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Ansteuerung der Umwälzpumpe bei bivalentem Betrieb

von Jens B. · 03.10.2026, 05:03 · 3 Aufrufe · 5 Antworten

Jens B. · 03.10.2026, 05:03

Hallo Leute, ich bin gerade dabei, meine neue Monoblock-WP in die Bestandsanlage mit Ölheizung zu integrieren. Die Steuerung der Umwälzpumpe macht mir noch etwas Kopfzerbrechen. Aktuell ist es so, dass beide Erzeuger den gleichen Heizkreis bedienen. Sobald die Wärmepumpe anspringt, habe ich das Gefühl, dass sich die Volumenströme gegenseitig beeinflussen, sobald beide Pumpen gleichzeitig laufen. Das taktet dann irgendwie unschön. Wie habt ihr das gelöst? Muss ich da zwingend mit einem Umschaltventil arbeiten oder reicht eine entkoppelte Steuerung über ein Schütz? Ich möchte vermeiden, dass die Pumpe der WP gegen die Pumpe des Ölkessels ankämpft, sobald es draußen kälter wird. Vielleicht hat jemand von euch einen Tipp, wie man das hydraulisch am saubersten trennt, ohne gleich die halbe Verrohrung neu zu machen. Die Steuerung über das interne Relais der WP scheint mir für den Start in den Winter etwas zu simpel gestrickt.

Markus K. · 03.10.2026, 05:04

Hallo Jens, das Problem ist bei hydraulischen Erweiterungen ein Klassiker. Wenn du beide Pumpen einfach gegeneinander arbeiten lässt, ruinierst du dir die Effizienz und riskierst Fehlermeldungen bei der WP, da diese auf einen stabilen Durchfluss angewiesen ist. Die VDI 4645 gibt hier klare Richtlinien für die Anlagenplanung vor, um genau dieses takten und das gegenseitige Beeinflussen zu vermeiden. Ich rate dir dringend zu einem hydraulischen Entkoppler oder einer Weiche, falls du den Aufwand nicht scheust. Wenn du das Umschaltventil sparen willst, bleibt dir zumindest eine saubere Trennung durch Rückschlagventile, wobei das nur die halbe Miete ist. Die elektrische Entkopplung per Schütz ist zwar eine nette Spielerei, löst aber nicht die Strömungsproblematik im Heizungswasser selbst.

Jens B. · 03.10.2026, 05:04

Danke für den Hinweis, Markus. Das mit der VDI 4645 muss ich mir noch mal in Ruhe zu Gemüte führen. Ein hydraulischer Entkoppler wäre natürlich die Ideallösung, aber der Platz im Heizungskeller ist bei mir extrem begrenzt. Wenn ich da jetzt noch einen Pufferspeicher oder eine Weiche zwischenschalte, passt das mit den Leitungsquerschnitten und dem restlichen Verbau kaum noch zusammen. Wie sieht es denn mit der steuerungstechnischen Priorisierung aus? Könnte man den Ölkessel nicht über die WP-Steuerung komplett abschalten, solange die WP den Vorlauf schafft, und erst bei Unterschreiten eines Bivalenzpunktes über ein potentialfreies Relais den Brenner freigeben? Das würde das Pumpen-Gezerre zumindest im Übergangsbereich unterbinden.

Sabine F. · 03.10.2026, 05:04

Guten Tag Jens, als gelernte Anlagenmechanikerin SHK möchte ich kurz einwerfen, dass die reine Steuerung über ein Relais zwar den Brenner deaktiviert, aber nicht den hydraulischen Widerstand der Ölkesselstrecke umgeht. Sobald die WP pumpt, drückt sie das Wasser auch durch den inaktiven Wärmetauscher deines alten Kessels, was zu hohen Wärmeverlusten durch den Schornstein führt. Das ist energetisch höchst ineffizient und widerspricht den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes an eine moderne, sanierte Anlage. Ich empfehle dir ein motorisches Umschaltventil, das den Kessel bei WP-Betrieb hydraulisch komplett aus dem Kreis nimmt. Das ist zwar etwas mehr Aufwand bei der Verrohrung, aber langfristig zahlst du das durch die gesparten Stillstandsverluste doppelt zurück. Denke bei Arbeiten an der elektrischen Anlage bitte unbedingt daran, dass dies laut NAV nur durch eine eingetragene Elektrofachkraft erfolgen darf.

Thomas W. · 03.10.2026, 05:04

Jens, ich habe das bei mir ähnlich gelöst wie du es planst. Ich habe einen zweistufigen Thermostat verbaut, der die Kesselpumpe erst bei sehr tiefen Außentemperaturen zuschaltet, während die WP den Rest übernimmt. Zugegeben, ohne Rückschlagklappen lief das bei mir anfangs auch chaotisch, weil die WP-Pumpe die Kesselpumpe im Standby-Modus sogar rückwärts durchströmt hat. Das hat ständig zu Durchflussfehlern geführt. Seit ich in den Vor- und Rücklauf der Ölkesselanbindung jeweils eine Schwerkraftbremse bzw. ein Feder-Rückschlagventil eingebaut habe, ist Ruhe im System. Die hydraulische Trennung ist damit zwar nicht perfekt, aber die Pumpen bekämpfen sich nicht mehr. Mein Stromverbrauch ist seitdem deutlich gesunken und das Takten hat sich auf ein Minimum reduziert.

Jens B. · 03.10.2026, 05:04

Super Input, Thomas! Das mit den Rückschlagventilen klingt nach einer pragmatischen Lösung, die ich ohne kompletten Umbau umsetzen kann. Wenn ich den Weg über die Schwerkraftbremsen gehe, könnte ich den Widerstand zumindest so weit erhöhen, dass der gegenseitige Einfluss der Volumenströme vernachlässigbar wird. Sabine, dein Argument mit den Stillstandsverlusten beim Ölkessel leuchtet mir absolut ein. Ich werde mir mal die Durchströmung des Kessels genauer ansehen. Vielleicht reicht es ja, wenn ich den Kessel hydraulisch per Kugelhahn im Sommerbetrieb komplett vom WP-Kreislauf trenne und nur im harten Winter die Ventile öffne. Das wäre zwar eine manuelle Lösung, aber für meine Zwecke als temporärer bivalenter Betrieb erst einmal akzeptabel. Danke für die fachkundige Unterstützung!

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