Hallo Leute, ich stehe aktuell vor einem kleinen Rätsel bei meiner PV-Anlage. Ich habe meine neue Luft-Wasser-Wärmepumpe über die SG-Ready-Schnittstelle mit meinem Wechselrichter verbunden, aber der erhoffte PV-Überschussbetrieb will einfach nicht zuverlässig funktionieren. Wenn genug Strom vom Dach kommt, schaltet die Wärmepumpe zwar kurz in den erhöhten Modus, springt aber nach wenigen Minuten wieder zurück in den Standardbetrieb, obwohl noch massiv Überschuss vorhanden ist. Ich habe schon die Hysterese-Einstellungen und die Einschaltverzögerungen im Menü mehrfach durchgespielt, komme aber auf keinen grünen Zweig. Hat jemand von euch schon mal ähnliche Probleme mit der Signalübertragung zwischen Modbus-Schnittstellen bei aktuellen Geräten gehabt? Möglicherweise liegt ein Konflikt bei der Priorisierung der verschiedenen Stromabnehmer vor. Über einen Tipp, welche Einstellungen in der Regel den stabilsten Lauf bei Überschuss ermöglichen, würde ich mich riesig freuen. Danke euch schon mal vorab für die Hilfe bei der Fehlersuche.
Smart-Grid-Ready Anbindung: Wechselrichter und Wärmepumpe kommunizieren nicht
Hallo Jens, das klingt nach einem klassischen Problem bei der Modbus-Kommunikation. Prüfe bitte zuerst, ob die Firmware von Wechselrichter und Wärmepumpe auf dem neuesten Stand ist. Oft führen kleine Inkompatibilitäten bei den Registerwerten zu genau diesem Abbruchverhalten. Hast du zudem mal die Verkabelung auf Schirmung geprüft? Bei Modbus-Leitungen kann schon ein unsauberes Signal durch elektromagnetische Einstrahlung zu Paketverlusten führen, die das System dann sicherheitshalber auf Standardbetrieb zurücksetzen.
Guten Tag Jens, haben Sie beim Einrichten auch den hydraulischen Abgleich Ihrer Anlage berücksichtigt? Wenn die Wärmepumpe in den erhöhten Modus schaltet, steigt die Vorlauftemperatur. Wenn das System jedoch hydraulisch nicht optimal abgestimmt ist, erreicht die WP schnell ihre Abschaltgrenze und taktet sich aus Sicherheitsgründen selbstständig wieder runter. Laut VDI 4645 ist ein korrekter Abgleich ohnehin zwingend für die Effizienz. Prüfen Sie bitte einmal, ob die Spreizung bei Überschussbetrieb innerhalb der Herstellervorgaben bleibt.
Danke für die schnellen Antworten! Markus, die Firmware habe ich letzte Woche erst aktualisiert, das schließe ich aus. Aber das Thema Schirmung ist ein guter Punkt, ich habe ein einfaches Netzwerkkabel verwendet, vielleicht ist das zu störanfällig. Sabine, den hydraulischen Abgleich habe ich nach der Inbetriebnahme durch den Fachbetrieb machen lassen, aber ich schaue mir die Spreizung morgen bei viel Sonne mal direkt am Display an. Vielleicht schießt sie wirklich in die Schutzabschaltung.
Moin Jens, spar dir die Fehlersuche an der Schnittstelle, wenn das Problem auch bei anderen auftritt. Ich hatte das gleiche Szenario bei meiner Anlage. Das Problem war die Mindestlaufzeit, die im WR hinterlegt war, die hat sich mit dem SG-Ready-Signal gebissen. Setze mal die Einschaltverzögerung im WR auf mindestens zehn Minuten hoch. Zudem sollte die Wärmepumpe laut Installationsanleitung für den EVU-Kontakt nicht nur das Signal bekommen, sondern auch eine definierte Temperaturvorgabe, damit sie nicht direkt nach dem Anspringen wegen Erreichen der Solltemperatur wieder abschaltet.
Sehr geehrter Jens, als Planer sehe ich diese SG-Ready-Anbindungen oft problematisch, da die reine Kommunikation über potenzialfreie Kontakte häufig zu instabil ist. Viele meiner Kunden sind mittlerweile auf eine LAN-basierte Anbindung umgestiegen, die über einen Energy Manager läuft. Das ist deutlich robuster als die klassische Modbus-Verkabelung. Achten Sie zudem darauf, dass bei der Anrechnung für die BEG-Förderung keine fehlerhaften Schaltzyklen protokolliert werden, falls Sie noch in der Nachweispflicht sind. Eine instabile Anbindung kann die JAZ negativ beeinflussen.
Servus Jens, lass dich nicht verrückt machen. Ich habe bei mir die Einschaltlogik komplett extern über ein kleines Logikmodul gelöst, da meine WP und der Wechselrichter auch nicht miteinander konnten. Ich steuere das SG-Ready-Signal jetzt abhängig vom Strompreis und dem aktuellen Überschuss. Seitdem läuft die Wärmepumpe absolut stabil. Die werksseitigen Automatikfunktionen sind oft zu starr und lassen zu wenig Spielraum für die individuellen Gegebenheiten vor Ort. Viel Erfolg bei der weiteren Optimierung deiner Anlage!
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