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KlimaCorner

Leistungsaufnahme bei Inverter-Start: Einschaltstromspitzen begrenzen?

von Jürgen H. · 28.09.2026, 05:01 · 25 Aufrufe · 5 Antworten

Jürgen H. · 28.09.2026, 05:01

Guten Tag. Bei meiner neu installierten 3-Zonen Multi-Split-Anlage ist mir beim Monitoring aufgefallen, dass der Inverter beim Anlaufen aus dem Standby kurzzeitig sehr hohe Stromspitzen zieht. Das sorgt in meinem Hausnetz teilweise für ein kurzes Flackern der LED-Beleuchtung im selben Stromkreis, was meine Frau doch sehr stört. Ist ein solcher Anlaufstrom bei modernen Inverter-Geräten eigentlich technisch notwendig, oder liegt hier womöglich ein Defekt an der Steuerelektronik des Außengeräts vor? Ich habe bereits über den Einbau eines Sanftanlaufmoduls nachgedacht, bin mir aber unsicher, ob das die interne Regelung des Herstellers stört oder die Garantie beeinflusst. Gibt es hier im Forum Erfahrungen, ob man die Anlauframpe in der Software des Geräts eventuell sanfter konfigurieren kann, oder muss ich den Stromkreis der Anlage separat absichern? Ich bin für jeden fachlichen Hinweis dankbar.

Markus S. · 28.09.2026, 05:02

Hallo Jürgen. Als SHK-Meister kann ich Sie zunächst beruhigen: Ein Defekt liegt hier in der Regel nicht vor. Inverter-Geräte nutzen für den Betrieb des Kompressors einen Frequenzumrichter. Auch wenn moderne Kompressoren durch den sanften Anstieg der Frequenz eigentlich ein weiches Anlaufverhalten haben sollten, kann es in der kurzen Phase der Initialisierung der Leistungselektronik zu induktiven Spitzen kommen. Wenn Ihre LED-Beleuchtung flackert, deutet das eher auf eine zu hohe Impedanz im Stromkreis oder eine Unterdimensionierung der Leitungen hin. Prüfen Sie bitte, ob die Anlage an einem separaten Stromkreis hängt, wie es laut VDI 4645 für den störungsfreien Betrieb empfohlen wird. Eine Software-Anpassung ist bei fast allen Herstellern für den Endnutzer gesperrt.

Jürgen H. · 28.09.2026, 05:02

Vielen Dank für die schnelle Einschätzung, Markus. Die Anlage läuft momentan leider noch über einen allgemeinen Wohnraumkreis, da ich beim Einbau nicht bedacht habe, dass die Lastspitzen so ausgeprägt sein könnten. Das mit dem separaten Stromkreis ist ein wichtiger Punkt. Glauben Sie, dass eine eigene Zuleitung mit einem trägen Sicherungsautomaten vom Typ C das Problem mit dem Flackern der Beleuchtung bereits lösen könnte? Meine Frau ist da leider sehr empfindlich. Ich möchte ungern an der Elektronik basteln, gerade wegen der Garantiebedingungen bei Wärmepumpen und Klimageräten, aber eine saubere elektrische Trennung scheint mir nun doch der sinnvollste Weg zu sein.

Bernd W. · 28.09.2026, 05:02

Moin Jürgen, ich bin zwar kein Profi, habe aber bei meiner eigenen Multi-Split-Installation vor zwei Jahren genau das gleiche durchgemacht. Ein Tausch des Sicherungsautomaten auf eine C-Charakteristik hat bei mir Wunder gewirkt. Der C-Automat lässt kurzzeitig höhere Ströme durch, ohne sofort auszulösen, und entlastet das Netz spürbar. Seitdem flackert hier nichts mehr. Ich habe mir zudem einen kleinen Zwischenzähler mit Netzqualitätsanalyse eingebaut, der bestätigt, dass der Spannungseinbruch nur noch minimal ist. Lass das aber bitte unbedingt von einem Elektriker machen. Bei Arbeiten an der Hausverteilung hört der Spaß mit dem Versicherungsschutz und dem Brandschutz auf.

Elena F. · 28.09.2026, 05:02

Guten Tag zusammen. Ich möchte an dieser Stelle noch auf die Konformität hinweisen. Die Installation einer Festverbindung nach DIN VDE 0100-712 beziehungsweise 0100-520 ist bei fest installierten Klimaanlagen ohnehin vorgeschrieben. Wer hier mit Mehrfachsteckdosen oder ungeeigneten Leitungsquerschnitten arbeitet, riskiert im Schadensfall den kompletten Versicherungsschutz. Jürgen, bei einer 3-Zonen-Anlage sollten Sie ohnehin einen Querschnitt von mindestens 2,5 Quadratmillimetern wählen, wenn die Leitungslänge zum Sicherungskasten mehr als 15 Meter beträgt. Das senkt den Spannungsfall und minimiert das Flackern signifikant. Ein Sanftanlaufmodul ist bei Invertern technisch meist nicht vorgesehen und könnte durch die ständige Regelung des Umrichters sogar zu Fehlermeldungen in der Diagnose-Software des Außengeräts führen.

Jürgen H. · 28.09.2026, 05:02

Das sind exzellente Hinweise, vielen Dank Elena und Bernd! Ich werde nun einen Fachbetrieb beauftragen, eine dedizierte Leitung mit ausreichendem Querschnitt direkt vom Verteilerkasten zum Außengerät zu ziehen. Damit bin ich auf der sicheren Seite, erfülle die geltenden Normen und vermeide Manipulationen an der komplexen Steuerungselektronik der Anlage. Dass der Tausch auf einen C-Automaten bei Bernd so gut funktioniert hat, macht mir Mut, dass das Problem mit einer ordentlichen Neuinstallation endlich gelöst werden kann. Es ist gut zu wissen, dass man als Bauherr nicht alleine mit solchen Details dasteht, wenn man den Komfort der Klimatisierung im Sommer genießen möchte.

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