Hallo zusammen, da es nun nachts merklich abkühlt und der erste Frost wohl nicht mehr lange auf sich warten lässt, mache ich mir Gedanken über meine Außeneinheit. In meiner Region liegt im Winter oft Schnee, der teilweise direkt vom Dach oder durch Verwehungen gegen das Gehäuse gedrückt wird. Ich überlege, ein Schutzdach oder eine seitliche Abschirmung zu installieren, um die Lamellen vor direkter Vereisung durch Flugschnee zu schützen. Gleichzeitig habe ich Bedenken, ob eine solche Konstruktion den für die Wärmepumpe essenziellen Luftdurchsatz behindert. Wenn der Ansaugquerschnitt durch eine Abdeckung reduziert wird, könnte der Wirkungsgrad bei niedrigen Temperaturen massiv einbrechen. Gibt es hier bei euch Erfahrungswerte, ab wann eine solche Schutzmaßnahme eher schadet als nützt? Ich möchte keinesfalls die Abtauzyklen durch einen gestörten Luftstrom unnötig verlängern. Wie handhabt ihr das bei freistehenden Geräten in exponierten Lagen? Ich bin für jeden fachlichen Hinweis dankbar.
Außengerät im Winter: Sinnvolle Abdeckung gegen Schnee oder kontraproduktiv?
Hallo Markus, als SHK-Meister rate ich Ihnen dringend von Eigenbau-Konstruktionen ab. Die Außeneinheiten sind gemäß DIN EN 14511 explizit auf den Betrieb bei Schnee und Frost ausgelegt. Die Abtauzyklen sind ein integraler Bestandteil der Anlagensteuerung. Wenn Sie den Luftstrom durch ein Schutzdach behindern, riskieren Sie einen massiven Effizienzverlust, da die WP bei einer reduzierten Luftmenge deutlich mehr Strom für den Lüfter und den Verdichter aufwenden muss, um die nötige Heizlast zu erbringen. Zudem könnten Sie bei einer Eigenkonstruktion die Gewährleistung des Herstellers verlieren, sollte es durch einen Hitzestau oder unzureichende Abtauung zu Defekten kommen. Sorgen Sie lieber für eine fachgerechte Aufstellung auf Konsolen, die das Gerät mindestens 30 bis 50 Zentimeter über den Boden heben. Das verhindert den direkten Schneekontakt und die Vereisung durch Spritzwasser deutlich effektiver als jedes Dach.
Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung, Thomas. Das mit der Bodenfreiheit ist ein guter Punkt. Meine Anlage steht aktuell auf einem Fundament, das nur etwa 15 Zentimeter hoch ist. Da werde ich im nächsten Frühjahr wohl nachbessern müssen. Ich hatte bei starkem Schneefall tatsächlich schon das Gefühl, dass die Vereisung an der Rückseite des Geräts deutlich zunimmt. Wenn die Lüfter den Schnee förmlich ansaugen, bildet sich dort schnell eine massive Eisschicht. Aber Sie haben natürlich recht: Bevor ich die Luftzufuhr drossele, sollte ich eher die Aufstellhöhe optimieren. Gibt es hierbei Vorgaben im GEG oder in den VDI-Richtlinien zur Aufstellung, die ich als Hauseigentümer beachten muss?
Hallo Markus, ich kann mich Thomas nur anschließen. Ich betreibe meine Wärmepumpe seit fünf Jahren in einer sehr schneereichen Region im Schwarzwald. Anfangs hatte ich auch Angst vor dem Schnee und wollte ein Vordach bauen. Ein befreundeter Kältetechniker hat mir das damals aber sofort ausgeredet. Er meinte, dass die Vereisung der Lamellen bei extremen Temperaturen normal ist und der Abtauprozess das Gerät bei korrektem Betrieb problemlos freihält. Wenn Sie die Luftführung stören, verschieben Sie den Betriebspunkt der Anlage. Das führt dazu, dass die Wärmepumpe öfter in den Heizstab gehen muss, um die fehlende Leistung auszugleichen. Das ist energetisch absoluter Unsinn und treibt die Stromkosten unnötig in die Höhe. Vertrauen Sie auf die Technik der Hersteller, die sind für genau diese Bedingungen getestet worden.
Guten Tag, darf ich mich hier als Planer kurz einmischen? Herr B. hat vollkommen recht mit seinem Hinweis auf die VDI 4645. Dort ist die korrekte Planung der Aufstellung elementar, um gerade solche Probleme wie Schneeeintritt oder blockierte Ansaugquerschnitte zu vermeiden. Ein Schutzdach, das nicht vom Hersteller explizit freigegeben ist, kann zudem die Schallemissionen negativ beeinflussen, was im Sinne der TA Lärm problematisch werden könnte. Für eine optimale Planung sollte immer der vorherrschende Windrichtung berücksichtigt werden. Wenn man das Gerät quer zur Hauptwindrichtung aufstellt und auf eine ausreichende Bodenfreiheit achtet, ist der Nutzen einer zusätzlichen Abdeckung gleich null. Investieren Sie das Geld lieber in einen hydraulischen Abgleich Ihrer Anlage. Das bringt im Winter weit mehr Effizienz als jedes Vordach, das am Ende nur den Wartungszugang für den Fachbetrieb behindert.
Danke für den Hinweis zur TA Lärm und den hydraulischen Abgleich, Jürgen. Das hatte ich so bisher gar nicht auf dem Schirm. Ich werde das Thema mit dem Vordach damit endgültig begraben. Es leuchtet mir ein, dass der Luftstrom nicht künstlich limitiert werden darf, wenn ich die Anlage effizient betreiben will. Mein Fazit für alle Mitleser ist also: Finger weg von Eigenbau-Abdeckungen. Stattdessen konzentriere ich mich auf eine saubere Aufstellung mit ausreichendem Abstand zum Untergrund und achte darauf, dass der Ansaugbereich frei von Hindernissen bleibt. So bleibt auch die Herstellergarantie gewahrt und die Effizienz gemäß Förderrichtlinien der BEG bestehen. Danke für eure fachliche Unterstützung in dieser Runde.
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