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KlimaCorner

Kältemittelleitung durchs Mauerwerk: Schallbrücken eliminieren

von Thomas R. · 29.09.2026, 05:03 · 20 Aufrufe · 5 Antworten

Thomas R. · 29.09.2026, 05:03

Moin. Ich bin gerade dabei, die Kältemittelleitungen meiner neuen Split-Klima durch die Außenwand zu führen. Da die Wand ein zweischaliges Mauerwerk mit Luftschicht ist, mache ich mir Gedanken über die mechanische Entkopplung der Leitungen. Ich habe Angst, dass Vibrationen der Außeneinheit über die Rohre direkt als Körperschall in den Innenraum übertragen werden, besonders in der kalten Jahreszeit, wenn die Verdichterdrehzahl wetterbedingt eher im oberen Bereich liegt. Bisher habe ich nur ein einfaches Wandfutter aus Kunststoff vorgesehen. Reicht das aus, wenn ich den Zwischenraum mit speziellem Dämmstoff ausschäume, oder sollte ich das Rohr zusätzlich mit einer Manschette aus EPDM-Gummi umschließen, bevor es durch das Futter geht? Ich möchte ungern alles fertig haben und dann feststellen, dass der Kompressor im Hausflur zu hören ist. Hat jemand einen bewährten Kniff, wie man die Bohrung fachgerecht abdichtet, ohne dabei eine starre Brücke zwischen Rohr und Mauerwerk zu schaffen? Bin für jeden praxiserprobten Hinweis offen.

Markus K. · 29.09.2026, 05:03

Moin Thomas. Dein Ansatz mit dem EPDM ist schon mal genau richtig. Ein einfaches Wandfutter allein reicht absolut nicht aus, da der Kunststoff bei Temperaturunterschieden arbeitet und das Rohr starr umschließt. Ich verbaue bei meinen Kunden immer spezielle schallentkoppelte Wanddurchführungen, die ein weiches Inlay besitzen. Verzichte bitte unbedingt auf Bauschaum zur Abdichtung. Der wird nach dem Aushärten hart wie Glas und leitet den Körperschall eins zu eins in dein Mauerwerk weiter. Nutze stattdessen dauerelastische Dichtmasse, zum Beispiel auf Silikon- oder Acrylbasis, die für den Außenbereich zugelassen ist. Das entkoppelt mechanisch hervorragend und hält das Mauerwerk trocken.

Thomas R. · 29.09.2026, 05:03

Hallo Markus, danke für den schnellen Input. Das mit dem Bauschaum ist ein wertvoller Hinweis, das hätte ich fast aus Bequemlichkeit so gemacht. Wenn ich nun dieses EPDM-Band nehme, ist das dann direkt die Lösung oder brauche ich noch einen speziellen Verschluss für die Luftschicht in der Wand? Da es sich um zweischaliges Mauerwerk handelt, habe ich Sorge, dass mir dort Kondensat entsteht oder Feuchtigkeit eindringt, wenn die Abdichtung nicht perfekt sitzt. Reicht da eine einfache Manschette aus oder muss ich das Wandfutter speziell abdichten?

Sabine F. · 29.09.2026, 05:03

Guten Tag Thomas. Als Planerin möchte ich kurz einwerfen, dass Sie bei der Durchführung durch die Luftschicht zwingend auf die Schlagregendichtheit achten müssen, gerade im Hinblick auf das GEG und die bauphysikalischen Anforderungen. Wenn die Luftschicht nicht korrekt abgedichtet ist, ziehen Sie sich im Winter die Kältebrücke direkt ins Haus. Ich empfehle Ihnen ein druckfestes Dämmrohr-Segment um die Kältemittelleitung zu legen, das innerhalb des Wandfutters sitzt. Das verhindert, dass sich die Kältemittelleitung im Futter bewegen kann, und schafft eine saubere Trennung. Achten Sie bei der Installation bitte auch auf die VDI 4645, um bei der Inbetriebnahme die korrekte Dokumentation für eventuelle Fördermaßnahmen oder den Betrieb nachzuweisen.

Jens B. · 29.09.2026, 05:03

Moin zusammen. Ich bin SHK-Meister und habe schon hunderte Split-Geräte montiert. Thomas, lass das komplizierte Planen mal kurz beiseite. Kauf dir eine Manschette für die Wanddurchführung, die genau auf dein Rohr abgestimmt ist. Wichtig ist nur, dass die Leitung im Wandfutter quasi schwimmt. Ich nehme dafür immer eine ordentliche Portion UV-beständiges Dichtband, das bleibt auch nach Jahren noch geschmeidig. Wichtig ist auch die Außeneinheit selbst: Wenn du die auf Konsolen an der Wand hast, sind Gummipuffer Pflicht, sonst vibriert dir das ganze Haus. Wenn du sie auf dem Boden stehen hast, reicht eine Entkopplungsmatte meist aus. Das ist bei weitem wichtiger als die Bohrung selbst.

Thomas R. · 29.09.2026, 05:03

Danke Jens und Sabine für die hilfreichen Ergänzungen. Das mit den Gummipuffern für die Außenkonsole habe ich bereits auf dem Zettel, das ist ein guter Punkt. Ich werde jetzt auf die Kombination aus EPDM-Manschette und einer dauerelastischen, nicht-aushärtenden Dichtmasse setzen, um die Schallbrücken zu minimieren. Die Schlagregendichtheit der Luftschicht werde ich zudem mit einer passenden Rundschnur und Dichtstoff sicherstellen. Das klingt nach einer soliden Lösung, die meine Sorgen bezüglich der Vibrationen im Innenraum ausräumt. Vielen Dank für eure fachkundige Unterstützung, das hilft mir bei der Montage am Wochenende enorm weiter.

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