Hallo zusammen, ich stehe aktuell vor der Planung für die Beheizung einer kleineren Logistikhalle mit ca. 800 Quadratmetern Grundfläche. Da wir dort lediglich drei feste Arbeitsplätze für die Kommissionierung haben, stellt sich mir die Frage, ob eine vollflächige Beheizung mittels Warmluftgeräten überhaupt energetisch sinnvoll ist oder ob wir eher auf eine Zonenbeheizung durch Infrarot-Dunkelstrahler setzen sollten. Die Halle ist nach aktuellem GEG gedämmt, allerdings haben wir durch die ständige Warenannahme an den Rolltoren doch signifikante Transmissionsverluste im unteren Bereich. Ich bin unsicher, wie sich der Betrieb von Infrarotstrahlern im direkten Arbeitsumfeld verhält, wenn parallel Staplerverkehr herrscht. Hat hier jemand von euch schon Erfahrungen gesammelt, wie sich die Wärmeverteilung bei dieser Kombination in der Übergangszeit schlägt? Bin für jeden technischen Hinweis zur Auslegung der Zonierung und der notwendigen Steuerungstechnik dankbar, da wir die Energiekosten für den kommenden Winter unbedingt im Griff behalten müssen. Vielen Dank schon mal für eure Einschätzungen.
Zonenbeheizung in Logistikhalle – Infrarot versus Warmluft?
Hallo Markus, als SHK-Meister mit Schwerpunkt Gewerbe kann ich Ihnen aus der Praxis sagen: Bei nur drei festen Arbeitsplätzen auf 800 Quadratmetern ist eine raumweise Warmluftbeheizung absolut ineffizient. Sie heizen hier nur das Hallenvolumen unter der Decke, was aufgrund der Thermik völlig unnötig ist. Ich empfehle Ihnen den Einsatz von Dunkelstrahlern direkt über den Kommissionierplätzen. Infrarot erzeugt Strahlungswärme, die direkt auf Personen und Oberflächen wirkt, anstatt die Luft zu erwärmen. Achten Sie bei der Auslegung unbedingt auf die Arbeitsschutzrichtlinien und die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung. Bei Staplerverkehr ist die Montagehöhe entscheidend, damit die Strahlung nicht durch hochfahrende Masten unterbrochen wird und es zu punktuellen Überhitzungen kommt. Denken Sie auch an eine präzise Zonierung mit automatischer Abschaltung über Präsenzmelder, um die Betriebskosten gemäß GEG-Anforderungen für effiziente Anlagentechnik niedrig zu halten.
Vielen Dank für die erste Einschätzung, Jürgen. Das Argument mit dem unnötigen Hallenvolumen leuchtet ein. Wie sieht es denn mit der Regelungstechnik bei den Dunkelstrahlern aus? Muss ich da zwingend auf eine übergeordnete Gebäudeleittechnik setzen oder reichen einfache Thermostate, die auf die Strahlungstemperatur reagieren? Meine größte Sorge bleibt der Staplerverkehr. Wenn die Strahler zu hoch hängen müssen, um die Masten zu umgehen, verliere ich dann nicht zu viel Intensität am Boden? Gibt es hier Mindestabstände, die ich im Sinne der Sicherheitstechnik einhalten muss? Wäre für einen Hinweis zu den gängigen Steuerungskonzepten in der Übergangszeit sehr dankbar, da wir hier die größten Einsparpotenziale vermuten.
Hallo Markus, ich habe letztes Jahr bei uns in der Halle genau diesen Umstieg von Gas-Warmluft auf Dunkelstrahler gewagt. Wir haben ebenfalls drei Packplätze und es war die beste Entscheidung für unseren Geldbeutel. Das GEG schreibt ja vor, dass wir effizienter werden müssen, und bei einer punktuellen Beheizung liegen die Einsparungen gegenüber einer Warmluftanlage oft bei 30 bis 50 Prozent, je nach Gebäudehülle. Zur Steuerung: Wir nutzen eine Zoneneinzelregelung mit Strahlungssensoren. Das funktioniert auch in der Übergangszeit exzellent, da das System nur dann volle Leistung fährt, wenn die Strahlungstemperatur am Arbeitsplatz tatsächlich unter den Sollwert fällt. Die Stapler haben bei uns nach kurzer Gewöhnung der Fahrer keine Probleme gemacht. Wichtig ist nur, dass die Strahler von einer zertifizierten Fachkraft installiert werden, damit auch alle sicherheitsrelevanten Abschaltungen bei Gasstörungen sauber funktionieren.
Kurz und knapp meine Erfahrung als Planer: Vergiss die Warmluft, wenn die Torfrequenz hoch ist. Jedes Öffnen der Tore saugt Ihnen die erwärmte Luft sofort nach draußen, während Infrarot die Wärme im Material speichert. Eine Kombination aus Dunkelstrahlern und einer intelligenten Torsteuerung, die bei Öffnung die Heizung in den betroffenen Zonen kurzzeitig reduziert, ist energetisch der Goldstandard. Prüfen Sie vorab die Anforderungen für eine mögliche BEG-Förderung, da der Austausch ineffizienter Systeme oft bezuschusst wird, sofern ein hydraulischer Abgleich beziehungsweise eine entsprechende Optimierung der Anlage nachgewiesen werden kann. Die Investition in eine moderne Steuerungstechnik amortisiert sich bei aktuellen Gaspreisen meist innerhalb von drei bis vier Jahren. Lassen Sie sich unbedingt eine Berechnung der operative Temperatur vorlegen, statt nur mit der Lufttemperatur zu rechnen.
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