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KlimaCorner

Kupfer oder Edelstahl bei der Anbindung zum Heizkreis?

von Jens B. · 05.10.2026, 05:04 · 8 Aufrufe · 3 Antworten

Jens B. · 05.10.2026, 05:04

Hallo Leute, stehe kurz vor der Verrohrung meiner neuen Monoblock-WP. Die Frage nach dem Material für die Anbindung vom Außengerät in den Heizungskeller brennt mir auf der Seele. Ich schwanke zwischen klassischem Kupferrohr und dem deutlich schneller zu verarbeitenden Edelstahl-Presssystem. Bei Edelstahl habe ich meine Bedenken bezüglich der Korrosionsbeständigkeit bei einer Mischinstallation mit alten Stahlheizkörpern im Bestand. Kupfer ist da ja etwas gutmütiger, aber halt deutlich aufwendiger bei der Montage. Da die Leitungen durch die Außenwand in den Keller geführt werden und dort direkt an den Puffer gehen, möchte ich hier keine Fehler machen, die mich später bei der Wartung oder durch Undichtigkeiten teuer zu stehen kommen. Was sind eure Erfahrungen bezüglich Dichtheit bei Pressverbindungen im Außenbereich? Hat jemand von euch schon mal Probleme mit Korrosion bei Edelstahlpressfittings in Kombination mit älteren Anlagenteilen gehabt? Danke für eure fachliche Einschätzung.

Markus K. · 05.10.2026, 05:04

Hallo Jens, als Anlagenmechaniker mit langjähriger Erfahrung in der SHK-Branche kann ich dir zu Edelstahl pressen nur raten, sofern die Qualität der Komponenten stimmt. Achte unbedingt darauf, dass du Pressfittings mit EPDM-Dichtungen verwendest, die für den Außenbereich und die entsprechenden Medientemperaturen zugelassen sind. Gegen Korrosion hilft hier primär eine fachgerechte Aufbereitung des Heizungswassers nach VDI 2035. Wenn du das Wasser aufhärtest und den pH-Wert stabilisierst, spielt das Basismaterial eine untergeordnete Rolle, selbst bei alten Stahlheizkörpern im Bestand. Sorge für eine hochwertige Isolierung deiner Leitungen im Außenbereich. Wir verbauen standardmäßig UV-beständige Dämmstoffe. Die Pressverbindungen sind bei sauberer Verarbeitung absolut dicht und deutlich weniger fehleranfällig als gelötetes Kupfer. Achte bei der Anbindung zum Monoblock unbedingt auf eine entkoppelte Montage mittels Kompensatoren, um die Vibrationen der WP abzufangen, damit dir die Fittings nicht durch mechanische Spannungen undicht werden.

Jens B. · 05.10.2026, 05:04

Danke Markus für die schnelle Rückmeldung! Das Thema VDI 2035 hatte ich bisher gar nicht so stark auf dem Schirm, da wir das beim alten Gaskessel nie so streng gehandhabt haben. Aber bei einer WP ist das ja wegen der Korrosionsanfälligkeit der Wärmetauscher essenziell, oder? Die Sache mit den Kompensatoren ist ein sehr guter Hinweis, das hätte ich fast vergessen. Wie sieht es eigentlich rechtlich aus, wenn ich das System selbst installiere? Bekomme ich dann überhaupt Probleme mit der Fachunternehmererklärung, die ich für die BEG-Förderung brauche? Ich bin zwar handwerklich fit, aber ich möchte nicht wegen ein paar hundert Euro Ersparnis bei der Verrohrung den ganzen Förderbescheid gefährden.

Dieter S. · 05.10.2026, 05:04

Moin Jens, spar dir den Stress und lass den hydraulischen Abgleich sowie die finale Inbetriebnahme von einem zertifizierten Betrieb nach VDI 4645 abnehmen. Bezüglich Material: Nimm Edelstahl, aber achte penibel auf den Kontakt zu anderen Metallen. Bei Edelstahl in Kombination mit alten Schwarzstahlrohren hast du zwar galvanisch weniger Probleme als bei Kupfer, aber der Schlammeintrag aus den alten Radiatoren ist der eigentliche Feind. Setz unbedingt einen leistungsfähigen Schlammabscheider mit Magnetitabscheider in den Rücklauf direkt vor die Wärmepumpe. Ich habe das bei meinem Umbau letztes Jahr auch mit Edelstahl gelöst und die Leitungen mit Armaflex-Dämmung doppelt eingepackt. Bisher ist alles absolut trocken und der Druckverlust ist minimal. Wenn du sauber entgratest und die Rohre nicht verkantest beim Pressen, wird da auch nach zehn Jahren nichts lecken. Viel Erfolg beim Projekt, das wird schon!

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