Guten Tag zusammen. Wir betreiben in unserer Logistikhalle derzeit eine Gas-Infrarot-Dunkelstrahleranlage, die über eine gemeinsame Abgassammelleitung nach außen geführt wird. Jetzt, wo die Außentemperaturen im Oktober sinken, stellen wir vermehrt Kondensatbildung im Abgasrohr fest. Besonders ärgerlich ist, dass sich durch die Kombination aus Abgasrückständen und der kühleren Außenluft eine säurehaltige Feuchtigkeit bildet, die anfängt, die Verbindungsstellen der verzinkten Rohre leicht anzugreifen. Hat jemand von Ihnen bei ähnlichen Anlagen schon mal die Abgasleitungen zusätzlich gedämmt oder gibt es hier spezielle Anforderungen an das Material der Abgasführung bei Dunkelstrahlern? Ich möchte ungern warten, bis wir die ersten Durchrostungen haben, da die Anlage erst fünf Jahre alt ist. Über einen fachlichen Rat zur Vermeidung dieses Kondensatproblems oder Erfahrungen mit alternativen Rohrwerkstoffen in diesem Bereich wäre ich sehr dankbar. Vielen Dank vorab für Ihre Einschätzung.
Gas-Infrarot-Dunkelstrahler in Logistikhalle: Korrosionsgefahr durch Abgasführung?
Hallo Markus, das ist ein bekanntes Problem bei älteren Dunkelstrahler-Installationen. Wenn die Abgastemperaturen am Ende des Rohrs unter den Taupunkt fallen, kondensiert der Wasserdampf und reagiert mit den Verbrennungsrückständen. Verzinkter Stahl ist hier langfristig tatsächlich nicht das richtige Material, da die Säurebildung die Zinkschicht zersetzt. Ich empfehle Ihnen dringend den Umstieg auf Edelstahl-Abgassysteme mit zugelassener Kondensatabführung an den tiefsten Punkten. Eine nachträgliche Dämmung des bestehenden verzinkten Systems bringt meist nur kurzfristig Linderung, da die Dämmung bei Undichtigkeiten aufweicht und die Korrosion von außen beschleunigt. Prüfen Sie zudem gemäß der geltenden VDI-Richtlinien zur Verbrennungsluftversorgung, ob genügend Querschnitt vorhanden ist. Ein Austausch gegen ein säurebeständiges Edelstahlrohrsystem ist zwar eine Investition, schützt aber Ihre Anlage vor dem vorzeitigen Ausfall.
Moin Markus, ich sehe das ähnlich wie Andreas. Wir hatten im Betrieb ein fast identisches Schadensbild an unserer Industriehalle. Wir haben uns nach Rücksprache mit einem SHK-Meisterbetrieb gegen das Dämmen entschieden und stattdessen die gesamte Abgasführung auf doppelwandige Edelstahlrohre umgestellt. Wichtig ist dabei, dass ein stetiges Gefälle zum Kondensatablauf eingeplant wird, damit die Flüssigkeit nicht in den Brenner zurückläuft oder im Rohr steht. Da Sie erwähnten, dass die Anlage erst fünf Jahre alt ist, könnten Sie eventuell prüfen, ob die Brenner-Einstellung noch optimal ist oder ob durch eine zu niedrige Abgastemperatur im Teillastbetrieb unnötig viel Kondensat provoziert wird. Achten Sie bei der Sanierung unbedingt auf die normgerechte Ausführung nach dem GEG, damit die Betriebssicherheit gewährleistet bleibt. Bei uns hat der Tausch das Problem dauerhaft gelöst, die Rohre sehen auch nach drei Wintern noch tadellos aus.
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