Guten Tag zusammen. Ich betreibe eine Werkstatthalle mit ca. 800 Quadratmetern Fläche und habe derzeit ein massives Problem mit den Heizkosten, sobald die Temperaturen fallen. Wir nutzen aktuell klassische Warmluftgebläse, die jedoch Unmengen an Wärme über die Abluftanlage nach draußen blasen, ohne dass diese Energie zurückgewonnen wird. Da wir im Zuge der anstehenden Hallenmodernisierung eigentlich den Wirkungsgrad verbessern wollen, stellt sich mir die Frage, ob man in bestehende Abluftkanäle nachträglich effiziente Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung integrieren kann. Hat jemand von Ihnen Erfahrung mit der Nachrüstung solcher Systeme in Gewerbehallen? Mir geht es vor allem um die Wirtschaftlichkeit und den Platzbedarf für ein solches Aggregat. Ich bin für jede fachliche Einschätzung dankbar, da mir die Angebote der Anlagenbauer sehr unterschiedlich erscheinen. Lohnt sich der Aufwand bei einer bestehenden Anlage oder sollte man eher direkt in ein zentrales Lüftungssystem mit Kreuzstromwärmetauscher investieren? Vielen Dank für Ihre Rückmeldungen.
Hallen-Lüftung: Wärmerückgewinnung bei Abluftventilatoren nachrüstbar?
Hallo Markus, als SHK-Meister sehe ich das bei Bestandsanlagen kritisch. Eine reine Nachrüstung von Wärmetauschern in bestehende Kanäle scheitert oft am Platz für die erforderliche Filtertechnik. Ohne eine vorgeschaltete Filterstufe setzen sich die Tauscher im Werkstattbetrieb innerhalb weniger Wochen mit Staub und Ölnebel zu, was den Wirkungsgrad drastisch senkt. Zudem müssen Sie die Brandschutzvorgaben nach DIN 4102 beachten, wenn Sie neue Kanäle in bestehende Brandschutzzonen einbinden. Mein Rat: Prüfen Sie lieber eine dezentrale Lüftungsanlage mit integrierter Wärmerückgewinnung, die direkt in der Außenwand montiert wird. Das spart teure Kanalverrohrungen. Vergessen Sie dabei nicht, die Effizienzsteigerung bei der BAFA für eine BEG-Förderung einzureichen, da sich die Investition durch die Zuschüsse meist deutlich schneller amortisiert als eine Bastellösung am Altsystem.
Moin Markus, ich kann mich Andreas nur anschließen. Bei mir in der Tischlerei standen wir vor zwei Jahren vor dem exakt gleichen Problem. Wir haben die alten Warmluftgebläse rausgeworfen und auf eine zentrale Anlage mit Kreuzstromwärmetauscher umgestellt. Ja, der Aufwand für die Kernbohrungen und die Verrohrung war anfangs nervig, aber die Heizkosten sind seitdem um fast 40 Prozent gesunken. Was du unbedingt beachten musst: Die bestehende elektrische Zuleitung reicht oft nicht aus, da die neuen Ventilatoren und die Steuerungstechnik mehr Lastspitzen erzeugen. Lass das vorab von einer Elektrofachkraft prüfen. Außerdem ist ein hydraulischer Abgleich des Gesamtsystems Pflicht, falls du die Wärmepumpe oder den Kessel über die neue Steuerung anbindest. Der Komfortgewinn durch die gefilterte Frischluft ist zudem ein riesiger Pluspunkt für das Arbeitsklima in der Halle, den man nicht unterschätzen sollte.
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