Guten Tag zusammen. Ich betreibe ein kleines Kühlhaus für Gastronomiebedarf und habe derzeit mit einem seltsamen Phänomen zu kämpfen. Seit die Nächte Ende September deutlich kühler und morgens sehr feucht geworden sind, bemerke ich einen leichten, schmierigen Belag auf den Lamellen meines Verdampfers. Die Anlage läuft im Dauerbetrieb, aber die Abtauintervalle kommen mir subjektiv verkürzt vor. Könnte das mit der hohen Außenluftfeuchtigkeit zusammenhängen, die beim Öffnen der Tür in den Raum gelangt? Ich habe die Dichtungen bereits geprüft, die sind einwandfrei. Vielleicht liegt es an der Art und Weise, wie der Verdampfer bei diesen Bedingungen kondensiert. Hat jemand von euch ähnliche Beobachtungen bei seinen Anlagen gemacht oder gibt es spezielle Reinigungshinweise für diese Übergangszeit, um den Wärmetausch nicht unnötig zu verschlechtern? Ich bin für jeden fachlichen Hinweis dankbar, da ich eine dauerhafte Verschmutzung oder gar Korrosion an den Lamellen unbedingt vermeiden möchte. Der Verdichter leistet sonst tadellose Arbeit, aber die Effizienz sinkt spürbar.
Kühlhaus-Verdampfer: Ablagerungen durch feuchte Herbstluft?
Guten Tag Markus, als Kälteanlagenbaumeister sehe ich dieses Phänomen in der Übergangszeit häufiger. Wenn bei hoher Außenfeuchte die Tür geöffnet wird, kommt es zu einem massiven Feuchteeintrag, der am Verdampfer sofort als Reif oder Eis ausfällt. Wenn Ihre Abtauintervalle verkürzt sind, ist das ein klares Indiz dafür, dass die Elektronik auf den Eisdruck reagiert. Der schmierige Belag könnte zudem mikrobiologischen Ursprungs sein, da die hohe Feuchtigkeit in Kombination mit eventuellen organischen Stoffen aus der Gastronomie einen Nährboden bietet. Prüfen Sie unbedingt, ob die Tauwasserleitung frei ist und das Wasser zügig abgeführt wird. Bei einer hohen Taktung der Abtauung leidet zudem die Energieeffizienz enorm. Ich empfehle Ihnen, die Anlage gemäß VDI 6022 regelmäßig zu reinigen und eventuell einen Luftschleier oder einen Streifenvorhang nachzurüsten, um den Feuchteeintrag physisch zu minimieren.
Hallo Markus, das kenne ich nur zu gut aus unserem kleinen Lager. Wir hatten letztes Jahr genau das gleiche Problem im Oktober. Ich habe damals einen Kältetechniker kommen lassen, der mir den Tipp gab, die Abtauheizung genauer zu überwachen. Bei uns war es tatsächlich so, dass der Sensor für das Ende der Abtauung durch die feuchte Luft falsche Werte geliefert hat und das Eis gar nicht komplett abgetaut wurde. Dadurch blieb eine dünne Eisschicht stehen, die bei jedem Zyklus mehr wurde und dann diesen Belag ansetzte. Nachdem wir den Sensor getauscht und die Intervalle leicht angepasst haben, läuft es wieder stabil. Schau doch mal, ob die Lamellen wirklich komplett trocken werden nach dem Abtauen. Wenn nicht, hast du dort dein Problem gefunden.
Vielen Dank für die schnellen Antworten! Klaus, das mit der VDI 6022 ist ein wichtiger Hinweis, da bin ich bei der Reinigung vielleicht bisher zu oberflächlich gewesen. Ein Streifenvorhang wäre baulich machbar und würde den Komfort beim Be- und Entladen sicher erhöhen. Sandra, dein Hinweis auf den Abtaufühler ist Gold wert. Ich habe heute Morgen nach dem Abtauvorgang kurz reingeschaut und tatsächlich waren die unteren Lamellen noch leicht feucht, während oben alles trocken aussah. Das deutet stark auf eine unvollständige Abtauung hin. Ich werde morgen mal messen, wie lange die Heizung tatsächlich an bleibt und ob das mit dem Sollwert der Steuerung übereinstimmt. Das könnte die Erklärung für den Effizienzverlust sein.
Guten Abend zusammen. Man sollte bei diesem Thema auch nicht die Einhaltung der ChemKlimaschutzV vergessen, falls man selbst an der Kälteleitung hantiert. Bitte unbedingt die Finger von Eingriffen in den Kältekreis lassen, sofern kein entsprechender Sachkundenachweis vorliegt. Die Thematik der Kondensatbildung bei hoher Luftfeuchtigkeit wird oft unterschätzt, da sich gerade bei steigenden Taupunkttemperaturen der Wärmetauscher zum Luftentfeuchter wandelt. Wenn der Verdampfer permanent im Feuchtbetrieb arbeitet, erhöht sich die Korrosionsgefahr massiv. Falls die Anlage für die aktuelle Last bereits grenzwertig ausgelegt ist, schafft die zusätzliche Vereisung durch die Herbstluft eine Spirale aus sinkender Leistung und steigendem Stromverbrauch. Mein Rat: Lassen Sie einen Fachbetrieb die Überhitzung und die Schaltpunkte der Abtauung prüfen. Das ist meist günstiger, als auf Dauer den Stromverbrauch durch ineffiziente Betriebszustände in die Höhe zu treiben.
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