Hallo zusammen, ich beschäftige mich gerade mit der hydraulischen Planung meiner neuen Monoblock-Wärmepumpe. Da ich eine Bestandsanlage mit Heizkörpern habe, mache ich mir Gedanken über den Mindestvolumenstrom, wenn im Übergangsbereich im Oktober viele Thermostatventile schließen. Muss ich hier zwingend ein Überströmventil einbauen, oder ist es sinnvoller, bestimmte Heizkreise, etwa im Bad oder im Flur, dauerhaft offen zu lassen? Mir geht es vor allem darum, ein Takten der Wärmepumpe bei geringer Heizlast zu vermeiden und gleichzeitig sicherzustellen, dass der Wärmetauscher im Monoblock nicht unterversorgt ist. Gibt es Erfahrungswerte, wie sich das System bei euch verhält, wenn die Außentemperaturen nachts auf unter 10 Grad fallen? Ich möchte ungern unnötig Energie über ein Bypass-Ventil im Kreis jagen, wenn das technisch auch eleganter über einen konstanten Volumenstrom in den Hauptkreisen lösbar ist. Ich freue mich über eure fachlichen Einschätzungen zur Hydraulik.
Durchflussmenge bei Monoblock: Mindestvolumenstrom bei niedriger Last einhalten?
Hallo Markus, als SHK-Meister kann ich dir nur dringend empfehlen, auf das Überströmventil zu verzichten, sofern es irgendwie geht. Die VDI 4645 fordert ohnehin einen korrekten hydraulischen Abgleich, um die Effizienz der Wärmepumpe zu maximieren. Ein Überströmventil würde dir nur warmes Vorlaufwasser direkt in den Rücklauf mischen, was die Spreizung kaputtmacht und die Taktung durch eine künstlich erhöhte Rücklauftemperatur sogar verschlechtern kann. Die eleganteste Lösung ist definitiv der konstante Volumenstrom über nicht absperrbare Heizkreise. Ich setze bei meinen Kunden meist die Kreise in den Bädern und den Fluren als 'offene' Basis ein. Damit stellst du sicher, dass die Wärmepumpe immer genug Wasser durch den Plattenwärmetauscher bekommt. Das schont den Verdichter und sorgt für einen stabilen Betrieb ohne die unschönen Bypass-Verluste. Plan die Rohrdurchmesser zudem großzügig, um den Druckverlust so gering wie möglich zu halten.
Guten Tag zusammen, ich kann mich Andreas nur anschließen, stehe aber vor einer ähnlichen Problematik bei meinem Altbau. Markus, ich habe bei meiner Installation bewusst auf das Überströmventil verzichtet und stattdessen drei Heizkörper im Haus komplett ohne Thermostatköpfe gelassen. Das funktioniert im Übergangsbereich hervorragend. Seit ich die Heizkurve feinjustiert habe, taktet die Maschine deutlich weniger. Auch bei zehn Grad Außentemperatur läuft der Volumenstrom stabil, da die drei Heizkörper als Grundlast immer voll durchströmt werden. Der Energieverbrauch ist dadurch gesunken, da ich keine Energie im Bypass verheize. Achte bei der Umsetzung unbedingt darauf, dass der hydraulische Abgleich auch dokumentiert wird, falls du die BEG-Förderung in Anspruch nehmen möchtest oder musst. Ein gut berechnetes System braucht in der Regel keine mechanischen Hilfskrücken wie ein Überströmventil.
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