Guten Tag, wir planen aktuell die Anbindung unserer Monoblock-Wärmepumpe. Die Vor- und Rücklaufleitungen müssen durch die Außenwand in den Keller geführt werden. Dabei stellt sich uns die Frage der optimalen Abdichtung, damit wir uns keine Kältebrücke oder Feuchtigkeitsprobleme ins Haus holen. Wir verwenden gedämmte Edelstahlwellrohre. Wie dichtet ihr die Ringraumspalte zwischen Wand und Rohr zuverlässig ab? Reicht ein hochwertiger Montageschaum aus, oder sollte man zwingend auf spezielle Dichtungsmanschetten oder Schrumpfschläuche zurückgreifen? Da wir in einer windanfälligen Region wohnen, ist mir eine wirklich luftdichte Ausführung sehr wichtig, besonders mit Blick auf die kalte Jahreszeit, die jetzt vor der Tür steht. Wir wollen auf keinen Fall, dass warme, feuchte Innenluft an den kühleren Rohren kondensiert und uns Schimmel im Mauerwerk verursacht. Habt ihr dazu bewährte Vorgehensweisen oder spezifische Produkte, die sich bei euch bei der Wanddurchführung bewährt haben? Herzlichen Dank für eure Unterstützung.
Wanddurchbruch bei Monoblock-Anbindung: Kältebrücken vermeiden
Hallo Sabine, lass bitte die Finger vom Montageschaum. Das Zeug ist absolut nicht für diesen Einsatzzweck geeignet, da es bei Temperaturwechseln arbeitet und über die Jahre porös wird. Bei einer luftdichten Ausführung gemäß GEG ist das ein klassisches Einfallstor für Feuchtigkeit. Ich empfehle dir dringend eine Ringraumdichtung, auch bekannt als Pressdichtung. Diese wird einfach in das Kernloch eingesetzt und durch Anziehen der Schrauben gleichmäßig gegen das Rohr und das Mauerwerk gepresst. Damit hast du eine dauerhaft druckwasserdichte und gasdichte Verbindung. Achte beim Kauf darauf, dass die Manschette für die Dimension deiner Edelstahlwellrohre zugelassen ist, damit das Dichtungsgummi auch wirklich sauber anliegt.
Vielen Dank für den Hinweis, Markus! Das mit der Pressdichtung klingt absolut schlüssig, da ich bei Schaum ohnehin kein gutes Bauchgefühl hatte. Ich möchte bei der Abdichtung keine Kompromisse eingehen, da unser Keller an dieser Stelle auch als Wohnraum genutzt werden könnte. Eine Frage dazu: Muss das Kernloch für die Pressdichtung zwingend mit einem Futterrohr ausgekleidet werden, oder kann man die Dichtung direkt in das gebohrte Mauerwerk einsetzen? Ich möchte sichergehen, dass wir die normativen Anforderungen erfüllen, gerade wenn es später eventuell um Fördernachweise geht.
Guten Tag, Frau Sabine. Als SHK-Meister rate ich Ihnen beim Wanddurchbruch immer zum Einbau eines Futterrohrs. Zwar gibt es spezielle Pressdichtungen für den direkten Einbau in das Bohrloch, aber die Oberflächenbeschaffenheit von gebohrtem Mauerwerk ist oft zu uneben für eine hundertprozentige Abdichtung über Jahrzehnte hinweg. Mit einem Futterrohr schaffen Sie eine definierte, glatte Fläche. Zudem schont es die Leitungen bei späteren Wartungsarbeiten. Denken Sie bei der Anbindung auch an die Vorgaben der VDI 4645, besonders hinsichtlich der thermischen Trennung der Leitungen zur Bausubstanz. Wenn Sie das Rohr im Kernloch zusätzlich mit Dämmmaterial ummanteln, minimieren Sie die Wärmeübertragung auf das Mauerwerk effektiv.
Ich habe das bei meinem Umbau letzten Herbst auch so gelöst, wie Bernd es beschreibt. Futterrohr mit Mörtel sauber eingearbeitet und dann die Dichtung rein. Ich habe zusätzlich außen noch eine Dichtmasse auf Bitumenbasis aufgetragen, um sicherzugehen, dass von außen kein Schlagregen an den Übergang kommt. Wenn ihr das selbst macht, prüft unbedingt noch einmal die Dämmstärke der Rohre. Oft sind die ab Werk nur minimal gedämmt. Um Kältebrücken komplett zu vermeiden, habe ich bei mir noch eine zusätzliche Lage Armaflex um die Wellrohre gepackt, bevor sie durch das Futterrohr gingen. Seitdem ist im Keller auch bei tiefen Minusgraden alles knochentrocken.
Hallo, bei mir steht das Projekt auch kurz bevor. Danke für die Tipps, besonders zum Futterrohr! Ich war bisher unsicher, ob ich mir das Bohren zutraue, aber wenn ich an die Luftdichtheit denke, ist das die einzige fachlich saubere Lösung. Wie sieht es bei euch mit dem Schallschutz aus? Wenn die Wärmepumpe läuft, vibrieren die Wellrohre ja leicht. Gibt es da eine Empfehlung, die Leitungen im Futterrohr noch einmal mit einem elastischen Material zu entkoppeln, oder reicht die Gummidichtung der Pressdichtung zur Entkopplung aus? Ich möchte vermeiden, dass sich die Betriebsgeräusche als Körperschall in den Keller übertragen.
Guter Punkt, Petra! Die Pressdichtung entkoppelt zwar etwas, aber für eine echte Schallentkopplung ist die Gummimanschette oft zu hart. Ich lege die Rohre innerhalb des Futterrohrs zusätzlich in eine Schicht aus Dämmwolle oder verwende spezielle schallgedämmte Rohrschellen direkt vor und hinter der Wand. Sabine, bezüglich deiner Sorge mit der Feuchtigkeit: Wenn du das System wie besprochen mit Futterrohr und Pressdichtung schließt, bist du auf der sicheren Seite. Achte darauf, dass die Dämmung der Leitungen im Wanddurchgang nicht unterbrochen wird, sonst hast du dort genau den Punkt, an dem die warme Innenluft kondensieren kann. Viel Erfolg bei der Umsetzung, das bekommt ihr sicher gut hin!
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