Guten Tag zusammen. Ich betreibe eine ca. 8 Meter hohe Produktionshalle und stehe aktuell vor der jährlichen Wartung unserer Deckenventilatoren. Wir nutzen diese zur Destratifikation, um die warme Luft von der Hallendecke zurück in den Arbeitsbereich zu drücken. In den letzten Jahren habe ich die Geräte im Oktober immer auf Maximalleistung laufen lassen, sobald die Außentemperaturen unter 10 Grad fielen. Nun frage ich mich, ob eine drehzahlgeregelte Ansteuerung in Kombination mit einem einfachen Temperatursensor auf Arbeitshöhe nicht wesentlich effizienter wäre. Hat hier jemand von den Fachplanern fundierte Erfahrungswerte, ab welcher Schichtungshöhe sich die Investition in eine automatisierte Frequenzumrichter-Steuerung gegenüber dem manuellen Betrieb tatsächlich amortisiert? Ich habe die Sorge, dass wir im ständigen manuellen Betrieb zu viel Strom verbrauchen, der den energetischen Gewinn durch die Wärmerückgewinnung wieder zunichtemacht. Ich freue mich auf einen technischen Austausch zu diesem Thema, da wir die Anlagen zeitnah für die kommende Heizsaison einstellen müssen. Vielen Dank vorab für Ihre Einschätzungen.
Wartung von Deckenventilatoren zur Destratifikation vor der Heizperiode
Guten Tag Markus, als Fachplaner für Lüftungstechnik kann ich Ihnen bestätigen, dass Ihr aktueller manueller Betrieb bei 8 Metern Hallenhöhe energetisch tatsächlich fragwürdig ist. Durch den ständigen Betrieb auf Maximalleistung erzeugen Sie oft eine unangenehme Zugluft, die das Wohlbefinden der Mitarbeiter massiv stört. Das GEG fordert mittlerweile eine effiziente Betriebsführung, was auch für bestehende Anlagen gilt. Eine Investition in frequenzgeregelte Antriebe amortisiert sich bei dieser Hallenhöhe in der Regel innerhalb von zwei bis drei Heizperioden. Neben der reinen Stromersparnis reduzieren Sie den Verschleiß der Lager erheblich. Ich empfehle Ihnen dringend die Installation eines Differenztemperatur-Reglers, der die Ventilatoren erst zuschaltet, wenn die Differenz zwischen Decke und Boden einen kritischen Wert überschreitet. Das ist der effizienteste Weg, um die Destratifikation im Sinne der EnEV-Anforderungen umzusetzen.
Vielen Dank Thomas für die schnelle Rückmeldung. Die Sache mit der Zugluft ist ein guter Punkt, das beklagen meine Mitarbeiter tatsächlich gelegentlich, wenn die Ventilatoren bei Teillast der Heizung voll durchlaufen. Die Idee mit dem Differenztemperatur-Regler klingt sehr vernünftig. Wie sieht das eigentlich in Bezug auf die elektrische Sicherheit aus? Muss ich für den Einbau der Frequenzumrichter zwingend eine Fachkraft für Elektrotechnik hinzuziehen oder kann das mein interner Haustechniker übernehmen, wenn er die VDE-Vorgaben einhält? Ich möchte bei einer eventuellen Prüfung durch die BG auf der sicheren Seite bleiben.
Hallo Markus, ich bin selbst Bauherrin einer Gewerbehalle und wir haben letztes Jahr genau dieses Upgrade durchgeführt. Wir haben die Frequenzumrichter nachgerüstet und die Ventilatoren an unsere Gebäudeleittechnik angebunden. Der Unterschied ist enorm, nicht nur bei den Stromkosten, sondern vor allem bei der Behaglichkeit. Bezüglich deiner Frage zur Elektrofachkraft: Lass da bitte wirklich jemanden ran, der einen Stempel hat. Versicherungstechnisch ist das ein riesiges Risiko, wenn die Anlage bei einem Defekt nicht fachgerecht installiert wurde. Wir haben das als Teil einer energetischen Sanierung betrachtet, was uns bei der Dokumentation für den hydraulischen Abgleich der restlichen Anlage sehr geholfen hat. Den Umbau als reine Wartung zu deklarieren, wäre bei einer Prüfung durch das Gewerbeaufsichtsamt vielleicht etwas zu kurz gegriffen.
Moin Markus, kurz und knapp aus der Praxis: Lass den manuellen Betrieb sein. Das ist wie Vollgas fahren und gleichzeitig auf der Bremse stehen. Bei 8 Metern Höhe hast du oben ein massives Wärmepolster, das du durch die Frequenzregelung sanft nach unten schiebst, ohne dass es unten zieht. Investiere das Geld in die Automatisierung und vielleicht zusätzlich in eine ordentliche Wartung nach VDI 6022, falls die Anlage auch Zuluftanteile hat. Dein Ziel sollte ein stufenloser Betrieb sein, der sich an der gemessenen Temperaturdifferenz orientiert. Sobald die Differenz unter 2 Kelvin sinkt, schalten die Geräte ab. Das spart im Jahr mehr Strom, als die Umrüstung im ersten Schritt kostet. Dein Haustechniker sollte die Installation der Umrichter zwar vorbereiten, aber für die Parametrierung und die finale Abnahme brauchst du definitiv eine zertifizierte Elektrofachkraft.
Möchten Sie antworten? Melden Sie sich an, um an der Diskussion teilzunehmen.
