Moin Leute, ich beobachte bei meiner neuen R290-Wärmepumpe aktuell etwas Seltsames. Bei den herbstlich feuchten Morgenstunden um die 5 Grad Außentemperatur sackt meine JAZ-Anzeige kurzzeitig deutlich ab, sobald die Vorlauftemperatur auf über 40 Grad gefordert wird. Ich vermute mal, das liegt am häufigen Abtauprozess, der bei der hohen Luftfeuchte hier im Tal extrem reinballert. Ist das bei euch auch so extrem? Ich frage mich, ob ich die Heizkurve im unteren Bereich noch etwas flacher stellen sollte, um die Laufzeit zu erhöhen, statt das Haus mit hohem Vorlauf in kurzen Takten warmzuballern. Die Hütte ist von 1998, also kein Neubau, aber ganz okay gedämmt. Hat wer von euch schon mal mit der Steilheit der Heizkurve in der Übergangszeit experimentiert, um genau dieses Abtau-Verhalten in den Griff zu bekommen? Bin für jeden Tipp dankbar, wie ich das System effizienter durch den November kriege, ohne dass die Bude kalt wird.
Einfluss der Vorlauftemperatur auf den COP bei hoher Luftfeuchtigkeit
Hallo Jens, das von Ihnen beschriebene Phänomen ist bei R290-Systemen in der Übergangszeit absolut typisch. Bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt bis 7 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit vereist der Verdampfer durch die Kondensation der Feuchtigkeit extrem schnell. Wenn Sie dann eine hohe Vorlauftemperatur anfordern, erhöht das System die Kompressorleistung, was den Wärmetauscher noch schneller abkühlen lässt und die Vereisung weiter forciert. Mein Rat als Fachplaner: Versuchen Sie, die Heizkurve deutlich flacher zu stellen und die Laufzeiten durch eine kontinuierliche Fahrweise zu erhöhen. Ziel sollte es sein, die Vorlauftemperatur auf einem niedrigen Niveau zu stabilisieren, statt mit Taktung zu arbeiten. Ein korrekt durchgeführter hydraulischer Abgleich nach VDI 4645 ist hierfür die Grundvoraussetzung, damit Sie mit den geringstmöglichen Temperaturen in die Heizflächen gehen können. Das schont nicht nur den Kompressor, sondern verbessert Ihren COP maßgeblich, da die Abtauzyklen seltener notwendig werden.
Moin Jens, ich hab bei meiner Anlage im Altbau genau das gleiche Spiel durch. Sobald es neblig und feucht wird, hört man das Umschaltventil der Abtauung alle 45 Minuten klackern. Das frisst dir natürlich den COP weg, weil die Energie für das Abtauen direkt aus dem Puffer gezogen wird. Ich habe die Steilheit bei meiner Regelung von 0.8 auf 0.6 gesenkt und das Niveau um 2 Grad angehoben, damit die WP durchläuft. Das Ergebnis ist deutlich entspannter. Die Hütte bleibt durch die Trägheit der alten Heizkörper stabil warm und die Maschine läuft mit viel weniger Last durch. Klar, im tiefen Winter muss ich vielleicht nachjustieren, aber für den feuchten November ist das die Rettung. Probier das mal aus, bevor du dir über teure Umbaumaßnahmen Gedanken machst. Wenn du die Heizflächen durch einen hydraulischen Abgleich vernünftig durchströmen lässt, kriegst du die Bude auch mit 35 Grad Vorlauf warm.
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