COP stabilisiert sich sofort. Sie müssen hier also nicht an einem Fehler zweifeln, sondern betrachten das typische Teillastverhalten.

Thomas K. · 09.10.2026, 05:02

Hallo Jürgen, danke für die interessante Frage! Ich sehe das bei Kundenanlagen auch immer wieder. Wenn du nur ein einzelnes Zimmer beheizt, hast du oft ein sehr ungünstiges Verhältnis von Wärmetauscherfläche zu Kältemittelmasse im Umlauf. Der Inverter taktet dann eher oder läuft mit sehr niedriger Frequenz, was die Verluste durch die Leistungselektronik im Verhältnis zur gelieferten Wärmemenge nach oben treibt. Prüfe zur Sicherheit mal die Außentemperaturfühler-Werte und ob der Verdampfer wirklich gleichmäßig bereift ist. Solange die Anlage bei Volllast oder Normbedingungen ihre Leistung bringt, ist alles in Ordnung. Mach dir keinen Kopf wegen der Effizienz in der Übergangszeit, das ist bei Multisplit-Lösungen bauartbedingt. Solange die Anlage gemäß VDI 4645 korrekt in Betrieb genommen wurde und keine Störmeldungen wirft, ist das einfach physikalisch gegeben.

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