Sehr geehrte Community, als Fachplaner beschäftige ich mich aktuell mit der energetischen Bewertung des Austauschs einer Altanlage. Dabei stellt sich mir die Frage, wie signifikant der Leistungsabfall bei R32-basierten Systemen im Vergleich zu den älteren R410A-Geräten wirklich ist, wenn wir uns in den Bereich unter minus 5 Grad Außentemperatur bewegen. In der Praxis beobachte ich bei einigen neueren Anlagen ein schnelleres Einsetzen der Abtauzyklen. Ist dies primär auf die thermodynamischen Eigenschaften des Kältemittels R32 zurückzuführen oder eher auf die geänderte Verdampfergeometrie der aktuellen Inverter-Generationen? Für eine fundierte Planung meiner anstehenden Projekte wäre eine Einschätzung der tatsächlichen Heizlast-Abdeckung bei diesen Temperaturen hilfreich. Vielleicht hat der ein oder andere Kollege hier bereits Messreihen oder valide Erfahrungswerte aus dem Betrieb im letzten strengen Winter, die über die Hochglanzprospekte der Hersteller hinausgehen. Vielen Dank für Ihre fachlichen Rückmeldungen.
Heizleistung bei R32 im Vergleich zu R410A bei tiefen Temperaturen
Guten Tag Herr Dr. Klaus V., eine sehr berechtigte Beobachtung. Nach meinen Messungen an verschiedenen Anlagen im letzten Winter liegt das Problem weniger an der reinen Thermodynamik von R32 als an der veränderten Regellogik der Inverter. R32 hat einen höheren Druckbereich, was bei niedrigen Außentemperaturen eine präzisere, aber auch sensiblere Modulation erfordert. Die häufigeren Abtauzyklen resultieren oft aus einer optimierten Frostschutzstrategie der Software, die schon bei geringerer Vereisung eingreift. Achten Sie bei der VDI 4645 konformen Planung unbedingt auf die Aufstellbedingungen. Eine optimierte Kondensatableitung ist bei aktuellen Geräten wichtiger denn je, da die Verdampferlamellen heute enger sitzen, um den Wirkungsgrad bei Normbedingungen zu pushen. Das geht leider zulasten der Standzeit bei hoher Feuchte um den Gefrierpunkt. Wenn Sie die Heizlastdeckung exakt berechnen, sollten Sie für R32-Anlagen bei -7 Grad einen Sicherheitsfaktor von 1,15 gegenüber den alten R410A-Werten einplanen.
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