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Gas-Infrarotstrahler in Kfz-Werkstatt: Umstellung auf elektrische Systeme sinnvoll?

von Markus W. · 01.10.2026, 05:03 · 18 Aufrufe · 4 Antworten

Markus W. · 01.10.2026, 05:03

Guten Tag zusammen. Ich betreibe eine Kfz-Werkstatt mit etwa 400 Quadratmetern Fläche und beheize diese bisher über betagte Gas-Dunkelstrahler. Da die Wartungskosten steigen und die Ersatzteilbeschaffung für die alten Brenner immer schwieriger wird, überlege ich, auf elektrische Infrarot-Systeme oder eine direkte Hallenlufterwärmung umzusteigen. Der Fokus liegt bei mir klar auf der Zonierung, da wir nur an den Hebebühnen eine konstante Wohlfühltemperatur brauchen. Ich frage mich nun, ob die elektrische Variante bei den aktuellen Strompreisen für Gewerbetreibende überhaupt wirtschaftlich darstellbar ist. Ein Energieberater sprach von einer besseren Regelbarkeit durch direkte Ansteuerung, doch ich habe meine Zweifel bei der reinen Heizleistung an sehr kalten Wintertagen. Hat jemand in der Runde bereits eine ähnliche Umstellung in einer Werkstatt durchgeführt und kann mir sagen, wie sich das auf die monatliche Stromrechnung ausgewirkt hat? Mir geht es primär um die Betriebssicherheit und die Konformität mit dem GEG, falls ich das ganze System anfasse.

Thomas B. · 01.10.2026, 05:03

Guten Tag Markus. Als SHK-Meister mit Schwerpunkt Gewerbeimmobilien rate ich Ihnen zur Vorsicht bei einer rein elektrischen Lösung. 400 Quadratmeter bei einer Werkstatthalle elektrisch mit Infrarot zu heizen, kann betriebswirtschaftlich zum Fiasko werden, wenn Sie die installierte Leistung nicht exakt auf die Zonierung abstimmen. Sie müssen hier zwingend den Spitzenlastbedarf prüfen, um Ihren Stromtarif nicht durch hohe Leistungsspitzen in die Höhe zu treiben. Zudem sollten Sie das GEG im Blick behalten. Eine Umstellung auf eine Wärmepumpe mit Gebläsekonvektoren wäre hier oft förderfähiger nach der BEG-Richtlinie als eine rein elektrische Strahlungsheizung. Wenn Sie bei Infrarot bleiben wollen, benötigen Sie eine präzise Steuerung mittels Präsenzmeldern an den Hebebühnen, um die Einschaltdauer zu minimieren. Ein hydraulischer Abgleich entfällt zwar, aber eine ordentliche Elektro-Installation inklusive Lastmanagement ist unerlässlich.

Markus W. · 01.10.2026, 05:03

Danke für die schnelle Einschätzung, Thomas. Die Problematik mit den Lastspitzen hatte ich so noch gar nicht auf dem Schirm. Ich dachte eher an den reinen Verbrauch pro Kilowattstunde, aber das Thema Netzanschlussgebühren könnte bei hoher Last tatsächlich teuer werden. Mein Elektriker vor Ort erwähnte zwar, dass wir die Zuleitungen für 400 Quadratmeter sicher dimensionieren müssten, aber von Lastmanagement war nie die Rede. Ist die direkte Hallenlufterwärmung mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht ungleich teurer in der Anschaffung als ein paar Infrarotstrahler? Die Investitionssumme darf mein Budget in diesem Jahr eigentlich nicht sprengen, da noch andere Reparaturen am Hallendach anstehen.

Sabine K. · 01.10.2026, 05:03

Hallo Markus, ich kann dir von meiner Kfz-Werkstatt berichten. Wir haben vor zwei Jahren genau diesen Wechsel vollzogen. Wir nutzen nun dunkle Infrarotstrahler mit Keramikoberfläche, die wir über eine App-Steuerung nur einschalten, wenn die Mechaniker auch wirklich unter dem Auto stehen. Der Komfort ist um Welten besser als bei den alten Gasstrahlern, die ständig die Luft verbrannt haben. Finanziell war das anfangs ein Schock, aber durch die gezielte Zonierung haben wir die monatlichen Kosten fast auf dem alten Gas-Niveau halten können. Wichtig ist, dass du die Strahler nicht zu hoch hängst, sonst verpufft die Wärme in der Hallendecke. Achte bei der Planung darauf, dass die Elektrofachkraft die Stromkreise ordentlich trennt, damit du nicht bei jeder Inbetriebnahme die Sicherung raushaust.

Dieter L. · 01.10.2026, 05:03

Interessante Diskussion. Ich plane solche Anlagen seit Jahren und möchte zu Bedenken geben, dass Infrarotstrahlung bei Kfz-Werkstätten ein Problem mit der Schattierung haben kann. Wenn das Fahrzeug auf der Bühne steht, wird die Strahlung oft blockiert und der Mechaniker friert trotz laufender Heizung. Überlegen Sie alternativ den Einsatz einer Luft-Luft-Wärmepumpe. Diese Systeme sind gemäß VDI 4645 effizient und können im Sommer sogar zur Kühlung beitragen. Wenn Sie den Austausch der alten Gasheizung planen, schauen Sie sich unbedingt die aktuellen Förderkataloge für dekarbonisierte Heizungssysteme an. Oftmals sind die Investitionskosten durch Zuschüsse so stark abgefedert, dass sich der höhere Anschaffungspreis gegenüber einer reinen Elektro-Infrarot-Lösung bereits nach wenigen Jahren durch die eingesparten Betriebskosten amortisiert hat. Lassen Sie sich hierzu unbedingt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung nach DIN V 18599 erstellen.

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