Guten Tag in die Runde, ich sehe in diversen Shops immer wieder Split-Klimageräte mit vorgeladenen Kältemittelleitungen und Schnellkupplungen. Als Laie stellt sich mir die Frage, ob der Selbsteinbau hier nach geltender ChemKlimaschutzV wirklich zulässig ist, sofern ich das Gerät nur aufhänge und die Leitungen verschraube, ohne das System selbst zu evakuieren oder Kältemittel nachzufüllen. Meinem Verständnis nach ist das Öffnen des Kältemittelkreises untersagt, aber ist das bloße Zusammenstecken der vorgefüllten Leitungen bereits ein kritischer Eingriff? Ich möchte rechtlich auf der sicheren Seite bleiben und keine Garantiebedingungen verletzen oder gegen Verordnungen verstoßen. Mein Vorhaben wäre es, die elektrische Zuleitung durch einen zertifizierten Elektriker abnehmen zu lassen, doch bei der Kältemittelseite bin ich unsicher. Hat jemand von euch das bereits mit einem SHK-Fachbetrieb abgeklärt oder gibt es hier eindeutige Vorgaben, die einen solchen Selbsteinbau per se ausschließen? Über fundierte Hinweise zur aktuellen Rechtslage wäre ich sehr dankbar.
Rechtliche Einordnung: Split-Klimagerät mit Schnellkupplungen
Hallo Jens, das ist eine berechtigte Frage, die uns hier im Fachbetrieb regelmäßig begegnet. Kurz gesagt: Die ChemKlimaschutzV ist hier eindeutig. Auch wenn die Hersteller mit Schnellkupplungen werben, greift die Verordnung, sobald das System in Betrieb genommen wird. Der Gesetzgeber fordert für Arbeiten am Kältemittelkreislauf eine entsprechende Zertifizierung nach EU-Verordnung 2024/573, früher bekannt unter der 517/2014. Das bloße Zusammenschrauben der Kupplungen gilt rechtlich als Eingriff in den Kreislauf, da dabei theoretisch Kältemittel austreten kann. Die Hersteller entziehen sich der Haftung, sobald ein Nicht-Fachbetrieb die Installation vornimmt, was besonders im Schadensfall bei Undichtigkeiten problematisch wird. Zudem riskieren Sie bei Eigenleistung die Konformität mit dem GEG oder den Verlust etwaiger Förderansprüche, falls Sie bei einer Wärmepumpe beispielsweise auf die BEG-Förderung spekulieren. Ich rate Ihnen dringend, die Montage von einem zertifizierten Fachbetrieb abnehmen zu lassen. Viele Kollegen lassen sich darauf ein, die Inbetriebnahme und Dichtheitsprüfung nach VDI 4645 zu übernehmen, sofern die Leitungen fachgerecht verlegt wurden. Damit sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite und haben auch im Falle eines Garantiefalls keine Probleme mit dem Hersteller.
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