Hallo zusammen, ich bereite gerade die Installation meiner neuen Split-Klimaanlage vor und habe nun die Kernbohrung durch die Außenwand fertiggestellt. Jetzt stellt sich mir die Frage, wie ich den Ringspalt um die Kältemittelleitungen herum fachgerecht abdichte, damit dort keine kalte Luft oder im schlimmsten Fall Feuchtigkeit eindringt. Ich möchte nicht, dass mir im Winter die Wand durch Kondensatbildung feucht wird. Reicht hier ein handelsüblicher Montageschaum aus oder sollte ich eher auf quellfreies Material wie Brandschutz-Acryl oder spezielle Dichtmassen zurückgreifen? Da das Außengerät an der Wetterseite montiert ist, ist mir eine dauerhafte Schlagregendichtigkeit besonders wichtig. Habt ihr da vielleicht einen Tipp, welches Produkt sich im SHK-Bereich bewährt hat und auch mit den temperaturbedingten Bewegungen der Leitungen mitgehen kann? Bin für jeden Hinweis dankbar, damit das Projekt ohne Folgeschäden über den Winter kommt.
Kältemittelleitung durch Kernbohrung abdichten – welches Material?
Hallo Markus, Finger weg vom Montageschaum! Das Zeug ist absolut ungeeignet, da es nicht dauerelastisch ist und bei thermischer Ausdehnung der Kältemittelleitungen schnell reißt. Als SHK-Meister empfehle ich dir dringend eine fachgerechte Abdichtung mittels dauerelastischem Dichtkitt oder speziellen Dichtstopfen für Kernbohrungen. Achte darauf, dass das Material diffusionsdicht ausgeführt wird, um Tauwasserausfall in der Wandkonstruktion zu vermeiden. Besonders an der Wetterseite musst du zudem auf Schlagregendichtigkeit setzen. Hier hat sich die Kombination aus einer innenseitigen Dämmung mit Armaflex-Zuschnitten und einer äußeren Abdichtung mit einem UV-beständigen, überstreichbaren Dichtstoff bewährt. Denke auch an die Vorgaben der VDI 4645 hinsichtlich der Leitungsführung und Dämmstärke. Nur so verhinderst du effektiv Feuchteschäden, die bei einer unsachgemäßen Abdichtung gemäß GEG-Anforderungen für energetisch sanierte Gebäude sonst schnell zum Bauschaden führen können.
Hi Markus, kann Klaus nur zustimmen. Habe das bei meiner eigenen Anlage vor zwei Jahren genau so gelöst, wie er es beschrieben hat. Ich habe mich damals für eine Dichtmasse auf MS-Polymer-Basis entschieden, da die extrem witterungsbeständig ist und sich auch bei Temperaturschwankungen zwischen minus 15 und plus 40 Grad nicht verabschiedet. Das lässt sich wunderbar mit einer Kartuschenpresse in den Ringspalt einbringen. Kleiner Tipp aus der Praxis: Stopfe den Zwischenraum vorher nicht zu stramm mit Mineralwolle aus, sonst hast du nachher keine saubere Flanke für die Dichtmasse. Wichtig ist auch, dass das Rohr nach außen ein leichtes Gefälle hat, damit eventuelles Schwitzwasser direkt nach draußen abläuft und nicht in der Bohrung steht. Viel Erfolg bei der Installation, das wird schon werden!
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