Moin zusammen. Ich bin gerade dabei, unsere alten Gas-Warmlufterzeuger in der Werkstatt durch moderne, indirekt befeuerte Systeme zu ersetzen. Bei den neuen Geräten mit höherem Wirkungsgrad bildet sich nun vermehrt Kondensat im Abgassystem, besonders jetzt, wo die Nächte deutlich kühler werden und der Brenner morgens aus dem kalten Zustand starten muss. Mein SHK-Kollege empfiehlt einen säurebeständigen Kondensatablauf direkt in das Abwasserrohr, aber ich bin mir unsicher wegen der chemischen Belastung. Gibt es bei euch erprobte Neutralisationseinheiten, die wartungsarm genug für den rauen Werkstattalltag sind? Ich will nicht alle drei Monate das Granulat wechseln müssen. Mich würde interessieren, wie ihr das bei euren Installationen in Gewerbehallen löst. Gibt es eventuell auch bauartbedingte Lösungen, die das Kondensat intern besser handhaben? Ich freue mich auf eure Tipps, damit die Anlage über den Winter störungsfrei durchläuft.
Kondensatmanagement bei Warmlufterzeugern im Gewerbe
Hallo Jens, das ist ein bekanntes Problem bei modernen, effizienten Gas-Brennwertsystemen. In der Werkstatt hast du durch die dort oft vorkommenden Dämpfe zusätzlich eine saure Belastung, die das Material ordentlich angreifen kann. Die Einleitung von Kondensat in die Abwasserleitung ist gemäß den örtlichen Satzungen oft genehmigungspflichtig, sofern das Abwasser neutralisiert wurde. Ich setze bei unseren Gewerbeprojekten meist auf Neutralisationsboxen mit einem großen, vorgelagerten Schlammfang. Das hält dir das grobe Werkstatt-Staubgut vom Granulat fern und verlängert die Standzeit erheblich. Damit musst du nicht nach drei Monaten ran, sondern oft reicht eine jährliche Inspektion im Rahmen der regulären Wartung nach GEG völlig aus.
Danke für den Hinweis, Markus! Der Schlammfang ist ein guter Punkt, daran habe ich bei der Planung der Abgasführung bisher gar nicht gedacht. Werkstattstaub ist bei uns in der Tat ein Thema, besonders bei Schleifarbeiten. Meinst du, dass eine einfache Box reicht oder sollte ich da eher auf ein Modell mit integrierter Pumpe gehen, falls das Gefälle zur Leitung nicht ausreicht? Ich will den Wartungsaufwand so gering wie möglich halten, da wir im Winter voll durchproduzieren.
Moin Jens, spar dir die aufwendige Neutralisation, wenn die Kapazität deiner Rohrleitungen vor Ort das zulässt. Viele unserer Anlagen in Gewerbehallen leiten das Kondensat verdünnt ein, sofern die Werkstoffe der Rohre das mitmachen. Schau dir mal die DVGW-Arbeitsblätter an. Wichtig ist bei deinem Fall vor allem die korrekte Siphonbefüllung. Wenn der Brenner morgens startet, muss der Siphon bereits voll sein, sonst ziehst du dir Abgase in die Halle. Ich empfehle dir eine Kondensatpumpe mit Alarmkontakt, die du direkt auf die Störmeldung der Heizung legst. So gehst du sicher, dass bei einer Verstopfung oder einem Pumpendefekt die Anlage sofort abschaltet und dir nichts überläuft.
Als Planerin kann ich dir nur raten, den Fokus auf das Abgassystem selbst zu legen. Achte bei der Montage darauf, dass das Abgasrohr zwingend zum Gerät hin ein Gefälle von mindestens drei Grad aufweist. Viele Monteure machen den Fehler, das Rohr waagerecht zu montieren, wodurch das saure Kondensat unnötig lange im Rohr verbleibt und die Dichtungen angreift. Wenn du das Gefälle korrekt ausführst, fließt das Kondensat kontrolliert ab und du hast weniger Korrosion an den Edelstahlbauteilen. Die Neutralisationsbox ist bei indirekten Brennern oft überbewertet, wenn das Rohrleitungsmaterial aus säurefestem PP besteht. Prüf mal, was deine Abgasleitung hergibt.
Moin Jens, ich bin seit 20 Jahren in der SHK-Branche und kann dir sagen: Bleib bei der Neutralisation, wenn du auf Nummer sicher gehen willst. Die Abwasserbetriebe kontrollieren mittlerweile strenger, besonders in Gewerbegebieten. Wenn bei einer Stichprobe der pH-Wert nicht stimmt, zahlst du ordentlich Strafe. Die modernen Granulatkartuschen sind heute deutlich einfacher zu wechseln als früher. Wenn du ein System von einem namhaften Hersteller nimmst, hast du das in fünf Minuten erledigt. Ich empfehle dir zusätzlich, das Thema hydraulischer Abgleich nicht zu vernachlässigen, falls du im Zuge des Austauschs auch die Pumpenleistung an die neuen Gegebenheiten anpasst. Das bringt dir beim Gasverbrauch im Winter mehr als die ganze Diskussion um das Kondensat.
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