Guten Tag zusammen, ich betreibe seit diesem Sommer eine Multisplit-Anlage von Daikin, die ich nun auch zur Unterstützung in der Übergangszeit zum Heizen einsetze. Da wir hier in einer eher feuchten Lage wohnen, mache ich mir Gedanken über die kommende Frostperiode. Sobald die Temperaturen dauerhaft unter den Gefrierpunkt sinken, wird das Außengerät ja regelmäßig abtauen müssen. Ich habe nun gelesen, dass bei vielen Anlagen das Kondenswasser in der Bodenwanne gefrieren kann, was im schlimmsten Fall den Ventilator blockiert oder den Wärmetauscher beschädigt. Macht es Sinn, hier präventiv ein elektrisches Begleitheizband in der Bodenwanne nachzurüsten, um den Abfluss dauerhaft eisfrei zu halten? Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit solchen Nachrüstungen gemacht oder sind die heutigen Geräte in dieser Hinsicht bereits ausreichend geschützt? Über eine fachliche Einschätzung oder Tipps zur Absicherung meiner Anlage würde ich mich sehr freuen. Beste Grüße aus dem Sauerland.
Kondensatwanne bei Multisplit: Heizband zur Vermeidung von Eisbildung?
Hallo Markus, als SHK-Meister kann ich dir sagen, dass das Nachrüsten von Heizbändern bei Daikin-Geräten eine Gratwanderung ist. Wenn das Gerät noch innerhalb der Garantiezeit liegt, solltest du extrem vorsichtig sein, da jeder Eingriff an der Elektronik oder der Gehäusestruktur zum Erlöschen des Garantieanspruchs führen kann. Die modernen Multisplit-Außengeräte besitzen in der Regel eine optimierte Bodenwannenkonstruktion mit großflächigen Abläufen. Achte vielmehr darauf, dass das Gerät auf soliden Konsolen montiert ist und der Untergrund frei von Laub oder Schnee bleibt. Ein zugefrorener Ablauf ist meist ein Zeichen für eine suboptimale Entwässerungsführung, die man eher durch Neigung oder eine freie Montage unterbindet, statt durch ein oft unnötiges Heizband.
Danke für den Hinweis, Thomas. Das mit der Garantie ist natürlich ein sehr valider Punkt, den ich so nicht auf dem Schirm hatte. Das Gerät hängt bei mir auf massiven Wandkonsolen mit Schwingungsdämpfern, also ist zumindest ein gewisser Abstand zum Boden gegeben. Meinst du, dass eine einfache Montage auf Konsolen schon ausreicht, um das Risiko für den Ventilator zu minimieren? Ich mache mir Sorgen, dass sich bei den derzeitigen Minusgraden im Sauerland schnell ein Eispanzer bildet, wenn das Schmelzwasser nach dem Abtauzyklus nicht zügig abfließen kann. Gibt es da eine Norm oder Empfehlung, wie man den Abflussbereich am besten freihält?
Ich betreibe meine Anlage nun im dritten Winter und habe damals direkt beim Kauf das optionale Original-Heizband für die Kondensatwanne vom Hersteller mitbestellen lassen. Das war zwar ein kleiner Aufpreis, aber die Sicherheit ist mir das wert, gerade weil unser Haus in einer recht windanfälligen Senke liegt. Das System schaltet sich temperaturgesteuert selbstständig ein und verhindert zuverlässig, dass das Wasser in der Wanne steht und gefriert. Für mich ist das eine klare Empfehlung für jeden, der im Winter nicht ständig kontrollieren will, ob der Ablauf frei ist. Prüfe doch einmal, ob dein Modell ein offizielles Zubehörteil vorsieht, dann hast du auch keine Probleme mit der Gewährleistung.
Markus, hören Sie bitte auf Jürgen. Man sollte bei einer Multisplit-Anlage, die für das Heizen im Winter gemäß VDI 4645 ausgelegt ist, immer den Hersteller-Weg gehen. Bastellösungen mit universellen Heizbändern aus dem Baumarkt sind elektrotechnisch riskant und entsprechen oft nicht den geltenden Sicherheitsstandards für Außengeräte. Zudem muss bei Arbeiten an der elektrischen Anlage immer eine Fachkraft für Elektrotechnik hinzugezogen werden. Wenn die Anlage durch ein unsachgemäß montiertes Heizband einen Kurzschluss verursacht, haben Sie nicht nur das Problem mit der Garantie, sondern riskieren auch den Versicherungsschutz. Bleiben Sie bei den vom Hersteller freigegebenen Komponenten, alles andere ist grob fahrlässig.
Ich sehe das pragmatisch: Wenn das Gerät in einer Region mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit steht, ist Eisbildung physikalisch bei den entsprechenden Temperaturen kaum vermeidbar. Ich habe mein Außengerät zusätzlich mit einem kleinen Kiesbett unter dem Ablauf versehen, was das einsickernde Wasser verteilt und somit die Bildung von großen Eiszapfen unter der Wanne minimiert. Ein Heizband ist für mich die letzte Lösung, da es auch den Stromverbrauch im Winter unnötig in die Höhe treibt. Auch wenn es nur wenige Watt sind, summiert sich das über die gesamte Heizsaison. Die effizienteste Lösung bleibt meiner Meinung nach eine gute Planung der Aufstellung, die dafür sorgt, dass das Kondensat gar nicht erst in der Wanne zum Stehen kommen kann.
Danke an alle für die hilfreichen Rückmeldungen! Eure unterschiedlichen Perspektiven haben mir sehr geholfen, das Problem einzuordnen. Ich werde jetzt als ersten Schritt das Kiesbett unter dem Gerät optimieren, um die Entwässerung zu verbessern, wie Klaus es empfohlen hat. Zusätzlich werde ich meinen Fachbetrieb kontaktieren und gezielt nach dem offiziellen Zubehör von Daikin fragen, wie Jürgen es vorgeschlagen hat. Wenn es eine vom Hersteller geprüfte und freigegebene Lösung gibt, ist das für mich die sicherste Variante. So bleibe ich im Rahmen der Gewährleistung und muss mir keine Sorgen um die elektrische Sicherheit oder die Garantiebedingungen machen. Danke für die tolle Unterstützung hier im Forum!
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