Guten Tag werte Kollegen. Bei einem aktuellen Projekt in einer Produktionshalle mit 9 Metern Deckenhöhe beobachten wir bei fallenden Außentemperaturen eine unerwünschte Kondensatbildung an den Gehäusen unserer Destratifikationsventilatoren. Durch die thermische Schichtung unter der Hallendecke staut sich dort warme, feuchte Luft, die bei Kontakt mit den kühleren Gehäuseteilen an den Dachdurchdringungen oder durch Kältebrücken in der Dachkonstruktion zur Taupunktunterschreitung führt. Mich würde interessieren, ob Sie bei ähnlichen Anlagen bereits auf spezielle, thermisch entkoppelte Aufhängungssysteme zurückgegriffen haben oder ob die Regelung der Ventilatordrehzahl basierend auf der Temperaturdifferenz zwischen Boden und Decke hier bereits als alleinige Abhilfe ausreicht. Es scheint, als ob die Strömungsgeschwindigkeit an den kritischen Punkten nicht ausreicht, um die Schimmelbildung durch Feuchtigkeitsstau dauerhaft zu unterbinden. Ich freue mich über einen fachlichen Austausch zu diesem spezifischen strömungstechnischen Problem in der anstehenden Heizsaison. Gibt es hier bereits bewährte Praxismethoden, um die lokale Luftfeuchtigkeit an den Deckenventilatoren effizient zu senken?
Probleme mit Vereisung bei Destratifikatoren unter Hallendecke
Guten Tag Herr Dr. W., das Problem ist uns aus der Praxis bekannt. Die Taupunktunterschreitung an den Aufhängungspunkten rührt oft von einer unzureichenden Wärmedämmung der Dachdurchdringungen her, die im Zuge des GEG-konformen Bauens eigentlich besser gelöst sein sollten. Wir haben bei ähnlichen Projekten gute Erfahrungen mit thermisch entkoppelten Konsolen aus glasfaserverstärktem Kunststoff gemacht, die den Wärmestrom unterbrechen. Zusätzlich empfehle ich Ihnen, die Regelung nicht nur über die Temperaturdifferenz zu steuern, sondern einen Feuchtefühler in Deckennähe zu integrieren. Sobald die relative Luftfeuchte einen kritischen Wert von etwa 70 Prozent übersteigt, sollten die Destratifikatoren unabhängig von der Delta-T-Regelung kurzzeitig auf eine höhere Drehzahl schalten, um die Stauzonen aufzubrechen. Das wirkt oft Wunder gegen die lokale Kondensation.
Hallo zusammen, bei meiner letzten Sanierung einer Produktionshalle sind wir ähnlich vorgegangen. Ich stimme Herrn K. absolut zu, die Regelungstechnik ist hier das A und O. Wir haben das System so konfiguriert, dass die Ventilatoren auch im Sommerbetrieb bei geringer Drehzahl laufen, um eine konstante Durchmischung zu gewährleisten. Das beugt dem Feuchtigkeitsstau extrem vor. Allerdings muss man bei der elektrischen Installation zwingend darauf achten, dass die Montage gemäß VDE erfolgt, besonders wenn die Komponenten in feuchter Umgebung arbeiten. Haben Sie bei Ihrem Projekt eigentlich eine mechanische Lüftungsanlage im Einsatz, oder verlassen Sie sich rein auf die Destratifikatoren? Oftmals hilft ein gezielter Nachströmluftstrom bereits dabei, den Taupunkt in diesen Nischen unter der Decke nach oben zu verschieben.
Vielen Dank für die schnellen Antworten. Frau F., wir haben aktuell keine unterstützende Lüftungsanlage, die Halle wird über Hallenstrahler beheizt. Die Idee mit dem Feuchtefühler von Herrn K. klingt plausibel, das werde ich als erste Maßnahme prüfen. Bezüglich der thermischen Entkopplung: Haben Sie konkrete Empfehlungen für die Konsolen? Wir suchen nach einer Lösung, die auch die statischen Anforderungen bei diesen Deckenhöhen erfüllt, da hier bei 9 Metern durchaus ein gewisses Drehmoment bei Anlauf der Ventilatoren entsteht. Ich möchte ungern eine Eigenbaulösung, bei der ich die Haftung bei eventuellen Schäden an der Dachkonstruktion übernehmen muss.
Moin, vergiss die komplizierten Konsolen, das ist oft nur Symptombekämpfung. Wenn die Halle so hoch ist, hast du da oben ein massives Feuchteproblem, das meistens mit einer fehlerhaften Dampfsperre im Dach zu tun hat. Schau mal nach, ob dort irgendwo Wärmebrücken durch fehlerhafte Anschlüsse der Dachfolie existieren. Wenn da feuchte Hallenluft in die Konstruktion zieht, hilft dir auch der beste Ventilator nicht mehr. Ich würde an deiner Stelle mal eine Thermografieaufnahme machen, wenn es draußen richtig kalt ist. Dann siehst du sofort, ob dein Kondensat von der schlechten Dämmung kommt oder ob die Strömung wirklich nicht reicht. Oft wird hier unnötig komplexe Regelungstechnik verbaut, während die Ursache ein schlichter baulicher Mangel ist, der schon bei der Bauabnahme hätte auffallen müssen.
Hallo Kollegen, ich schließe mich da Thomas an. In der SHK-Welt neigen wir dazu, Probleme mit Regelungstechnik zu lösen, wo eigentlich der Baukörper nachgebessert werden muss. Dr. W., prüfen Sie mal den hydraulischen Abgleich Ihrer Heizflächen. Wenn das Delta-T zwischen Vor- und Rücklauf bei den Deckenstrahlern nicht stimmt, produzieren Sie unnötig viel Feuchte durch ineffiziente Verbrennung oder mangelhafte Wärmeverteilung. Was die Ventilatoren angeht: Einfach die Drehzahl zu erhöhen ist riskant, da ihr sonst die Schichtung zu stark zerstört und die Heizkosten explodieren, weil ihr die warme Luft zu schnell zum Boden zwingt. Eine Entkopplung der Halterungen ist sicher sinnvoll, aber suchen Sie den Fehler primär in der Bauphysik. Bei 9 Metern Höhe ist die Luftfeuchtigkeit oben fast immer höher als unten, da kommt ihr gegen die Thermik nur schwer an.
Passende Produkte aus unserem Shop

Möchten Sie antworten? Melden Sie sich an, um an der Diskussion teilzunehmen.
