Guten Tag, im Zuge der energetischen Optimierung meines Altbaus interessieren mich für die Übergangszeit aktuelle Erfahrungswerte bezüglich der Effizienz. Bisher wurde das Haus über eine Gas-Brennwerttherme beheizt. Seit diesem Sommer habe ich in zwei Räumen eine hochwertige Inverter-Split-Klimaanlage zur Heizunterstützung nachgerüstet. Wir bemerken nun bei den aktuellen Außentemperaturen um die 10 Grad Celsius, dass die Luft-Luft-Wärmepumpe extrem schnell und punktgenau heizt. Ich protokolliere derzeit die elektrische Leistungsaufnahme im Vergleich zum thermischen Energiebedarf der Gasheizung. Dabei fällt auf, dass die Leistungsaufnahme der Anlage bei Erreichen der Solltemperatur zwar stark sinkt, aber dennoch kurzzeitige Leistungsspitzen auftreten, die ich so nicht erwartet hätte. Besteht hier ein signifikanter Einfluss durch die Trägheit der Raumluftmassen oder regelt der Inverter hier noch zu unruhig? Mich würde interessieren, ob Sie in der Übergangszeit ähnliche Beobachtungen bei der Modulation Ihrer Außengeräte gemacht haben. Sind diese kurzen Lastspitzen bei moderaten Außentemperaturen technisch normal, oder deutet dies auf eine leichte Überdimensionierung der gewählten Inneneinheiten hin?
Vergleichende Messung: Stromverbrauch bei Luft-Luft-WP vs. Heizkörper
Guten Tag Frau Dr. F., Ihre Beobachtung ist absolut typisch für Inverter-Geräte in dieser Übergangszeit. Als SHK-Meister sehe ich das bei vielen Kundenprojekten, gerade wenn die Geräte für die Heizlast bei Frost ausgelegt sind, aber bei 10 Grad Außentemperatur nur eine Bruchteillast abrufen müssen. Diese Lastspitzen entstehen oft, weil das Expansionsventil und die Inverter-Elektronik kurzzeitig versuchen, das Kältemittel-Gleichgewicht neu zu finden, sobald der Thermostat im Innengerät das Erreichen der Solltemperatur erkennt. Das ist in der Regel kein Zeichen von Überdimensionierung, sondern ein reiner Regelungszyklus. Die Elektronik tastet sich an den minimalen Betriebspunkt heran. Wenn Sie hier eine hohe Taktrate sehen, könnten Sie versuchen, die Lüfterdrehzahl am Innengerät manuell auf eine feste Stufe zu fixieren, anstatt sie auf Auto zu lassen. Das sorgt für eine gleichmäßigere Verteilung der Luftmassen und glättet die Lastkurve, da der Sensor nicht ständig durch kurzzeitige Zugluft verwirbelt wird. Achten Sie zudem darauf, dass bei der Installation nach VDI 4645 keine Kurzschlüsse der Luftführung vorliegen, was die Regelung massiv stören würde.
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