Hi Leute, ich nutze meine Multisplit-Anlage aktuell verstärkt in der Übergangszeit zum Zuheizen, um die Gasheizung noch auszulassen. Bald steht ein zweiwöchiger Urlaub an und ich frage mich, ob die in vielen Geräten vorhandene 8-Grad-Frostschutz-Funktion wirklich die sicherste Wahl für das Haus ist. Ich habe etwas Sorge, dass bei einem plötzlichen Kälteeinbruch während meiner Abwesenheit die Raumtemperatur zu stark absinkt, falls das Gerät aufgrund von Abtauzyklen zu lange blockiert ist. Habt ihr die 8-Grad-Einstellung schon mal über einen längeren Zeitraum genutzt, oder ist es besser, die Anlage einfach auf eine feste, etwas höhere Temperatur durchlaufen zu lassen? Mir geht es vor allem darum, dass im Haus nichts einfriert, falls die Gastherme im Standby bleibt. Die Elektronik der Innengeräte scheint mir bei manchen Modellen etwas träge auf schnelle Temperaturänderungen zu reagieren. Freue mich über eure Tipps, wie ihr das Haus sicher durch frostige Nächte bringt, ohne bei der Rückkehr eine böse Überraschung zu erleben.
Erfahrung mit automatischer Frostschutzfunktion bei längerer Abwesenheit
Hallo Jens, als erfahrener SHK-Meister rate ich Ihnen zur Vorsicht bei der reinen 8-Grad-Einstellung. Diese Funktion ist primär als Frostschutz für den Raum selbst gedacht, nicht unbedingt als Hauptheizung für die gesamte Gebäudehülle. Wenn die Außentemperaturen dauerhaft unter den Gefrierpunkt sinken, müssen Sie beachten, dass Ihre Klimaanlage bei jedem Abtauvorgang den Heizbetrieb unterbricht. Hierbei verliert die Luft schnell an Energie. Ich empfehle Ihnen daher, die Solltemperatur im Urlaubsbetrieb lieber auf konstante 15 Grad anzuheben. Das schützt nicht nur vor Frost, sondern verhindert auch, dass die Wände zu stark auskühlen und Feuchtigkeit kondensiert, was langfristig Schimmel begünstigt. Vergessen Sie zudem nicht, dass Ihre Anlage gemäß VDI 4645 idealerweise regelmäßig gewartet werden sollte, damit der Wirkungsgrad gerade bei kritischen Temperaturen stabil bleibt.
Danke für die schnelle Antwort, Markus. 15 Grad klingen natürlich sicherer als die 8-Grad-Grenze. Mein Bedenken ist hier nur der Stromverbrauch. Wenn ich die Anlage zwei Wochen lang durchlaufen lasse, läuft die Stromrechnung dann nicht völlig aus dem Ruder im Vergleich zum Gas? Da die Anlage ja über einen Inverter verfügt, sollte der Verbrauch bei konstanter Temperatur doch eigentlich moderat bleiben, oder? Ich möchte nur vermeiden, dass ich nach dem Urlaub mit einer horrenden Stromrechnung und einer vielleicht doch ausgekühlten Bausubstanz dastehe.
Ich bin zwar kein Profi, aber ich habe das letztes Jahr im Winterurlaub genau so wie Markus empfohlen getestet. Wir haben unsere Anlage auf 16 Grad gestellt und waren überrascht, wie effizient das lief. Da das Haus nicht komplett auskühlt, muss die Wärmepumpe nicht ständig unter Volllast arbeiten, um die Grundwärme zu halten. Ein wichtiger Punkt ist aber die Platzierung der Innengeräte. Wenn diese in der Nähe von Thermostaten hängen, die vielleicht noch eine Restwärme von der Gastherme messen, könnte es zu einem Regelkonflikt kommen. Wir haben unsere Gasheizung im Urlaub bewusst in einen abgesenkten Modus versetzt, damit sie nicht ständig gegen die Klimaanlage ankämpft. Das hat wunderbar funktioniert und die Kosten blieben absolut im Rahmen.
Sehen Sie das Thema Frostschutz bitte nicht nur rein energetisch. Ein wesentlicher Punkt, den viele Bauherren vergessen, ist die Frostsicherheit der wasserführenden Leitungen, falls die Gastherme komplett aus ist. Wenn die Wärmepumpe der Klimaanlage ausfällt oder der Strom weg ist, haben Sie bei 8 Grad Raumtemperatur kaum Puffer bis zum Einfrieren der Rohre in den Wänden. Wenn Sie sicher gehen wollen, lassen Sie die Gastherme im Frostschutzmodus als redundantes System laufen. Das GEG sieht hier zudem energetische Mindestanforderungen vor, die man einhalten sollte. Vertrauen Sie bei der Absicherung Ihres Eigentums nicht nur auf die Elektronik eines einzigen Geräts. Ein dedizierter Frostwächter oder eine intelligente Haussteuerung, die Sie per App über die Raumtemperatur alarmiert, wäre hier die technisch sauberere Lösung.
Kurz und knapp aus der Praxis: Stell die Anlage auf 16 Grad fest ein. Die 8-Grad-Funktion ist eher ein Notmodus, falls man mal ein Wochenende weg ist. Für zwei Wochen Urlaub bei echtem Frost schont ein stabiles Temperaturniveau die Bausubstanz und verhindert, dass die Anlage bei jedem Kälteeinbruch in den Abtau-Stress gerät. Schau dir dazu auch mal an, ob dein Modell einen speziellen Eco-Modus für die Abwesenheit hat. Manche Anlagen drosseln dabei die Lüfterdrehzahl, was die Geräuschentwicklung minimiert und die Effizienz des Wärmetauschers bei niedriger Last optimiert. Das spart unterm Strich mehr Geld, als wenn das Gerät ständig hoch- und runterfährt. Viel Erfolg beim Ausprobieren und einen schönen Urlaub ohne kalte Überraschungen!
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