Moin Leute! Ich nutze in meinem Bürogebäude jetzt vermehrt die Split-Klimageräte als Wärmepumpe, da es morgens echt schon frisch ist. Jetzt habe ich aber ein Phänomen beobachtet: Bei der aktuell hohen Luftfeuchtigkeit hier draußen bildet sich am Außengerät extrem schnell Kondensat, das dann am Boden gefriert, obwohl das Thermometer eigentlich noch bei 6 Grad steht. Die Geräte takten dann gefühlt häufiger, weil sie wohl in den Abtaumodus gehen oder die Lamellen dicht sind. Habt ihr Tipps, wie man das Kondensat am besten wegführt, ohne dass mir am Eingang eine Eisfläche entsteht? Ich habe die Geräte auf Konsolen an der Wand montiert. Bin für jeden pragmatischen Hinweis dankbar, damit ich im Winter nicht ständig das Eis vom Pflaster hacken muss. Vielleicht hilft ja eine beheizbare Kondensatwanne oder habt ihr bessere Ideen?
Luft-Luft-WP: Heizbetrieb bei hoher Luftfeuchtigkeit im Herbst
Hallo Jens, das Problem ist bei Luft-Luft-Wärmepumpen im Herbst ein echter Klassiker, da die Luftfeuchtigkeit bei 6 Grad Außentemperatur für den Wärmetauscher kritisch ist. Wenn das Gerät auf Wandkonsolen sitzt, tropft das Wasser ungehindert auf den Boden, was bei Frost sofort zur Rutschbahn führt. Sie sollten dringend über eine Kondensatwanne mit integrierter Begleitheizung nachdenken. Achten Sie jedoch darauf, dass die Heizung thermostatgesteuert ist, damit sie nur bei Bedarf läuft. Denken Sie auch an die DIN EN 378 für die Aufstellung. Wenn Sie das Wasser gezielt ableiten wollen, installieren Sie einen Schlauch, der in ein Kiesbett oder ein KG-Rohr führt. Achten Sie dabei auf ein ausreichendes Gefälle, um stehendes Wasser im Schlauch zu vermeiden, sonst friert Ihnen das System bei der nächsten Frostnacht komplett zu.
Moin Jens, ich kenne das Spiel. Bei mir zu Hause habe ich das mit einer simplen Konstruktion gelöst. Ich habe eine Wanne unter das Gerät geschraubt und den Ablauf in eine kleine Auffangrinne geleitet, die ich mit einer Heizschleife kombiniert habe. Seitdem ist Ruhe vor dem Eis auf dem Gehweg. Du schreibst, dass deine Geräte häufiger takten. Das könnte auch mit der Vereisung zu tun haben, da der Luftstrom blockiert wird und die Steuerung in den Abtauzyklus geht. Prüfe mal, ob deine Geräte laut VDI 4645 richtig dimensioniert sind. Wenn die Heizlast nicht stimmt, jagen sich die Geräte in den Takt-Modus. Ein hydraulischer Abgleich ist bei Luft-Luft-Systemen zwar schwer, aber achte mal darauf, ob die Innengeräte die Wärme auch bei niedriger Last gut abgeben können, sonst schalten die Außengeräte zu früh ab.
Danke für die schnellen Rückmeldungen! Markus, das mit dem Thermostat für die Wannenheizung ist ein super Hinweis, daran hatte ich noch nicht gedacht. Sabine, das mit dem Taktverhalten ist ein guter Punkt. Ich habe bei der Montage penibel auf die Abstände geachtet, aber vielleicht muss ich bei den nächsten Wartungsterminen mal die Fühlerwerte prüfen lassen. Ich werde mich jetzt nach passenden Wannen mit Begleitheizung umsehen. Ich möchte vermeiden, dass ich da selbst wild herumprobiere und am Ende die ChemKlimaschutzV verletze, falls ich bei der Montage an Kältekreiskomponenten komme. Ich hole mir da wohl doch lieber einen Fachbetrieb dazu, der mir das sauber anschließt. Sicherheit geht vor, gerade bei der Elektroinstallation im Außenbereich.
Guten Tag, als Planer sehe ich diese Problematik bei Bürogebäuden oft. Die thermische Trägheit der Gebäudemasse spielt Ihnen hier zwar in die Karten, aber die Vereisung ist ein rein physikalisches Problem des Taupunktes. Eine beheizbare Wanne ist bei Wandkonsolen die einzig fachgerechte Lösung. Bitte berücksichtigen Sie bei der Nachrüstung, dass die Elektroinstallation gemäß den geltenden VDE-Bestimmungen für den Außenbereich ausgeführt wird. Ein einfacher Schukostecker reicht da nicht aus, Sie benötigen eine fachgerechte Anbindung an das Lastmanagement der Anlage oder zumindest einen separaten FI-Schutzschalter. Wenn Sie das Eis nur wegkratzen, riskieren Sie auf Dauer Schäden am Lamellenpaket durch mechanische Einwirkung. Die Investition in eine geregelte Wannenheizung amortisiert sich allein schon durch den Schutz der Geräte vor vorzeitigem Verschleiß und durch die Vermeidung der Haftungsrisiken, falls jemand vor Ihrem Gebäude ausrutscht.
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