Hallo liebe Community, ich stehe vor der finalen Montage der Kältemittelleitungen für eine Multi-Split-Anlage. Da die Leitungen durch einen nicht beheizten Kellerraum verlaufen, frage ich mich, ob die handelsübliche Standard-Isolierung ausreicht oder ob ich hier für eine bessere Energieeffizienz beim Heizbetrieb nachbessern sollte. Ich lese oft, dass gerade beim Heizen eine höhere Dämmstärke notwendig ist, um Wärmeverluste auf dem Weg zum Innengerät zu minimieren. Würdet Ihr hier zusätzlich Armaflex-Schläuche mit größerer Wandstärke empfehlen oder reicht die mitgelieferte Isolierung aus, wenn ich sie an den Übergängen sauber mit Klebeband abdichte? Mir geht es vor allem darum, Kondensatbildung bei Temperaturunterschieden zu verhindern. Ich möchte keine unnötige Energie an den Keller abgeben. Hat jemand von Euch schon mal den direkten Vergleich gemacht oder gibt es hier anerkannte Regeln für die Schichtdicken bei Anlagen, die primär heizen? Danke für eure Einschätzung zu diesem Detailpunkt der Installation.
Dämmung der Kälteleitungen: Armaflex oder EPS-Ummantelung?
Hallo Klaus, bei einer Multi-Split-Anlage im Heizbetrieb ist die mitgelieferte Standardisolierung meist nur ein Alibi-Schutz. Diese ist oft für den Kühlbetrieb ausgelegt, um Kondensat zu vermeiden. Wenn du über einen ungeheizten Keller fährst, verlierst du massiv Energie, da die Temperaturdifferenz zwischen Kältemittel und Umgebung im Heizmodus deutlich höher ist als im Sommer. Ich empfehle dir dringend Armaflex mit mindestens 13 mm oder sogar 19 mm Wandstärke. Achte darauf, dass die Stöße absolut diffusionsdicht verklebt sind. In Anlehnung an die VDI 4645 sollte die Dämmung so ausgeführt sein, dass Tauwasserbildung ausgeschlossen ist. Spare hier nicht am falschen Ende, denn die Effizienz deiner Wärmepumpe hängt maßgeblich von den verlustfreien Transportwegen ab.
Danke für die schnelle Rückmeldung, Markus! Das bestätigt meine Befürchtungen. Wie sieht es denn mit der Tauwasserproblematik aus, wenn ich eine dickere Isolierung nehme? Kann es sein, dass bei mangelhafter Abdichtung dann unter der Isolierung Feuchtigkeit diffundiert und mir das Kupferrohr über die Jahre korrodiert? Die fachgerechte Verklebung scheint ja wirklich das A und O zu sein.
Guten Tag Klaus, als SHK-Meisterin sehe ich das täglich. Die Korrosion unter der Isolierung ist genau das Problem bei Schlamperei. Das GEG und die einschlägigen Fachregeln fordern eine dampfdichte Ausführung. Wenn Luftfeuchtigkeit unter die Dämmung dringt, kondensiert diese direkt am kalten Rohr. Verwenden Sie unbedingt einen hochwertigen Kleber für die Stoßstellen und umwickeln Sie diese zusätzlich mit einem geeigneten Kautschuk-Band. EPS-Ummantelungen sind hier für Kälteleitungen eher ungeeignet, da sie nicht die nötige Flexibilität und Diffusionsdichtigkeit bieten wie geschlossenzelliger Kautschuk. Investieren Sie lieber in 19 mm Armaflex und arbeiten Sie mit Systemkleber, dann haben Sie Ruhe.
Ich habe das letztes Jahr bei meinem Umbau genau so gemacht. Keller ca. 12 Grad, Leitungen ca. 45 Grad Vorlauf beim Heizen. Ich habe überall 19 mm Armaflex genommen und jede einzelne Naht mit dem passenden Kleber von Armacell eingestrichen. Zusätzlich habe ich noch ein UV-beständiges Schutzband drumherum gewickelt, einfach um die Mechanik zu schützen. Der Aufwand war zwar nervig, aber das Ergebnis ist top. Ich messe an der Oberfläche der Isolierung keine Kältebrücken mehr. Wenn man das als Heimwerker selbst macht, sollte man sich für die Verklebung wirklich Zeit nehmen und nicht hetzen.
Kurze Anmerkung noch aus energetischer Sicht: Wenn du die Anlage primär zum Heizen nutzt und eine Förderung über die BEG anstrebst, sind die energetischen Mindestanforderungen an die Anlagentechnik einzuhalten. Eine fachgerechte Dämmung ist hier nicht nur Pflicht für die Langlebigkeit, sondern auch notwendig für den hydraulischen Abgleich, auch wenn wir hier von Kältemittel sprechen. Die Energieverluste im Keller sind bei einer 24/7 Heizlast nicht zu vernachlässigen. Eine Standard-Dämmung mit 6 oder 9 mm reicht bei den heutigen COP-Werten einfach nicht aus, um die Leitungswärme dort zu halten, wo sie hingehört. Nimm die 19 mm Variante und sei penibel bei den Bögen, das ist der Schwachpunkt jeder Installation.
Das sind super hilfreiche Tipps, danke euch allen für die fachliche Unterstützung! Ich werde jetzt definitiv auf die 19 mm Variante setzen und mich in die korrekte Verarbeitung des Klebers einlesen. Lieber einmal richtig machen, bevor ich die Wand wieder aufreißen muss, weil es irgendwo tropft oder die Heizleistung im Keller verschwindet. Eure Erfahrungen helfen mir sehr bei der finalen Planung.
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