Guten Tag zusammen. Ich beobachte seit ein paar Tagen bei meiner Multi-Split-Anlage ein Phänomen, das mir Sorgen bereitet. Da es jetzt morgens bei uns deutlich feuchter ist, bilden sich am Verdampfer der Außeneinheit bereits leichte Reifschichten, obwohl die Temperaturen noch gar nicht dauerhaft unter 5 Grad liegen. Die Anlage läuft nachts zur Unterstützung der Heizung im Wohnzimmer. Ich frage mich, ob die automatische Abtaufunktion hier bereits zu früh eingreift oder ob dies durch den erhöhten Feuchtegehalt in der Übergangszeit normal ist. Der Inverter taktet dadurch gefühlt häufiger, was mich bezüglich der mechanischen Belastung etwas beunruhigt. Hat jemand ähnliche Beobachtungen gemacht oder sollte ich die Parameter der Abtauzyklen bei meinem Modell prüfen lassen? Für eine kurze Einschätzung eines erfahrenen Kollegen wäre ich sehr dankbar, da ich die Anlage noch nicht durch einen kompletten Winter begleitet habe. Ist das ein Anzeichen für einen suboptimalen Standort?
Vereisung der Lamellen bei hoher Luftfeuchtigkeit im September
Hallo Markus, das ist ein absolut klassisches Übergangsphänomen. Wenn die Taupunkttemperatur nahe der Außentemperatur liegt, kondensiert und gefriert die Feuchtigkeit am Verdampfer sofort, selbst bei Plusgraden. Das liegt schlicht an der niedrigeren Oberflächentemperatur des Wärmetauschers im Vergleich zur Umgebungsluft. Solange der Reifbelag nicht die komplette Luftzufuhr blockiert, ist das völlig unbedenklich. Die Abtauzyklen werden in der Regel über die Differenztemperatur oder den Druckanstieg ausgelöst. Wenn Sie das Gefühl haben, die Anlage taktet zu aggressiv, prüfen Sie mal, ob der Filter im Innengerät sauber ist. Ein zu geringer Luftdurchsatz verschlechtert den Wärmeübergang massiv und führt zu schnellerer Vereisung. Alles im grünen Bereich, solange die Heizleistung bei Sollwert erreicht wird.
Guten Tag Markus. Ich kann Ihre Sorge gut nachvollziehen, da ich als Bauherrin letztes Jahr bei meiner ersten Wärmepumpe auch panisch wurde. Mein SHK-Fachmann hat mir damals erklärt, dass diese Übergangszeit im September mit den kühlen, feuchten Nächten den Wirkungsgrad kurzzeitig drückt. Das ist physikalisch unvermeidbar. In Bezug auf die VDI 4645 ist es wichtig, dass die Anlage nicht durch einen ungünstigen Standort, etwa in einer ungeschützten Ecke mit Windstau, zusätzlich belastet wird. Wir haben bei uns einen kleinen Windschutz installiert, der die Strömung optimiert hat. Lassen Sie sich nicht verrückt machen, die Inverter-Technik steckt das meistens gut weg. Beobachten Sie es einfach noch zwei Wochen, bevor Sie den Fachbetrieb für eine Parameteranpassung bemühen.
Danke euch beiden für die schnelle Rückmeldung! Sabine, das mit dem Windschutz ist ein interessanter Punkt, die Außeneinheit steht bei mir tatsächlich eher windgeschützt an der Hauswand. Vielleicht staut sich die kalte, feuchte Luft dort etwas. Thomas, danke für den Tipp mit dem Filter, den werde ich gleich heute Abend mal reinigen, auch wenn er eigentlich noch recht sauber aussieht. Ich bin jetzt deutlich beruhigter. Solange das GEG und die Effizienzansprüche nicht durch massives Takten völlig ruiniert werden, werde ich das erst einmal nur beobachten. Es ist halt die erste Saison, da achtet man auf jedes Geräusch.
Moin zusammen. Um mal wieder auf die fachliche Schiene zu kommen: Bitte bei Eingriffen in die Steuerungsparameter vorsichtig sein. Als zertifizierter Kälteanlagenbauer sehe ich oft Anlagen, bei denen Laien die Abtauparameter verstellt haben, was dann in vereisten Wärmetauschern endet, weil die Abtauung zu spät einsetzt. Das kann die Lebensdauer des Verdichters durch Flüssigkeitsschläge signifikant verkürzen. Die ChemKlimaschutzV schreibt zudem vor, dass Arbeiten am Kältekreislauf nur durch Sachkundige ausgeführt werden dürfen. Wenn die Vereisung wirklich extrem zunimmt, sollte eher der Kältemitteldruck oder die Füllmenge durch einen Fachbetrieb geprüft werden, falls ein Leck vorliegt. Bei einer funktionierenden Anlage ist das von Ihnen beschriebene Bild jedoch völlig normal für diese feuchten Septembernächte.
Kurz und knapp von mir: Alles im grünen Bereich. Die Luftfeuchtigkeit ist momentan extrem hoch, da ist Reif am Verdampfer physikalisch logisch. Das ist kein Mangel, sondern eine Arbeitsbedingung. Vergessen Sie die Sorge um die mechanische Belastung. Die Inverter-Regelung ist dafür ausgelegt, genau diese Lastwechsel aufzufangen. Solange das Gerät nicht ständig auf Störung geht oder eine komplette Eisschicht die Lamellen verbiegt, müssen Sie gar nichts unternehmen. Genießen Sie den Komfort der Klimaanlage und machen Sie sich keine Gedanken über das Takten, das regelt die Elektronik schon passend zu den aktuellen Außentemperaturen.
Passende Produkte aus unserem Shop

Daikin Wandgerät Ururu Sarara FTXZ25N - 2,5|3,6kW Kühlen|Heizen inklusive Infrarotfernbedienung
Die Ururu Sarara Serie bietet eine effiziente Feuchtigkeitsregulierung, die in feuchten Übergangszeiten hilfreich sein kann, um die Kondensatbildung am Verdampfer durch optimales Management der Raumluftfeuchte zu minimieren.
1.553,13 €

Daikin Monosplit-Außengerät RXZ25N - 2,5|3,6kW Kühlen|Heizen
Dieses Außengerät ist für die Ururu Sarara Inneneinheiten konzipiert und unterstützt durch seine präzise Inverter-Technologie eine stabilere Heizleistung, was das Taktverhalten bei leichter Vereisung spürbar verbessern kann.
2.289,83 €

Daikin Wandgerät Perfera FTXM42R - 4,2|5,4kW Kühlen|Heizen inklusive Infrarotfernbedienung
Die Perfera Serie zeichnet sich durch ein intelligentes Abtau-Management aus, das auch bei hoher Luftfeuchtigkeit im Herbst zuverlässig arbeitet und mechanische Belastungen durch häufiges Takten reduziert.
988,00 €
Möchten Sie antworten? Melden Sie sich an, um an der Diskussion teilzunehmen.
