Moin zusammen, ich bin gerade dabei, meine Heizung für die kommende Heizsaison einzustellen. Nach dem Einbau meiner neuen Wärmepumpe wurde mir gesagt, ich solle alle Thermostatventile in der Wohnung voll aufdrehen und die Heizkurve nur über die Vorlauftemperatur regeln. Das funktioniert in den meisten Räumen auch ganz gut, aber im Gästezimmer und im Büro wird es einfach viel zu warm, selbst bei minimaler Einstellung. Mein SHK-Betrieb meinte, das liegt am fehlenden hydraulischen Abgleich, aber für die Förderung musste der doch eigentlich gemacht werden? Muss ich jetzt die Voreinstellungen an den Ventilen selbst korrigieren oder macht das Sinn, einfach die Heizkurve noch weiter abzusenken und dann nur punktuell zu drosseln? Wie seid ihr bei euren Anlagen vorgegangen, wenn die theoretische Berechnung nicht mit der Realität im Raum harmoniert? Ich möchte ungern bei den aktuellen Preisen unnötig Energie verheizen.
Hydraulischer Abgleich: Thermostatventile voll auf?
Guten Tag Klaus, als SHK-Meister sehe ich dieses Problem ständig. Dass die Förderung einen hydraulischen Abgleich nach Verfahren B gemäß VDI 6030 verlangt, bedeutet leider nicht automatisch, dass die Einstellungen in der Realität perfekt passen. Oft kalkulieren Planer mit Annahmen, die von Ihrem tatsächlichen Heizverhalten abweichen. Mein Rat: Drehen Sie die Heizkurve so weit herunter, bis es im kältesten Raum gerade noch angenehm warm ist. Die Drosselung im Gästezimmer sollten Sie dann tatsächlich über die Voreinstellung am Ventil vornehmen, nicht über das Thermostat. Wenn Sie das Thermostat ständig zudrehen, taktet die Wärmepumpe unnötig, weil der Durchfluss zu gering ist. Den thermischen Abgleich müssen Sie letztlich selbst über ein paar Wochen feinjustieren, bis die Wunschtemperatur in jedem Raum bei voll geöffneten Thermostaten erreicht ist.
Hallo Klaus, ich bin auch Bauherrin und habe das letztes Jahr durch. Mein Tipp: Dokumentiere deine Einstellungen genau! Ich habe mir eine Tabelle angelegt und jeden Tag die Raumtemperatur notiert, bevor ich die Voreinstellung am Ventil um eine halbe Umdrehung verändert habe. Das ist zwar etwas mühsam, aber es lohnt sich extrem für die Effizienz der Wärmepumpe. Seit ich im Büro und Gästezimmer die Durchflussmenge direkt am Heizkreisverteiler beziehungsweise am Ventil leicht gedrosselt habe, bleibt die Wärmepumpe viel länger im effizienten Niedriglastbereich. Wenn du die Heizkurve nur über die Vorlauftemperatur regelst und dann die Thermostate zudrehst, ruinierst du dir die Arbeitszahl deiner Anlage. Geduld ist hier der Schlüssel zum Erfolg, auch wenn es nervt.
Moin Klaus, kurz und knapp: Wenn es im Gästezimmer zu warm wird, ist dort schlichtweg zu viel hydraulischer Widerstand überwunden. Die Voreinstellung ist dafür da, genau das zu begrenzen. Die Heizkurve ist für das gesamte Gebäude zuständig, nicht für einzelne Räume. Wenn du die Kurve senkst, wird es im Wohnzimmer zu kalt, bevor das Büro passt. Stell sicher, dass der Abgleich wirklich physikalisch stimmt. Hast du mal geprüft, ob die Umwälzpumpe in der Wärmepumpe im richtigen Modus läuft? Manchmal hilft es, die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf zu messen. Wenn die zu gering ist, läuft die Pumpe vielleicht gegen geschlossene Thermostate an. Stell die Voreinstellungen lieber einmal richtig ein, anstatt die Heizkurve als Notlösung zu verbiegen. Dein Stromzähler wird es dir danken.
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