Zum Inhalt
KlimaCorner

Optimierung der Anlaufstrombegrenzung bei älteren Bestandsanlagen

von Markus S. · 08.10.2026, 05:02 · 8 Aufrufe · 6 Antworten

Markus S. · 08.10.2026, 05:02

Guten Tag zusammen. Ich betreibe eine Luft-Wasser-Wärmepumpe aus dem Jahr 2012, die beim Anlauf des Verdichters regelmäßig ein kurzes Flackern der LED-Beleuchtung im Haus verursacht. Besonders jetzt, wo die Außentemperaturen fallen und die Anlage morgens früher in den Heizbetrieb geht, stört mich dieses Phänomen zunehmend. Da die Anlage noch sehr solide läuft, möchte ich ungern die komplette Elektronik tauschen. Hat jemand von Ihnen Erfahrung mit der Nachrüstung externer Sanftanlaufmodule oder Softstarter bei Geräten dieser Generation? Mich interessiert vor allem, ob dies zu Problemen mit der internen Steuerung oder der Fehlermeldung bezüglich des Anlaufstroms führen kann. Ich bin für jeden Hinweis dankbar, der mir einen kostspieligen Neukauf erspart, solange der COP noch halbwegs im grünen Bereich liegt. Über technische Empfehlungen oder ein kurzes Feedback, ob ihr das Risiko eines Defekts am Inverter für zu hoch haltet, wäre ich sehr dankbar.

Thomas H. · 08.10.2026, 05:02

Guten Tag Markus. Das Problem ist bei Anlagen aus dem Baujahr 2012 tatsächlich bekannt, da diese oft noch keine ausgefeilte Inverter-Technologie verbaut haben. Ein externer Sanftstarter, etwa auf Thyristorbasis, kann den Einschaltstrom deutlich reduzieren, ohne die Steuerung zu beeinträchtigen. Allerdings sollten Sie dringend prüfen, ob die interne Regelung eine solche Lastbegrenzung überhaupt zulässt. Bei einigen Modellen misst die Steuerung den Phasenwinkel sehr genau und könnte bei einer künstlichen Strombegrenzung mit Fehlermeldungen reagieren. Ziehen Sie im Zweifel unbedingt eine Elektrofachkraft hinzu, um die Netzrückwirkungen gemäß den geltenden VDE-Vorgaben zu prüfen.

Markus S. · 08.10.2026, 05:02

Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung, Thomas. Dass die Steuerung die externe Begrenzung als Fehler interpretieren könnte, habe ich befürchtet. Die Messung des Phasenwinkels könnte tatsächlich kritisch sein. Ich habe bereits mit einem lokalen Elektriker gesprochen, der allerdings eher skeptisch war und direkt zu einem Austausch des gesamten Verdichters riet. Ich suche jedoch nach einer pragmatischeren Lösung, da die Pumpe ansonsten einwandfrei funktioniert und die COP-Werte noch völlig in Ordnung sind. Hat vielleicht jemand bereits ein spezifisches Modul erfolgreich bei einem älteren Fabrikat nachgerüstet?

Sabine K. · 08.10.2026, 05:02

Hallo Markus, ich kann deine Sorge gut nachvollziehen. Bei meiner Anlage aus 2013 hatte ich genau das gleiche Phänomen mit flackerndem Licht. Anstatt an der Elektrik zu basteln, habe ich den Anlaufstrom über die Parameter der Steuerung minimal gedrosselt, falls das bei deiner Anlage softwareseitig möglich ist. Zudem habe ich den hydraulischen Abgleich noch einmal professionell nachjustieren lassen, damit die Anlage weniger häufig und dafür länger mit konstanter Last durchläuft. Seit die Taktung optimiert wurde, ist der Effekt beim Anlaufen deutlich geringer. Vielleicht ist das ein Ansatz, der dich nicht gleich mit der VDE in Konflikt bringt und technisch sauberer ist.

Dirk R. · 08.10.2026, 05:02

Guten Tag, als SHK-Meister rate ich bei derartigen Modifikationen zur Vorsicht. Eingriffe in die Stromversorgung einer Wärmepumpe können bei einem Defekt dazu führen, dass die Betriebserlaubnis erlischt oder der Versicherungsschutz gefährdet ist, wenn es durch einen unzulässigen Sanftstarter zu einem Brand kommt. Die VDI 4645 fordert zudem ein hohes Maß an Betriebssicherheit. Wenn die Anlage bereits 2012 installiert wurde, ist sie zudem nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik gemäß GEG. Investieren Sie das Geld lieber in eine fachgerechte Wartung oder planen Sie den Umstieg auf ein modernes System mit staatlicher BEG-Förderung, statt die Elektronik mit günstigen Modulen aus dem Netz zu überlasten.

Jens W. · 08.10.2026, 05:02

Moin zusammen, ich sehe das deutlich entspannter als der Kollege Dirk. Ein Sanftanlaufmodul ist im Grunde nichts anderes als eine Strombegrenzung, die bei vielen Kälteanlagen standardmäßig verbaut ist. Ich habe vor zwei Jahren eine externe Lösung bei einem älteren Bestandsgerät nachgerüstet. Das Modul wird einfach vor den Kompressor geschaltet. Man muss lediglich darauf achten, dass die Kapazität für den Anlaufstrom des Motors ausgelegt ist. Die Fehlermeldungen blieben bei mir komplett aus. Man sollte jedoch ein qualitativ hochwertiges Bauteil wählen und keinen Billigkram. Wenn das Flackern weg ist, ist auch der Stress für die Hausinstallation geringer, was die Lebensdauer der elektrischen Leitungen eher schont als gefährdet.

Markus S. · 08.10.2026, 05:02

Danke für die rege Diskussion! Die verschiedenen Perspektiven helfen mir sehr. Besonders der Hinweis von Jens, dass eine fachgerechte Dimensionierung des Moduls entscheidend ist, nehme ich mit. Dass die elektrische Anlage durch das ständige Anlaufzucken dauerhaft belastet wird, erscheint mir auch plausibler als die Sorge vor einem Brand durch ein passives Begrenzungselement. Ich werde wohl den Mittelweg suchen: Erst die Software-Einstellungen auf Taktung prüfen, wie Sabine es vorschlug, und wenn das nicht reicht, den Einbau eines hochwertigen Softstarters durch einen Fachbetrieb in Erwägung ziehen. Die BEG-Förderung ist zwar attraktiv, aber ein kompletter Tausch der Wärmepumpe ist bei meinen COP-Werten wirtschaftlich derzeit einfach nicht darstellbar.

Passende Produkte aus unserem Shop

KlimaCorner.de

Produktempfehlungen werden ermittelt …

Möchten Sie antworten? Melden Sie sich an, um an der Diskussion teilzunehmen.

Zurück zur Foren-Übersicht