Guten Tag zusammen, ich betreibe seit dem letzten Jahr eine Multi-Split-Anlage mit drei Innengeräten an einer Außeneinheit. Jetzt, wo es nachts deutlich kühler wird, nutze ich die Anlage verstärkt als Zusatzheizung. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Inverter-Regelung bei zwei gleichzeitig laufenden Innengeräten in kleineren Räumen extrem hochfrequent taktet, anstatt die Leistung konstant niedrig zu halten. Besonders im Schlafzimmer führt das bei Erreichen der Solltemperatur zu einer spürbaren Schwingungsübertragung durch das Kältemittelrohr an die Wandbefestigung. Habt ihr Erfahrungen, ob eine Anpassung der internen Parameter oder eine stärkere Drosselung des Volumenstroms über die Lüfterdrehzahl am Innengerät hier Abhilfe schaffen kann? Mir scheint, dass die Anlage bei niedrigen Außentemperaturen versucht, über eine höhere Verdichterleistung die Effizienz zu erzwingen, was das System unnötig unruhig macht. Ich würde mich über fachliche Einschätzungen freuen, ob dies ein typisches Phänomen bei Teillast in der Übergangszeit ist oder ob hier ein hydraulisches oder kältetechnisches Problem vorliegen könnte.
Verdichterfrequenz bei Multi-Split im Heizbetrieb
Guten Tag Markus. Als SHK-Meister sehe ich dieses Phänomen bei Multi-Split-Systemen häufiger, besonders wenn die Anlage für die installierten Räume leicht überdimensioniert ist. Das von Ihnen beschriebene Takten liegt oft daran, dass die Regelung der Außeneinheit versucht, die angeforderte Heizlast über alle Innengeräte hinweg zu mitteln. Wenn zwei Innengeräte gleichzeitig laufen, kommt die Inverter-Steuerung in einen instabilen Teillastbereich, in dem die untere Modulationsgrenze des Kompressors erreicht wird. Bevor Sie an den internen Parametern basteln, was bei den meisten Herstellern ohnehin eine Zertifizierung gemäß ChemKlimaschutzV voraussetzt, prüfen Sie bitte die mechanische Entkopplung der Kältemittelleitungen. Oft übertragen sich Schwingungen durch starre Wanddurchbrüche. Eine Drosselung des Volumenstroms am Innengerät ist kontraproduktiv, da die Elektronik dann erst recht versucht, die Temperatur über den Kompressor nachzuregeln. Das System braucht konstanten Luftdurchsatz, um die Wärme effizient abzuführen.
Vielen Dank für die schnelle Einschätzung, Jürgen. Das klingt logisch. Tatsächlich habe ich bei der Installation der Konsolen eher auf eine feste Montage geachtet, um die Leitungen sicher zu führen. An eine elastische Entkopplung, wie sie vielleicht bei einer Wärmepumpe nach VDI 4645 üblich wäre, habe ich bei der Montage der Split-Klimageräte nicht gedacht. Ich werde versuchen, die Befestigungen der Rohrleitungen mit Gummipuffern zu versehen. Dass die Lüfterdrehzahlreduzierung das Problem eher verschlimmert, hätte ich nicht gedacht. Ich war der Meinung, weniger Luftbewegung würde die Heizleistung reduzieren und somit den Verdichter entlasten. Wieder was gelernt, danke für den Hinweis auf die untere Modulationsgrenze.
Hallo Markus, ich kann das bei meiner Anlage im Kinderzimmer voll bestätigen. Sobald die Aussentemperaturen in den einstelligen Bereich fallen, wird die Anlage extrem zickig. Ich habe bei mir festgestellt, dass ein leichtes Anheben der Solltemperatur an einem der beiden Innengeräte den Kompressor dazu bringt, eine stabilere, etwas höhere Drehzahl beizubehalten, anstatt ständig zwischen Anlauf und Stillstand zu wechseln. Es ist zwar energetisch nicht ideal, aber es verhindert dieses nervige hochfrequente Surren. Vielleicht hilft dir das als pragmatische Lösung in der Übergangszeit, bevor du die Leitungen neu dämmst oder die Halterungen tauschst. Bei uns läuft es so deutlich ruhiger und wir sparen uns die Umbauarbeiten an den Kältemittelrohren, die ja fachgerecht nach geltenden Regeln durchgeführt werden müssten.
Guten Tag zusammen. Ich möchte hier kurz einhaken: Die Idee von Sandra mit der Erhöhung der Solltemperatur ist ein klassischer Workaround, aber Vorsicht vor einer Effizienzfalle im Sinne des GEG. Wenn Sie die Anlage forcieren, verlassen Sie den idealen Betriebspunkt. Die Multi-Split-Technik ist systembedingt bei sehr niedriger Last immer in einem Bereich, in dem das Expansionsventil stark regelt, um die Überhitzung zu stabilisieren. Mein Rat: Prüfen Sie, ob Sie im Servicemenü der Innengeräte die Ansprechempfindlichkeit der Temperaturfühler korrigieren können. Oft sind diese in der Nähe der Decke montiert, wo es wärmer ist als im Aufenthaltsbereich. Eine Anpassung des Korrekturwerts um minus zwei Grad kann oft bewirken, dass das Gerät früher und sanfter hochfährt und das Takten reduziert wird. Das ist meist zielführender als mechanische Eingriffe.
Passende Produkte aus unserem Shop

Möchten Sie antworten? Melden Sie sich an, um an der Diskussion teilzunehmen.

