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Sole-WP: Nachweis der Entzugsleistung im Erdreich nach 10 Jahren

von Markus F. · 02.10.2026, 05:03 · 35 Aufrufe · 4 Antworten

Markus F. · 02.10.2026, 05:03

Guten Tag die Herren, ich habe eine Frage zur langfristigen Performance meiner Sole-Wasser-Wärmepumpe. Die Anlage läuft nun seit etwa zehn Jahren einwandfrei, doch im kommenden Winter möchte ich den Zustand meiner Erdsonden genauer bewerten. Gibt es verlässliche Methoden, um die aktuelle Entzugsleistung ohne aufwendige thermische Response-Tests zu ermitteln? Ich habe den Eindruck, dass die Soleeintrittstemperatur im Vergleich zu den ersten Betriebsjahren bei ähnlichen Lastzuständen tendenziell etwas niedriger liegt. Mich würde interessieren, ob eine kontinuierliche Auswertung der Wärmemengenzähler-Daten in Kombination mit den internen Sensoren für die Sole ausreicht, um eine mögliche Degradation des Untergrunds festzustellen. Ist es bei privaten Anlagen überhaupt üblich, hier nachzujustieren oder sollte man den Zustand eher als gegeben hinnehmen, solange die Jahresarbeitszahl stabil bleibt? Ich bin gespannt auf Ihre Einschätzungen aus der fachlichen Praxis, ob hier Handlungsbedarf besteht oder ich mir unnötige Sorgen mache. Mit freundlichen Grüßen, Markus F.

Thomas B. · 02.10.2026, 05:03

Hallo Markus, das ist eine berechtigte Beobachtung. Nach zehn Jahren Betrieb ist eine leichte Absenkung der Soletemperaturen oft auf eine thermische Sättigung des Erdreichs zurückzuführen, insbesondere wenn der sommerliche Wärmeeintrag gering ist. Die Auswertung Ihrer Wärmemengenzähler-Daten ist ein hervorragender Ansatz. Wenn Sie die Wärmemenge und die Temperaturspreizung der Sole über die Jahre in Relation zu den Betriebsstunden setzen, lässt sich eine Degradation gut abschätzen. Ich empfehle Ihnen, die Spreizung bei einer definierten Pumpenleistung zu vergleichen. Wichtig ist dabei, dass der hydraulische Abgleich Ihrer Anlage noch stimmt. Oft liegt das Problem nicht am Erdreich, sondern an Verschmutzungen in den Filtern des Solekreises oder einem leicht verringerten Durchfluss durch alternde Pumpen.

Sabine K. · 02.10.2026, 05:03

Guten Tag Markus, als planende Ingenieurin sehe ich solche Anfragen öfter. Gemäß VDI 4645 ist eine regelmäßige Wartung der Quellenseite essenziell, die über das einfache Ablesen von Werten hinausgeht. Haben Sie schon einmal den Frostschutzgehalt Ihrer Solemischung geprüft? Ein falscher Anteil kann die Viskosität negativ beeinflussen und damit die Wärmeaufnahmeeffizienz spürbar senken. Sofern Ihre Jahresarbeitszahl jedoch noch in einem vernünftigen Korridor liegt, besteht meist kein akuter Handlungsbedarf. Eine aufwendige Re-Zertifizierung der Sonde ist im privaten Bereich wirtschaftlich kaum sinnvoll. Beobachten Sie die Werte im kommenden Winter genau und dokumentieren Sie diese. Sollten die Temperaturen im Soleeintritt deutlich unter den Gefrierpunkt fallen, wäre eine professionelle Durchspülung des Systems der nächste logische Schritt.

Markus F. · 02.10.2026, 05:03

Danke Thomas und Sabine für die schnellen Rückmeldungen! Das mit dem Frostschutzgehalt ist ein guter Punkt, den habe ich seit der Installation tatsächlich nicht mehr kontrollieren lassen. Dass die Viskosität die Effizienz beeinflusst, leuchtet mir ein. Thomas, was den hydraulischen Abgleich angeht: Ich habe im Zuge der letzten Sanierung im Haus die Heizkurve angepasst, aber die Sole-Pumpe selbst wurde seit Inbetriebnahme nicht verändert. Ich werde mir die Durchflussmengen in den nächsten Wochen mal notieren und schauen, ob sie mit den Werten vom Inbetriebnahme-Protokoll übereinstimmen. Es beruhigt mich etwas, dass ihr beide das eher als Wartungsthema und nicht als komplettes Sondenversagen seht.

Jürgen M. · 02.10.2026, 05:03

Moin Markus, mach dir mal keinen zu großen Kopf. Ich betreibe meine Anlage jetzt 12 Jahre und die Sonden haben sich nach der ersten Phase 'eingependelt'. Entscheidend ist doch, was am Ende an Heizleistung rauskommt und wie viel Strom der Kompressor zieht. Solange das GEG bei einem eventuellen späteren Anlagentausch keine massiven Änderungen bei der Quellenbewertung fordert, würde ich die Kirche im Dorf lassen. Wenn du sichergehen willst, lass bei der nächsten Wartung durch eine Elektrofachkraft oder SHK-Profi prüfen, ob die Sole-Umwälzpumpe noch das leistet, was sie soll. Oft ist es nur ein mechanisches Problem der Pumpe oder ein zugesetzter Schlammabscheider im Solekreis. Solche Kleinigkeiten kosten wenig und bringen meist die gewohnte Performance zurück, ohne dass du den Untergrund verdächtigen musst.

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