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Heizungswasser: VDI 2035 auch bei kleiner Wärmepumpe?

von Thomas R. · 04.10.2026, 05:04 · 29 Aufrufe · 6 Antworten

Thomas R. · 04.10.2026, 05:04

Hallo Kollegen, ich diskutiere gerade mit einem Kunden über die Notwendigkeit der Heizungswasseraufbereitung nach VDI 2035 bei einer kleinen Monoblock-Wärmepumpe. Viele Kunden meinen, bei so einer kleinen Anlage reiche normales Leitungswasser aus dem Gartenhahn. Ich sehe das aufgrund der Korrosionsgefahr und der empfindlichen Wärmetauscher kritisch. Wie handhabt ihr das in der Praxis? Ist eine Entsalzungspatrone bei jedem Neubau Pflicht, oder ist das nur bei sehr großen Anlagen mit hohem Füllvolumen sinnvoll? Ich versuche hier eine Balance zwischen technischer Notwendigkeit und Kosteneffizienz für den Bauherren zu finden. Habt ihr schon schlechte Erfahrungen mit unbehandeltem Wasser gemacht, die sich nach zwei Jahren durch einen defekten Plattenwärmetauscher bemerkbar gemacht haben? Bin gespannt auf eure fachliche Meinung dazu.

Markus K. · 04.10.2026, 05:05

Hallo Thomas, das ist ein Dauerbrenner. Als SHK-Meister mit 20 Jahren Erfahrung kann ich dir nur raten: Finger weg vom Leitungswasser bei modernen Wärmetauschern. Die Hersteller der Monoblock-Geräte schreiben die Einhaltung der VDI 2035 in ihren Garantiebedingungen meist explizit vor. Wenn dir nach drei Jahren der Plattenwärmetauscher durch Lochfraßkorrosion oder Steinbildung dichtgeht, bist du im Gewährleistungsfall der Dumme, sofern du kein Wasserprotokoll vorweisen kannst. Die Kosten für eine Entsalzungspatrone sind im Vergleich zum Gesamtaufwand einer Wärmepumpeninstallation absolut vernachlässigbar. Dein Kunde zahlt eine fünfstellige Summe für die Anlage, da sollte die fachgerechte Befüllung nicht an ein paar Euro scheitern. Dokumentiere den Leitwert und den pH-Wert bei der Inbetriebnahme, dann bist du rechtlich und technisch auf der sicheren Seite.

Stefan B. · 04.10.2026, 05:05

Ich sehe das etwas entspannter als Markus. Bei sehr kleinen Anlagen mit wenig Füllvolumen in einem EFH-Neubau mit klassischer FBH habe ich bisher selten Probleme gehabt, sofern die Härte des Wassers nicht extrem ist. In unserer Region haben wir weiches Wasser aus dem Harz, da ist das Risiko überschaubar. Natürlich ist die VDI 2035 der Standard, aber wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Wenn ich bei jeder 5-kW-Anlage den vollen Zirkus mit Vollentsalzung veranstalte, verliere ich gegenüber den Billig-Konkurrenten, die einfach den Gartenschlauch reinhalten. Ich mache bei kleinen Systemen meist nur eine einfache Verschneidung oder nutze eine Füllkombi mit Systemtrenner. Bisher hat sich in über zehn Jahren noch kein Kunde beschwert.

Thomas R. · 04.10.2026, 05:05

Danke für eure ersten Einschätzungen. Stefan, genau dieses Argument höre ich oft, aber der Hersteller meines bevorzugten Monoblocks ist da mittlerweile knallhart. Bei Reklamationen wird eine Wasserprobe verlangt. Wenn die Werte nicht stimmen, wird die Garantie abgelehnt. Das Risiko möchte ich als Fachbetrieb nicht mehr tragen, auch wenn es weiches Wasser gibt. Markus hat recht, das Argument mit der Gesamtsumme zieht beim Kunden meistens. Ich werde das Thema in Zukunft einfach als festen Bestandteil in mein Leistungsverzeichnis aufnehmen. Die VDI 2035 ist schließlich keine Empfehlung, sondern Stand der Technik. Hat jemand von euch schon mal Probleme mit den Messwerten nach der Befüllung gehabt, weil der pH-Wert durch die Entsalzung zu stark abgesackt ist?

Jürgen W. · 04.10.2026, 05:05

Hallo Thomas, absolut richtige Entscheidung. Um auf deine Frage einzugehen: Ja, eine reine Entsalzung senkt oft den pH-Wert in den sauren Bereich, was bei bestimmten Metallkombinationen im System kontraproduktiv sein kann. Ich verwende deshalb immer zusätzlich eine alkalisierende Komponente, falls der pH-Wert nach der Entsalzung unter 8,2 fällt. Das ist bei manchen Aluminium-Komponenten im System sogar kritisch. Zudem achte ich penibel auf den hydraulischen Abgleich nach VDI 4645, denn nur wenn die Anlage effizient läuft und die Spreizung stimmt, minimierst du auch Ablagerungen durch ständige Temperaturwechsel. Eine fachgerechte Aufbereitung ist für mich bei der aktuellen Förderlandschaft der BEG ohnehin Standard, da der Energieeffizienz-Nachweis ohne saubere Wärmetauscher auf Dauer ohnehin Makulatur ist.

Klaus H. · 04.10.2026, 05:05

Ich bin zwar nur ein interessierter Bauherr, aber ich lese hier interessiert mit, weil meine Wärmepumpe nächste Woche installiert wird. Mein Heizungsbauer hat mir die VDI 2035 als Option angeboten, aber nicht als Pflicht. Nachdem ich eure Diskussion hier verfolge, werde ich wohl darauf bestehen, dass das Wasser aufbereitet wird. Das kostet mich zwar ein paar Euro extra, aber die Anlage soll ja 20 Jahre halten. Ist es eigentlich egal, welches Verfahren man nutzt, oder gibt es da gravierende Qualitätsunterschiede bei den Kartuschen, die man im Fachhandel bekommt? Ich möchte einfach sichergehen, dass mein Handwerker da keinen Mist macht, wenn ich ihn morgen darauf anspreche.

Andreas M. · 04.10.2026, 05:05

Klaus, es ist gut, dass du dich informierst. Für den Fachmann gilt: Nutzen Sie bewährte Markenprodukte zur Wasseraufbereitung. Bei den billigen Baumarkt-Lösungen weißt du oft nicht, wie viel Kapazität das Harz wirklich hat. Eine seriöse Entsalzungspatrone hat eine Anzeige für die Erschöpfung, damit man nicht mit verbrauchtem Harz arbeitet. Thomas, an deine Adresse: Bleib hart. Wenn du die Aufbereitung im Angebot ausweist, hebst du dich als Qualitätsbetrieb von den Pfuschern ab. Erkläre dem Kunden den Zusammenhang zwischen Korrosion und Effizienzverlust. Wer eine moderne Anlage nach GEG-Standard baut, sollte beim Wasser nicht sparen. Das ist letztlich auch ein Teil deiner Pflicht als SHK-Unternehmer, die Anlage dauerhaft betriebssicher zu übergeben. Wer VDI 2035 ignoriert, handelt grob fahrlässig.

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