Zum Inhalt
KlimaCorner

Sole-Wärmepumpe: Erdsonde nach 10 Jahren regenerieren?

von Markus S. · 28.09.2026, 05:01 · 6 Aufrufe · 4 Antworten

Markus S. · 28.09.2026, 05:01

Guten Tag zusammen. Ich betreibe seit 2016 eine Sole-WP mit einer 80 Meter tiefen Erdwärmesonde in einem sanierten Einfamilienhaus. Mir ist aufgefallen, dass die Entzugstemperaturen im Laufe der letzten Jahre kontinuierlich um etwa 1,5 Kelvin gesunken sind, selbst bei identischer Heizlast. Besteht hier Handlungsbedarf hinsichtlich der Regeneration des Bodens durch den Entzug von Wärme im Sommer über die Fußbodenheizung? Ich bin mir unsicher, ob eine gezielte aktive Kühlung über den Wärmetauscher im Sommer das System langfristig schont oder ob ich dadurch nur unnötig Strom verbrauche, der den energetischen Vorteil der Sonde zunichte macht. Meine Überlegung ist, ob ich die Umwälzpumpe der Solekreises im Sommer öfter laufen lassen sollte, um die kühle Hausmasse quasi als Wärmesenke zu nutzen. Hat jemand von Ihnen Langzeitdaten dazu oder gibt es fundierte Empfehlungen, ab welchen Temperaturwerten man von einer Sonden-Erschöpfung sprechen muss? Ich würde mich über fachliche Einschätzungen sehr freuen.

Thomas R. · 28.09.2026, 05:02

Hallo Markus. Als SHK-Meister sehe ich dieses Phänomen in den letzten Jahren häufiger, vor allem bei den ersten Modellen der Wärmepumpen-Welle ab 2010. Ein Absinken um 1,5 Kelvin ist erst einmal kein Grund zur Panik, solange Ihre Sole-Eintrittstemperatur im tiefsten Winter nicht dauerhaft unter den Gefrierpunkt rutscht und den COP zu stark drückt. Die passive Kühlung, also das direkte Übertragen der Bodentemperatur auf die Fußbodenheizung ohne Verdichterbetrieb, ist energetisch höchst sinnvoll. Sie nutzen dabei lediglich die Stromaufnahme der Umwälzpumpen. Das ist laut VDI 4645 eine sehr effiziente Methode, um thermische Energie in das Erdreich einzubringen. Achten Sie bei der Umsetzung jedoch darauf, dass der hydraulische Abgleich Ihrer Fußbodenheizung auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen der Kühlfunktion sauber funktioniert, um Taupunktprobleme an den Bodenbelägen zu vermeiden.

Markus S. · 28.09.2026, 05:02

Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung, Thomas. Das mit dem Taupunkt ist ein sehr guter Hinweis, den ich bisher gar nicht so auf dem Schirm hatte, da ich eher an die thermische Belastung der Sonde dachte. Muss ich bei einer passiven Kühlung eigentlich zusätzliche Sensorik zur Überwachung der Luftfeuchtigkeit nachrüsten, um Schäden am Parkett zu vermeiden? Ich bin mir noch unschlüssig, ob der Stromverbrauch der Sole-Umwälzpumpe in der Summe wirklich durch einen besseren Wirkungsgrad im nächsten Winter kompensiert wird. Die Anlage läuft momentan nach einem gut abgestimmten Heizkurven-Modell, aber die langfristige Regeneration der Sonde ist mir für den Werterhalt der Immobilie wichtig.

Sabine K. · 28.09.2026, 05:02

Hallo Markus, ich kann dir von meiner Anlage berichten, die wir 2014 in Betrieb genommen haben. Wir betreiben die passive Kühlung nun seit drei Sommern aktiv über die smarte Regelung der Wärmepumpe. Tatsächlich haben wir beobachtet, dass sich die Sonden-Eingangstemperatur nach dem Winter schneller wieder erholt. Wir haben die Temperaturfühler direkt in die Gebäudeautomation eingebunden, damit bei zu hoher Luftfeuchtigkeit die Kühlung sofort unterbrochen wird. Es fühlt sich für mich als Laie wie ein kleiner Gewinn an, die kühle Energie des Bodens zu nutzen. Wir haben zusätzlich die Dämmung des Hauses geprüft, was laut GEG für die Effizienz der Wärmepumpe ohnehin entscheidend ist. Mein Fazit bisher: Die zusätzliche Regeneration schont die Sonde spürbar, und der Stromverbrauch der Umwälzpumpen ist im Vergleich zur Klimaanlage quasi vernachlässigbar.

Jürgen M. · 28.09.2026, 05:02

Moin zusammen. Um das Thema fachlich abzurunden: Eine Sonden-Erschöpfung tritt meist erst ein, wenn die Entzugsleistung über Jahre dauerhaft über dem regenerativen Potenzial des Bodens liegt. Ein Absinken der Quellentemperatur um 1,5 Grad nach zehn Jahren ist bei einer korrekt dimensionierten Anlage nach heutigem Stand noch im Toleranzbereich, sofern keine geologischen Veränderungen vorliegen. Bitte prüfen Sie vorab unbedingt, ob Ihr Sole-Konzentrat noch den Vorgaben der ChemKlimaschutzV entspricht und ob die Sole-Umwälzpumpe nicht überdimensioniert läuft. Ich rate dazu, erst einmal die Messdaten über einen vollen Zyklus zu beobachten, bevor Sie an der Hydraulik schrauben. Eine aktive Regeneration durch reine Wärmeeinspeisung im Sommer ist bei 80 Metern Tiefe meist nicht nötig, sofern Sie die passive Kühlung ohnehin nutzen möchten. Das reicht als thermischer Ausgleich völlig aus.

Passende Produkte aus unserem Shop

KlimaCorner.de

Produktempfehlungen werden ermittelt …

Möchten Sie antworten? Melden Sie sich an, um an der Diskussion teilzunehmen.

Zurück zur Foren-Übersicht

base44
Edit with Base44