Liebes Forum, wir überlegen, eine Luft-Luft-Wärmepumpe in unserem älteren Einfamilienhaus als Ergänzung zur bestehenden Gasheizung nachzurüsten. Das Haus ist nicht optimal gedämmt, und wir erhoffen uns davon eine deutliche Senkung der Heizkosten, besonders in den Übergangszeiten. Der Installateur meinte, dass die Geräte auch im Winter bei niedrigeren Temperaturen noch gut funktionieren, aber ich bin etwas skeptisch. Hat jemand von euch bereits Erfahrungen mit Luft-Luft-Wärmepumpen im Altbau, gerade wenn es richtig kalt wird? Wie verhält sich die Effizienz bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt? Wir haben zwar einige Heizkörper, aber diese erreichen oft nicht die gewünschte Temperatur, und wir erhoffen uns von der Luft-Luft-WP eine angenehmere, gleichmäßigere Wärme. Mich interessiert vor allem, ob die Geräte wirklich genug Leistung bringen, um einen Raum ausreichend zu beheizen, wenn es draußen nur noch wenige Grad über Null sind oder sogar darunter. Wie hoch ist die tatsächliche JAZ unter solchen Bedingungen? Gibt es Modelle, die sich besonders gut für den Einsatz in weniger gut isolierten Bestandsgebäuden eignen? Ich bin gespannt auf eure Berichte und eventuelle Warnungen!
Erfahrungen mit Luft-Luft-Wärmepumpen im Altbau: Effektivität im Winter?
Wir haben in einem unsanierten Haus von 1968 zwei Luft-Luft-Wärmepumpen als Ergänzung zur Gastherme eingebaut. Bei 5 °C außen liefern die Geräte sehr angenehm Wärme; bei −5 °C steigt der Stromverbrauch deutlich, und während der Abtauphasen kommt kurzzeitig keine Heizleistung. Einen 24-m²-Raum halten sie trotzdem bei 21 °C, solange die Türen offen bleiben und die Wärme zirkulieren kann. Wichtig ist die Auslegung: Eine Anlage im Wohnzimmer ersetzt keine Wärmeverteilung in entfernten Räumen. Unsere gemessene Arbeitszahl lag über die Heizsaison bei etwa 3,2, im Januar bei knapp 2,5. Das hängt aber stark von Solltemperatur, Luftfeuchte und Bedienung ab. Ich würde unbedingt die Heizlast nach DIN EN 12831 ermitteln lassen und nicht nur nach Quadratmetern kaufen.
Danke, Martin. Genau die Wärmeverteilung macht mir Sorgen, weil unser Wohnzimmer und der Flur zwar offen verbunden sind, die Schlafzimmer aber Türen haben. Eine zweite Inneneinheit wäre vermutlich sinnvoller als ein einzelnes, überdimensioniertes Gerät. Hat jemand Erfahrungen mit der Lautstärke nachts und mit der Leistung bei dauerhaftem Frost? Unser Installateur nannte eine Förderung nach BEG, war bei Luft-Luft-Geräten aber nicht ganz eindeutig. Außerdem frage ich mich, ob wir für die Montage einen speziellen Kälteschein benötigen oder ob das der normale Heizungsbetrieb erledigt.
Als SHK-Meister würde ich zwei Punkte trennen: technisch funktioniert Luft-Luft auch bei Frost, wirtschaftlich ist die Erwartung entscheidend. Moderne Geräte haben bei −7 °C noch eine brauchbare Leistung, aber COP und Heizleistung stehen dann nicht mehr im Datenblattwert bei A7/W35. Abtauzyklen, hohe Vorlauftemperaturen gibt es zwar nicht, dafür muss die Luft direkt dort ankommen, wo Wärme gebraucht wird. Für geschlossene Räume bleibt die Gasheizung erforderlich. Die Installation des Kältemittelkreises darf nur durch entsprechend sachkundige beziehungsweise zertifizierte Betriebe erfolgen; bei F-Gasen sind ChemKlimaschutzV und die Anforderungen an die Dichtheitskontrolle zu beachten. Der elektrische Anschluss gehört in die Hände einer Elektrofachkraft. BEG-Förderfähigkeit und technische Mindestanforderungen bitte vor Auftrag anhand der aktuellen Richtlinie prüfen. Ein hydraulischer Abgleich betrifft die Heizkörperanlage, verbessert aber den Weiterbetrieb der Gastherme.
Bei uns läuft seit zwei Wintern eine Anlage im 1970er-Bungalow, und ich bin insgesamt ziemlich begeistert. 42 m² Wohnküche werden schnell warm, selbst bei −8 °C; die Gastherme springt nur noch morgens und an sehr kalten Tagen an. Im ersten Winter habe ich 1.180 kWh Strom für die Wärmepumpe gemessen und rund 3.600 kWh Gas eingespart. Das ist allerdings kein sauberer JAZ-Vergleich, weil die Gastherme auch Warmwasser macht. Wir lassen die Türen zu den Schlafräumen offen und nutzen zusätzlich einen kleinen Ventilator auf niedriger Stufe. Filterreinigung ist Pflicht, sonst sinkt der Luftstrom merklich. Mein Rat: Vorher Raum für Raum die Heizlast und die Luftwege prüfen lassen. VDI 4645 kann bei der Planung als Orientierung dienen, aber eine Luft-Luft-Anlage braucht vor allem ein gutes Aufstell- und Verteilungskonzept.
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