Guten Tag zusammen. Da wir nun die ersten knackig kalten Nächte verzeichnen, möchte ich meine Monoblock-Wärmepumpe fit für den Winter machen. Ich habe die Anlage vor einem Jahr selbst installiert und frage mich, ob außer einer Sichtprüfung des Verdampfers auf Laubansammlungen noch weitere spezifische Schritte für den Betrieb bei nun sinkenden Temperaturen anstehen. Besonders die Einbindung des Pufferkreislaufs bereitet mir Kopfzerbrechen. Sollte ich die Umwälzpumpe jetzt anders konfigurieren oder ist der Werkszustand für den Übergangsbetrieb ausreichend? Ich möchte verhindern, dass die Anlage bei plötzlichem Frost in Störung geht, nur weil der Volumenstrom in der Übergangszeit aufgrund der hohen Außentemperaturen tagsüber zu stark moduliert wird. Wie handhabt ihr das bei euren Anlagen? Gibt es Erfahrungswerte, worauf man bei der ersten richtigen Heizperiode nach der Inbetriebnahme besonders achten muss? Bin für jeden praxiserprobten Hinweis dankbar.
Wartungs-Checkliste Monoblock: Was muss im Oktober wirklich gemacht werden?
Guten Tag Markus. Als SHK-Meister rate ich Ihnen zunächst zur VDI 4645. Bei Monoblock-Geräten ist die Frostschutzsicherung das A und O, insbesondere wenn Sie keinen Glykol-Zusatz im Heizungswasser haben. Prüfen Sie unbedingt, ob die Notstromversorgung oder zumindest eine USV für die Umwälzpumpe bei einem Stromausfall gewährleistet ist, da sonst das Außenmodul bei Frost schnell einfrieren kann. Bezüglich der Modulation: Lassen Sie die Pumpe im Heizbetrieb lieber mit einem konstanten Volumenstrom laufen, statt auf eine zu aggressive Kennlinienregelung zu setzen. In der Übergangszeit neigen viele Anlagen zum Takten, wenn der hydraulische Abgleich nicht exakt passt. Achten Sie darauf, dass der Mindestvolumenstrom gemäß Herstellerangabe immer erreicht wird, um die Enteisungszyklen nicht zu gefährden.
Hallo Markus, ich habe meine Wärmepumpe ebenfalls im Eigenbau errichtet und stand letztes Jahr vor derselben Frage. Ich habe festgestellt, dass das Laub nicht nur den Verdampfer blockiert, sondern auch die Kondensatwanne. Wenn das Wasser dort gefriert, kann die ganze Anlage vereisen. Ich habe mir ein feines Gitter zusätzlich montiert, was das Problem deutlich reduziert hat. Zur Pumpensteuerung: Ich habe die Umwälzpumpe auf einen festen Wert gestellt, der dem Nennvolumenstrom entspricht. Das hat das Takten in den milden Tagen deutlich beruhigt. Seit ich die Heizkurve leicht angehoben habe, läuft sie viel ruhiger durch. Hast du eigentlich schon die aktuellen Einstellungen für die BAFA-Förderanforderungen geprüft, falls du noch Änderungen an der Steuerung vornimmst?
Vielen Dank für die schnellen Antworten! Thomas, das mit der USV ist ein wertvoller Hinweis, daran hatte ich bisher nicht gedacht, auch wenn das Risiko bei uns eher gering ist. Julia, das Gitter ist eine gute Idee, das werde ich am Wochenende direkt umsetzen. Wie sieht es denn bei euch mit dem hydraulischen Abgleich aus? Ich habe diesen nach Verfahren B berechnet, bin aber unsicher, ob die Einstellungen in der Steuerung wirklich das widerspiegeln, was im Rohrnetz ankommt. Sollte ich jetzt, wo die Temperaturen sinken, nochmal manuell an den Durchflussmengen in den Verteilern nachjustieren, um die Spreizung besser in den Griff zu bekommen?
Moin Markus, vergiss die Spielerei am Verteiler während der Heizperiode. Ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B ist präzise genug, solange die Heizkurve zur Gebäudelast passt. Wenn die Anlage jetzt in der Übergangszeit taktet, liegt das meist an einer zu hohen Heizkurvenneigung. Senke die Neigung schrittweise um 0,1. Wenn es dann bei Dauerfrost zu kalt wird, kannst du immer noch leicht nachsteuern. Die Umwälzpumpe sollte bei deiner Konfiguration ohnehin außentemperaturgeführt reagieren, damit der Volumenstrom mit der angeforderten Heizlast mitgeht. Prüfe lieber, ob die Überströmventile im Pufferkreis geschlossen sind, falls vorhanden, sonst pumpst du dir im Kreis und die Effizienz sinkt massiv.
Hallo zusammen, ich möchte kurz ergänzen: Denkt bei euren Eigenbau-Anlagen immer an die geltende ChemKlimaschutzV, auch wenn beim Monoblock der Kältekreis hermetisch geschlossen ist. Bei der Wartung im Herbst ist eine visuelle Kontrolle der Leitungsdämmung im Außenbereich Pflicht. Wenn dort Feuchtigkeit eindringt, ist die Dämmung im Winter nutzlos und die Wärmeverluste steigen spürbar. Ich habe bei meiner Anlage den Pufferkreis per Magnetventil so eingebunden, dass er in der Übergangszeit nur zugeschaltet wird, wenn mehr als zwei Heizkreise gleichzeitig abnehmen. Das verhindert unnötiges Pumpen. Die Einsparung beim Stromverbrauch ist bei meinem System messbar höher als mit der Standard-Konfiguration des Herstellers.
Danke an alle für die fundierten Tipps. Stefan, die Dämmung habe ich mir gerade angesehen, da gibt es in der Tat zwei Stellen, die ich nachbessern muss, bevor es richtig kalt wird. Das mit der Heizkurve werde ich wie von Andreas empfohlen angehen und die Neigung erst einmal leicht absenken. Es beruhigt mich, dass der hydraulische Abgleich nach Verfahren B die Basis bleiben kann, ohne dass ich jetzt jeden Tag an den Ventilen drehen muss. Ich werde die Anlage jetzt erst einmal eine Woche beobachten und die Taktfrequenz protokollieren. Sollte ich bei zu hoher Frequenz doch noch Probleme bekommen, melde ich mich hier erneut. Ihr habt mir sehr geholfen, die anstehende Heizperiode entspannter anzugehen!
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