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CO2-Bilanz bei Neubau: Flächenheizung vs. Warmluftgebläse in Industriehallen

von Dr. Ing. Sabine H. · 01.10.2026, 05:03 · 12 Aufrufe · 3 Antworten

Dr. Ing. Sabine H. · 01.10.2026, 05:03

Sehr geehrte Damen und Herren, in der aktuellen Planungsphase für ein Industrieobjekt mit etwa 1.200 Quadratmetern Grundfläche evaluiere ich die energetische Konzeption der Wärmeübergabe. Wir sind angehalten, den Primärenergiebedarf so gering wie möglich zu halten, um die Förderrichtlinien für den Neubau zu erfüllen. Während eine Fußbodenheizung bauphysikalisch für eine gleichmäßige Wärmeverteilung optimal scheint, sprechen die Investitionskosten und die Flexibilität bei einer späteren Umnutzung der Halle oft für den Einsatz von dezentralen Warmluftgeräten. Wie bewerten Sie im aktuellen Kontext der BEG-Förderung die Gewichtung des Wirkungsgrades dieser Systeme? Ich suche nach verlässlichen Erfahrungswerten, inwieweit man mit einer intelligenten Steuerung der Warmluftgeräte die Schichtungserscheinungen unter der Hallendecke im Bereich von 8 Metern effektiv kompensieren kann, um die geforderten CO2-Grenzwerte pro Quadratmeter einzuhalten. Gibt es Fachplaner hier im Forum, die bereits erfolgreich Referenzobjekte mit einer rein elektrischen Wärmepumpenlösung und Luftverteilsystemen zertifizieren konnten? Ich freue mich auf einen fachlich fundierten Austausch zu den energetischen Kennzahlen.

Markus K. · 01.10.2026, 05:03

Guten Tag Frau Dr. H., als erfahrener SHK-Meister sehe ich bei 8 Metern Deckenhöhe große Probleme mit Warmluftgeräten hinsichtlich der BEG-Anforderungen. Selbst mit modernsten Destratifikatoren haben wir bei Messungen oft eine Temperaturdifferenz von über 10 Kelvin zwischen Boden und Hallendecke, was die Jahresarbeitszahl Ihrer Wärmepumpe massiv verschlechtert. Für die Zertifizierung nach GEG ist das meist kritisch, da die hohen Transmissionswärmeverluste durch das Dach die CO2-Bilanz ruinieren. Eine Flächenheizung hingegen arbeitet mit deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen, was den COP der Wärmepumpe im Winterbetrieb optimiert. Wenn Sie die Förderkriterien erfüllen müssen, ist eine Betonkernaktivierung trotz der höheren Investitionskosten fast unumgänglich. Die Flexibilität bei Umnutzung ist zwar ein Argument, aber energetisch ist die Warmluftlösung in diesem spezifischen Szenario oft nur mit massiven Kompensationsmaßnahmen genehmigungsfähig.

Sabine H. · 01.10.2026, 05:03

Vielen Dank Herr K. für Ihre deutliche Einschätzung. Die von Ihnen genannten 10 Kelvin Differenz decken sich mit meinen Befürchtungen bezüglich der VDI 2077. Wenn ich den Fokus auf den COP lege, schwindet der Spielraum für die Warmluftlösung in der Tat rapide. Hat jemand in der Runde Erfahrungen mit einer kombinierten Lösung gemacht, bei der eine Grundlast-Flächenheizung durch kleine Warmluftgeräte nur für Spitzenlasten ergänzt wird? Damit ließe sich vielleicht die geforderte Systemtemperatur niedrig halten, während die Flexibilität für kurzzeitige Lastspitzen erhalten bleibt. Wie sehen Sie hier die Konformität mit dem hydraulischen Abgleich, wenn zwei so unterschiedliche Systeme an einem Strang hängen? Ich möchte ungern eine Anlage planen, die zwar förderfähig startet, aber im laufenden Betrieb ineffizient läuft.

Thomas B. · 01.10.2026, 05:03

Hallo zusammen, ich habe genau so ein hybrides System in einer Logistikhalle umgesetzt. Wichtig ist hier eine strikte Trennung der Regelkreise durch Pufferspeicher, damit die Luftgeräte mit höherer Vorlauftemperatur nicht die Effizienz der Flächenheizung zunichtemachen. Die Steuerung muss unbedingt intelligent über die Raumlufttemperatur an verschiedenen Höhenpunkten erfolgen. Wir konnten die CO2-Grenzwerte durch die Kombination einhalten, weil die Luftgeräte nur an extrem kalten Tagen zugeschaltet werden. Achten Sie bei der Abnahme unbedingt darauf, dass der hydraulische Abgleich nach Verfahren B für beide Teilbereiche dokumentiert ist. Ohne eine professionelle Einregulierung der Volumenströme werden Sie die Anforderungen der BEG-Förderung in der Praxis nicht halten können. Es ist machbar, erfordert aber bei der Planung der MSR-Technik deutlich mehr Aufwand als eine reine Bodenlösung.

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