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KlimaCorner

Kalkulation des Stromverbrauchs bei erster Inbetriebnahme

von Sabine L. · 03.10.2026, 05:03 · 25 Aufrufe · 4 Antworten

Sabine L. · 03.10.2026, 05:03

Hallo Community, ich habe meine Wärmepumpe pünktlich zum Start der Heizsaison in Betrieb genommen. Die ersten zwei Tage lief die Anlage auf hohen Vorlauftemperaturen, um das Haus nach dem Sommer einmal ordentlich durchzuheizen. Jetzt, wo es nachts schon deutlich kühler wird, bin ich über den Stromverbrauch überrascht. Die Wärmepumpe taktet bei niedrigen Lasten meiner Meinung nach noch zu häufig, obwohl ich die Heizkurve schon recht flach eingestellt habe. Ist das in der Anfangsphase normal, weil das Gebäude erst einmal seine thermische Trägheit überwinden muss? Ich mache mir ein wenig Sorgen, dass ich die Anlage völlig falsch konfiguriert habe. Wie lange hat es bei euch gedauert, bis sich der Verbrauch nach der Inbetriebnahme einigermaßen eingependelt hat? Ich würde gerne vermeiden, dass ich jetzt unnötig viel Strom in die Luft jage, nur weil irgendein Parameter im Menü noch nicht optimal auf meine Fußbodenheizung abgestimmt ist.

Markus K. · 03.10.2026, 05:04

Hallo Sabine, erst einmal Glückwunsch zur neuen Anlage. Was du beschreibst, ist nach einer Erstinbetriebnahme völlig normal. Dein Gebäude ist nach dem Sommer völlig ausgekühlt und muss erst einmal die Speichermasse der Bodenplatte und der Wände erwärmen. Dieser Prozess zieht deutlich mehr Energie, als es im späteren Dauerbetrieb der Fall sein wird. Das Takten bei niedrigen Lasten deutet allerdings darauf hin, dass die Heizkurve noch nicht perfekt zum hydraulischen Abgleich passt. Hast du den thermischen Abgleich der einzelnen Heizkreise schon gemacht? Ohne diesen laufen viele Wärmepumpen ineffizient, da die Rücklauftemperatur zu schnell ansteigt und die Maschine abschaltet. Ich empfehle dir, erst einmal zwei Wochen zu warten, bevor du an den Einstellungen verzweifelst. Lass das Haus erst einmal richtig durchwärmen.

Sabine L. · 03.10.2026, 05:04

Vielen Dank, Markus, das beruhigt mich etwas. Den hydraulischen Abgleich hat mein Installateur zwar bei der Abnahme kurz geprüft, aber ob das wirklich für das ganze Haus perfekt passt, da bin ich mir unsicher. Ich merke gerade, dass das Wohnzimmer sehr warm wird, während das Schlafzimmer eher kühl bleibt. Ich werde jetzt wohl erst einmal abwarten, wie sich der Verbrauch stabilisiert, sobald die Innentemperaturen konstant sind. Ist es bei Fußbodenheizungen ratsam, die Nachtabsenkung erst einmal komplett wegzulassen, um das Takten zu minimieren? Ich habe gelesen, dass bei trägen Systemen ein durchgehender Betrieb oft sparsamer ist, da das ständige Wiederaufheizen die Wärmepumpe unnötig belastet.

Dipl.-Ing. Stefan R. · 03.10.2026, 05:04

Sehr geehrte Frau L., lassen Sie die Nachtabsenkung bei einem gut gedämmten Neubau gemäß GEG-Standard oder bei einem sanierten Altbau mit Flächenheizung am besten ganz weg. Eine Wärmepumpe arbeitet mit einer niedrigen Vorlauftemperatur am effizientesten. Wenn Sie die Absenkung nutzen, muss die Anlage morgens mit einer höheren Leistung gegen die thermische Trägheit ankämpfen, was Ihren COP-Wert sofort verschlechtert. Das Takten ist oft ein Zeichen für eine zu geringe Abnahme im System. Prüfen Sie, ob Ihre ERR, also die Einzelraumregelung, die Heizkreise zu stark abwürgt. Wenn zu viele Ventile geschlossen sind, sinkt der Volumenstrom unter das erforderliche Minimum der VDI 4645. Öffnen Sie testweise alle Heizkreise im Haus vollständig und schauen Sie, ob die Taktzeiten der Wärmepumpe dadurch spürbar länger werden.

Jens B. · 03.10.2026, 05:04

Moin Sabine, ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Bei mir hat es nach dem Einbau drei Wochen gedauert, bis der Stromverbrauch pro Tag stabil blieb. Das Haus muss erst einmal die Feuchtigkeit aus dem Estrich verlieren und die thermische Masse aufladen. Mein Tipp: Schreib dir jeden Tag zur gleichen Zeit den Stand des Wärmemengenzählers und den Stromzähler auf, um den JAZ-Wert grob im Blick zu haben. Mach dich wegen der paar Kilowattstunden in der Anfangsphase nicht verrückt. Dass du die Heizkurve schon flach hast, ist genau der richtige Ansatz. Wenn es dann richtig kalt wird, kannst du die Steilheit immer noch in kleinen Schritten anpassen. Wichtig ist, dass die Heizungspumpe konstant durchläuft und der Durchfluss stimmt. Viel Erfolg beim Optimieren!

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