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KlimaCorner

Wie stark beeinflusst die Luftfeuchtigkeit den COP meiner Luft-Luft-WP?

von Jens W. · 28.09.2026, 05:01 · 4 Aufrufe · 5 Antworten

Jens W. · 28.09.2026, 05:01

Hi Leute, ich nutze meine zwei Split-Klima-Geräte jetzt vermehrt zum Heizen, da es abends doch schon empfindlich kühl wird. Mir ist dabei aufgefallen, dass die Leistungsaufnahme bei moderaten 7 Grad Außentemperatur und neblig-feuchtem Wetter spürbar schwankt, verglichen mit einem trockenen Tag bei gleichen Temperaturen. Muss das Gerät dann öfter abtauen, obwohl es gar nicht friert? Ich habe den Eindruck, dass die Anlage bei hoher Feuchtigkeit extrem viel Energie für die Abtauvorgänge frisst, was den COP natürlich massiv nach unten zieht. Ist das normal oder habe ich ein Problem mit der Sensorik meiner Außeneinheit? Die Lamellen sehen sauber aus, daran liegt es sicher nicht. Würde mich mal interessieren, ob ihr ähnliche Beobachtungen macht oder ob ich mir da zu viele Gedanken mache. Der Stromzähler läuft jedenfalls gefühlt schneller, wenn es draußen suppig-neblig ist. Danke für eure Meinung dazu!

Markus K. · 28.09.2026, 05:02

Hallo Jens, deine Beobachtung ist absolut physikalisch korrekt und völlig normal. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bis etwa sieben Grad Celsius spielt die relative Luftfeuchtigkeit eine entscheidende Rolle. Wenn die Luft mit Feuchtigkeit gesättigt ist, schlägt sich diese an den kalten Lamellen des Verdampfers nieder und gefriert dort zu einer Eisschicht, auch wenn das Thermometer noch ein paar Grad plus anzeigt. Das Gerät leitet dann gemäß Steuerungslogik einen Abtauzyklus ein, um den Wärmeübertragungs-Wirkungsgrad zu erhalten. Da das Kältemittel umgekehrt wird, zieht die Anlage für diese Zeit massiv Strom aus dem Netz, ohne dabei Wärme in den Raum abzugeben. Mach dir keine Sorgen um deine Sensorik, das ist das typische Betriebsverhalten einer Luft-Luft-Wärmepumpe in der Übergangszeit.

Sabine L. · 28.09.2026, 05:02

Guten Tag Jens, kann mich Markus nur anschließen. Ich habe zwei Innengeräte und ein Außengerät im Betrieb und sehe das an meinem Stromzähler ganz genauso. Sobald der Nebel aufzieht, geht der Verbrauch hoch, weil die Anlage die Energie zur Enteisung benötigt. Das hat nichts mit einem Defekt zu tun, sondern ist die Schattenseite der Wärmegewinnung aus der Außenluft. Ein Tipp aus der Praxis: Achte darauf, dass die Außeneinheit nicht in einer windgeschützten Ecke steht, in der sich die Feuchtigkeit staut. Eine gute Durchströmung kann helfen, die Abtauintervalle zumindest bei leichtem Wind etwas zu strecken. Solange deine Lamellen sauber sind, ist technisch alles im grünen Bereich.

Jens W. · 28.09.2026, 05:02

Danke für die schnelle Beruhigung, Markus und Sabine! Das nimmt mir den Druck, direkt einen Servicetechniker für die Prüfung der Sensorik zu rufen. Ich dachte schon, meine Anlage würde unnötig Energie verschwenden. Es ist trotzdem frustrierend zu sehen, wie der COP bei diesem nebligen Wetter in den Keller rauscht. Ich habe mal überschlagen, dass die Anlage an manchen Tagen gefühlt jede Stunde abtaut. Ist das noch im Rahmen, oder sollte ich mal die Mindestabstände zur Wand prüfen? Nicht, dass da doch ein Hitzestau oder eine ungünstige Luftzirkulation die Effizienz zusätzlich drückt.

Thomas R. · 28.09.2026, 05:02

Hallo Jens, als gelernter SHK-Meister sehe ich das täglich bei meinen Kunden. Deine Intervalle von einer Stunde sind bei hoher Luftfeuchtigkeit absolut plausibel. Bitte achte zwingend auf die Vorgaben zur Aufstellung gemäß VDI 4645. Oft wird das Gerät zu nah an der Hauswand montiert, wodurch die kalte Abluft teilweise wieder angesaugt wird, was die Vereisung massiv beschleunigt. Zusätzlich solltest du prüfen, ob das Kondensat unter der Einheit frei ablaufen kann. Wenn das Wasser bei Minustemperaturen in der Bodenwanne gefriert und den Abfluss blockiert, kann das Eis in der Wanne den Verdampfer von unten vereisen. Das zwingt die Anlage zu unnötig häufigen Abtauvorgängen. Das ist kein Sensorfehler, sondern ein strömungstechnisches Problem.

Klaus M. · 28.09.2026, 05:02

Ich werfe hier mal kurz ein, dass man das Thema bei der Planung oft unterschätzt. Viele Bauherren schauen nur auf den Nenn-COP bei A7/W35, aber die reale Effizienz im deutschen Winter ist eben eine ganz andere Geschichte. Wenn man die Anlage nach GEG-Standards optimieren will, muss man eben auch die Abtauverluste in die jahreszeitliche Bilanz einrechnen. Es ist aber ein Trugschluss zu glauben, man könne das physikalisch verhindern. Das Abtauen ist eine notwendige Schutzfunktion für den Kompressor, um das Vereisen des gesamten Wärmetauschers zu verhindern. Solange das Gerät im normalen Modus läuft und die Heizlast bei Frost deckt, gibt es keinen Grund für Interventionen. Genießt lieber die Wärme im Haus und seht den Stromverbrauch als notwendige Betriebskosten.

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