Hallo Leute, mein Team und ich bereiten gerade unsere Produktionshalle auf die Heizperiode vor. Wir betreiben dort eine größere Anlage mit Gas-Dunkelstrahlern. Letztes Jahr hatten wir bei zwei Geräten kurz nach Inbetriebnahme Zündprobleme, wahrscheinlich wegen Staubablagerungen nach dem Sommer oder alter Verschmutzung in den Brennerdüsen. Ich möchte dieses Jahr proaktiv rangehen. Habt ihr Erfahrungswerte, was bei einer Inspektion im Oktober unbedingt geprüft werden muss? Lohnt sich der Ausbau der Strahlrohre zur Reinigung von innen, oder reicht der Blick auf die Zündelektroden und den Abgasaustritt? Ich habe den Verdacht, dass durch die Sommerpause in der Werkstatt der Staub im Brennergehäuse verhärtet ist. Wenn die Anlage erst einmal unter Volllast läuft, sind Eingriffe schwierig. Ich bin für jeden Praxistipp dankbar, wie wir die Dinger effizient und ohne Ausfallrisiko durch den Winter bringen. Besonders interessiert mich, ob ihr bei der CO2-Messung im Abgas schon spezifische Abweichungen durch Alterung der Komponenten bemerkt habt.
Wartung von Gas-Dunkelstrahlern vor der Heizperiode: Was ist kritisch?
Hallo Jens, das ist eine absolut berechtigte Frage. Bei Gas-Dunkelstrahlern ist die Staubproblematik im Sommerbetrieb oder durch Maschinenabrieb in der Halle tatsächlich der Hauptgrund für Zündstörungen. Ich empfehle Ihnen dringend, nicht nur die Elektroden anzuschauen. Gerade der Brennerraum und die Düsen sollten mit Druckluft vorsichtig ausgeblasen werden. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass der Mindestgasdruck gemäß Typenschild anliegt, da alte Magnetventile nach der langen Standzeit manchmal träge reagieren. Was die Strahlrohre angeht, reicht meist eine Sichtprüfung durch die Revisionsöffnungen. Ein kompletter Ausbau ist oft unnötig aufwendig, es sei denn, Sie stellen bei der CO2-Messung extreme Abweichungen fest. Wenn der Verbrennungswert deutlich aus der Norm tanzt, deutet das oft auf einen unzureichenden Luftüberschuss oder einen verschmutzten Wärmetauscher hin. Messen Sie direkt am Abgasstutzen, bevor die Anlage in den Dauerbetrieb geht.
Guten Tag Jens, als Planerin kann ich Ihnen nur raten, die gesetzlichen Vorgaben im Blick zu behalten. Denken Sie an die jährliche Prüfungspflicht nach den geltenden Herstellerrichtlinien und die Betriebssicherheitsverordnung. Wenn Sie ohnehin jemanden vor Ort haben, lassen Sie auch gleich die elektrischen Sicherheitseinrichtungen durch eine Elektrofachkraft prüfen. Das bewahrt Sie im Schadensfall vor Problemen mit der Versicherung. Zum Thema CO2: Wir sehen in unseren Projekten oft, dass mit zunehmendem Alter der Anlage der Wirkungsgrad durch Korrosion an den Strahlern sinkt. Eine saubere Brennerdüse ist zwar die halbe Miete, aber prüfen Sie auch die Dichtigkeit der Abgasführung. Ein unzureichender Abzug verändert das Verbrennungsverhalten massiv, was Sie dann sofort an schlechten CO2-Werten bei der Abgasmessung sehen werden. Prävention ist hier definitiv der günstigste Weg für den Betrieb.
Danke für die schnellen Antworten! Markus, der Hinweis mit den Magnetventilen ist Gold wert, das hatten wir letztes Jahr gar nicht auf dem Schirm. Ich werde mein Team anweisen, die Ventile einmal manuell anzusteuern, bevor wir die Gaszufuhr voll öffnen. Sabine, der Verweis auf die BetrSichV ist korrekt, das lassen wir ohnehin jährlich dokumentieren, um bei der nächsten Zertifizierung sicher zu sein. Wir werden jetzt den Fokus auf die Reinigung der Zündbrenner und die Prüfung der Elektroden legen. Wenn das Abgasbild dann immer noch nicht stimmt, gehen wir an die Strahlrohre. Meint ihr, eine chemische Reinigung der Innenseite bei hartnäckigen Ablagerungen bringt etwas, oder macht man damit eher die Beschichtung kaputt? Ich bin da etwas vorsichtig bei den modernen Keramikbrennern.
Moin Jens, lass die Finger von Chemiekeulen an den Strahlrohren! Das Risiko, die Oberflächenstruktur zu beschädigen, ist bei den modernen Strahlern viel zu hoch. Wenn es wirklich so stark verschmutzt ist, hilft meist nur die mechanische Reinigung mit Druckluft oder speziellen Bürsten, sofern man herankommt. Alles andere zerstört meist die Emissionsrate der Rohre. Ich bin jetzt seit zwanzig Jahren im Service für Industriegasbrenner unterwegs. Mein wichtigster Praxistipp für den Start in den Oktober: Prüfen Sie die Verbrennungsluftzufuhr von außen. Oft setzen sich Insekten oder Pollen im Ansauggitter fest, was den Luftstrom reduziert und den Brenner überfetten lässt. Das verfälscht die CO2-Werte enorm, ohne dass der Brenner direkt defekt sein muss. Wenn die Luftzufuhr frei ist, laufen die Kisten meistens auch wieder stabil an.
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