Guten Tag, als verantwortliche Planerin für unsere Logistikstandorte bereitet mir die Einhaltung der ASR A3.5 bei den aktuellen Temperaturen am Morgen zunehmend Kopfzerbrechen. Besonders in den großen Versandzonen, wo regelmäßig Tore geöffnet werden müssen, fallen die Temperaturen in den frühen Stunden unter den Mindestwert für mittelschwere Arbeit. Wir nutzen bisher klassische Deckenlufterhitzer, die jedoch erst eine gewisse Anlaufzeit benötigen und den Arbeitsbereich erst spät erreichen. Ich prüfe aktuell, ob eine zonale Beheizung durch Infrarotstrahler an den Arbeitsplätzen eine zulässige und effiziente Ergänzung sein könnte, um die Anforderungen der ASR A3.5 ohne die gesamte Halle komplett hochzuheizen zu erfüllen. Wie handhaben Sie das in Ihren Projekten? Gibt es Erfahrungen, ob solche Strahler zur kurzfristigen Überbrückung bei Toröffnungen überhaupt effizient arbeiten oder ob die Trägheit des Systems zu groß ist? Ich freue mich auf einen konstruktiven Austausch zu diesem Thema.
ASR A3.5: Raumtemperaturen in Versandzonen halten
Guten Tag Frau K., Ihre Problematik ist in der Logistik leider der Klassiker. Die ASR A3.5 ist da unerbittlich, was die Lufttemperaturen angeht. Infrarotstrahler sind physikalisch eine exzellente Wahl für Versandzonen, da sie nicht die Raumluft, sondern Oberflächen und Personen erwärmen. Der entscheidende Vorteil ist die verzögerungsfreie Wärmeabgabe. Sobald das Tor schließt, haben Sie durch die Strahlungswärme sofort ein behagliches Empfinden bei den Mitarbeitern, auch wenn die Lufttemperatur noch niedrig ist. Beachten Sie jedoch, dass die Berufsgenossenschaften die Wirksamkeit der Strahlungswärme im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung anerkennen müssen. Rechnen Sie bei der Dimensionierung mit mindestens 150 bis 200 Watt pro Quadratmeter Arbeitsplatzfläche. Ein hydraulischer Abgleich entfällt bei Elektro-Infrarotstrahlern natürlich, aber achten Sie zwingend auf die Absicherung durch eine Elektrofachkraft, da bei der Anlaufstromspitze schnell Sicherungen fliegen können, wenn mehrere Geräte gleichzeitig schalten.
Hallo zusammen, wir haben das in einem größeren Versandlager vor zwei Jahren genau so umgesetzt, wie Helga es plant. Wir haben Hochtemperatur-Dunkelstrahler direkt über den Packtischen installiert. Die Resonanz der Belegschaft war durchweg positiv, da der Kälteabfall beim Öffnen der Tore deutlich weniger drastisch wahrgenommen wird. Es ist ein riesiger Unterschied, ob die Luft noch kalt ist, aber die Strahlungswärme bereits direkt wirkt. Ein wichtiger Punkt aus der Praxis: Denken Sie an eine zeitgesteuerte Abschaltung oder Bewegungsmelder. Da Infrarotstrahler sofort Energie ziehen, ist der Stromverbrauch enorm, wenn sie permanent durchlaufen. Zudem müssen Sie die Brandschutzvorgaben beachten, besonders wenn in der Nähe Kartonagen oder Verpackungsmaterial gelagert werden. Bei uns gab es deshalb ein kurzes Gespräch mit dem Brandschutzbeauftragten, das war aber dank der gewählten Montagehöhe schnell geklärt.
Vielen Dank für die schnellen und hilfreichen Antworten! Markus, der Hinweis zur Elektroinstallation und den Anlaufströmen ist absolut berechtigt, das werde ich direkt an unsere Haustechnik weitergeben. Wir hatten bisher nur das Heizwasser-System im Blick, aber die Elektro-Variante scheint für die schnelle Reaktionszeit tatsächlich überlegen zu sein. Sabine, dein Einwand bezüglich der Kartonagen ist goldwert. Wir haben in den Versandzonen natürlich viel brennbares Material, da müssen wir die Abstände und die Ausrichtung der Strahler akribisch prüfen. Ich werde nun eine Testinstallation an einem einzelnen Arbeitsplatz anregen, um die Akzeptanz bei den Kollegen zu prüfen und gleichzeitig die Stromlast zu messen. Die Kombination aus den bestehenden Warmlufterzeugern für die Grundlast und den Strahlern für die Spitzen bei Toröffnungen scheint mir der richtige Weg zu sein, um die ASR-Vorgaben rechtssicher einzuhalten.
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