Sehr geehrte Expertenrunde, ich betreibe eine gewerbliche Tiefkühlzelle, in der seit dem Einsetzen der feuchten Herbstwitterung verstärkt Reif an den Verdampferlamellen auftritt, obwohl die Zellentemperatur stabil gehalten wird. Es scheint, als ob die hohe Außenluftfeuchtigkeit bei den nächtlichen Temperaturstürzen durch die (eigentlich dichte) Tür eindringt oder über die Druckausgleichsleitung gezogen wird. Ich beobachte derzeit, dass die Abtauzyklen fast doppelt so häufig auslösen wie noch im August. Das kostet natürlich massiv Energie und belastet die Heizelemente unnötig. Gibt es hier praxiserprobte Ansätze, wie man die Entfeuchtung oder den Lufteintritt an den kritischen Stellen im Herbst besser in den Griff bekommt, ohne gleich das gesamte Kühlhaus umbauen zu müssen? Über Ratschläge zur Optimierung der Abtauparameter oder sinnvolle Maßnahmen zur Abdichtung wäre ich sehr dankbar. Ich möchte vermeiden, dass mir der Verdampfer bei einem plötzlichen Frostereignis komplett zuwächst.
Eisbildung an Verdampferlamellen durch hohe Luftfeuchtigkeit bei nächtlicher Abkühlung
Guten Tag Helga, das klingt ganz nach dem klassischen Problem der Feuchtebelastung durch den Druckausgleich. Wenn die Außenluft bei den aktuellen nächtlichen Temperaturstürzen durch die Leitung in die Tiefkühlzelle strömt, kondensiert diese Feuchtigkeit sofort an den kalten Lamellen. Prüfen Sie bitte einmal, ob Ihr Druckausgleichsventil korrekt funktioniert und ob die dortige Heizung noch intakt ist. Oft setzt sich über den Sommer Schmutz ab und die Klappe schließt nicht mehr vollständig. Das ist eine häufige Ursache für den massiven Reifansatz bei diesem Wetter. Zudem sollten Sie bei der Steuerung prüfen, ob Sie eine bedarfsgesteuerte Abtauung über einen Eissensor nachrüsten können. Zeitgesteuerte Zyklen sind bei wechselnder Witterung extrem ineffizient und treiben Ihre Stromkosten unnötig in die Höhe. Achten Sie bei Arbeiten am Kältekreis gemäß ChemKlimaschutzV zwingend darauf, dass nur zertifiziertes Personal Hand anlegt. Sicherheit geht hier immer vor, auch wenn es nur um eine kleine Anpassung der Parameter geht.
Hallo Helga, ich kenne das Problem aus meiner Zeit in der Lebensmittelkühlung nur zu gut. Bei uns war damals die Türdichtung der Schwachpunkt, die bei niedrigeren Außentemperaturen an Elastizität verlor und somit kleine Spalte bildete. Prüfe das mal ganz pragmatisch mit einem Blatt Papier, das du zwischen Tür und Rahmen einklemmst. Wenn es sich leicht herausziehen lässt, hast du dort eine Wärmebrücke, durch die ständig feuchte Luft angesaugt wird. Zusätzlich zum Druckausgleich würde ich dir empfehlen, die Vorhänge aus Lamellen am Eingang zu kontrollieren. Wenn die Lücken zu groß sind, findet bei jedem Öffnen ein massiver Luftaustausch statt. Bei gewerblichen Anlagen ist das A und O eine dichte Hülle, da sonst die Anlageneffizienz massiv unter die Grenzwerte sinkt. Hast du mal gemessen, wie hoch der Taupunkt bei euch in der Nähe des Druckausgleichs aktuell ist? Das gibt oft Aufschluss darüber, wie viel Feuchte tatsächlich in die Zelle eingetragen wird.
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