Hallo zusammen, meine vor zwei Jahren installierte Split-Klimaanlage war während der heißen Monate im Dauerbetrieb. Jetzt, wo es draußen kühler wird und ich das Gerät für die Heizunterstützung an den ersten kalten Abenden wieder eingeschaltet habe, strömt ein leicht muffiger Geruch aus dem Innengerät. Ich vermute, dass sich durch das ständige Kondensat während des Kühlbetriebs im Sommer etwas Biomasse an den Lamellen oder in der Kondensatwanne gebildet hat. Ist das ein typisches Problem zum Saisonwechsel? Ich habe bisher lediglich die Staubfilter regelmäßig unter dem Wasserhahn gereinigt. Muss ich jetzt zwingend eine fachmännische Reinigung mit speziellen Desinfektionsmitteln beauftragen oder gibt es wirksame Hausmittel beziehungsweise Reiniger aus dem Fachhandel, die man als versierter Laie sicher anwenden kann, ohne die Lamellen zu beschädigen? Ich möchte vermeiden, dass durch die einsetzende Heizperiode nun Keime oder Sporen im Raum verteilt werden. Über eure Tipps zur effektiven Reinigung des Verdampferblocks würde ich mich freuen.
Innengerät riecht muffig nach Sommerpause: Muss das ganze System gereinigt werden?
Guten Tag Markus, das beschriebene Problem ist leider ein Klassiker nach der ersten intensiven Nutzungssaison. Durch die Luftfeuchtigkeit bildet sich am Verdampfer Kondensat, das oft nicht restlos abläuft. Wenn die Anlage dann in den Heizbetrieb wechselt, erwärmen sich die feuchten Rückstände und Pilzsporen werden in den Raum geblasen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern hygienisch bedenklich. Als SHK-Fachmann empfehle ich Ihnen dringend eine professionelle Reinigung. Es gibt im Fachhandel spezielle biozide Sprays, aber bei Laien sehe ich oft verbogene Lamellen oder beschädigte Elektronik, weil Flüssigkeit in die Sensorik gelangt. Nach der VDI 6022 ist eine regelmäßige Wartung ohnehin ratsam, um die Betriebseffizienz und Luftgüte zu erhalten.
Danke Thomas für die Einschätzung. Das klingt weniger nach einer DIY-Lösung, als ich gehofft hatte. Könnte ich denn zumindest die Kondensatwanne selbst reinigen, um den groben Schmutz zu entfernen? Oder ist das Gehäuse so komplex aufgebaut, dass man als Laie mehr kaputt macht, als man reinigt?
Hallo Markus, ich bin selbst Bauherrin und hatte das gleiche Problem letzten Herbst. Ich habe mir beim Fachhändler einen speziellen Verdampferreiniger auf Schaumbasis gekauft, der biologisch abbaubar ist. Wichtig ist, dass du das Gerät vorher stromlos schaltest, um die Elektrik nicht zu gefährden. Wenn man die Frontblende vorsichtig abnimmt, kommt man meist gut an den Wärmetauscher ran. Ich habe den Schaum wirken lassen und danach mit einem feinen Pinsel sanft nachgeholfen. Das hat bei mir super funktioniert und der muffige Geruch war sofort weg. Man muss nur höllisch aufpassen, die hauchdünnen Alulamellen nicht mit dem Fingernagel oder harten Gegenständen zu verbiegen, da sonst der Luftstrom gestört wird.
Vorsicht bei solchen Experimenten! Als Elektrofachkraft kann ich nur davor warnen, einfach so im Innengerät herumzuhantieren. Bei modernen Inverter-Geräten liegen auch bei ausgeschaltetem Gerät an manchen Bauteilen Restspannungen an. Zudem darf das Reinigungsmittel keinesfalls in den Ventilator-Motor oder die Steuerplatine gelangen. Das führt zu schleichenden Korrosionsschäden, die erst Monate später zum Totalausfall führen. Wenn ihr die Anlage langfristig nutzen wollt, beauftragt lieber einen zertifizierten Fachbetrieb. Die nutzen spezielle Dampfreiniger, die den Schmutz ohne Chemie und Druckschäden entfernen. Das schont das Material und ihr seid rechtlich auf der sicheren Seite, falls doch etwas defekt geht.
Ich sehe das entspannter. Ich betreibe meine Anlage nun im fünften Jahr und reinige den Wärmetauscher jedes Frühjahr und jeden Herbst selbst. Man braucht ein gewisses Fingerspitzengefühl, das stimmt. Aber wenn man das Gehäuse fachgerecht demontiert – und das ist meist nur geclipst – ist das kein Hexenwerk. Mein Tipp: Achtet darauf, dass die Kondensatwanne frei ist. Wenn der Ablaufschlauch leicht verstopft ist, steht das Wasser darin und gammelt. Ein kurzes Durchspülen mit einem sanften Desinfektionsmittel für Klimaanlagen wirkt da Wunder. Wer sich unsicher ist, sollte natürlich den Fachmann rufen, aber man muss auch keine Angst vor der Technik haben, solange man respektvoll mit den Bauteilen umgeht.
Vielen Dank für die unterschiedlichen Perspektiven! Ich werde mich wohl für einen Mittelweg entscheiden. Den groben Check und das Reinigen der Wanne traue ich mir nach euren Hinweisen zu, werde aber für die tiefgehende Desinfektion des Verdampfers einen Profi kommen lassen, um die Herstellergarantie nicht zu gefährden. Besonders der Hinweis von Jürgen zur Elektrik hat mich überzeugt, hier lieber kein unnötiges Risiko einzugehen. Sicherheit geht vor, gerade bei Geräten, die so eng mit der Raumluftqualität verknüpft sind.
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