Hallo zusammen. Ich bin gerade dabei, meine Kälteleitungen für eine Multi-Split-Anlage im Außenbereich neu zu dämmen, da die alte Isolierung nach fünf Jahren spröde geworden ist. Aktuell haben wir hier sehr nebelige und feuchte Morgenstunden. Wenn ich jetzt auf hochwertigen EPDM-Schaum setze, reicht das aus, um bei diesen Temperaturschwankungen eine Diffusionsdichte zu gewährleisten? Ich habe Bedenken, dass mir im Winter bei Taupunktunterschreitung Feuchtigkeit unter die Isolierung zieht und dort das Kupferrohr korrodiert oder die Dämmwirkung komplett kollabiert. Nutzt ihr zusätzlich noch ein spezielles Schutzband, um die Übergänge an den Bördelstellen absolut dicht zu bekommen? Oder ist das bei einem modernen Inverter-System, das im Winter zum Heizen durchläuft, eher zu vernachlässigen, weil die Wärmeabstrahlung des Rohres das Kondensat ohnehin verdampft? Über eine Einschätzung von den Profis hier würde ich mich sehr freuen.
Kälteleitungen: Diffusionsdichte Isolierung bei hoher Luftfeuchtigkeit im Herbst
Hallo Markus, als SHK-Meister mit 30 Jahren Erfahrung kann ich Ihnen sagen: EPDM ist eine gute Wahl, aber nicht die alleinige Lösung. Bei hoher Luftfeuchtigkeit im Herbst reicht die bloße Überlappung der Isolierung niemals aus. Die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl von EPDM-Schläuchen ist zwar hoch, aber die Stöße sind Ihre Schwachstellen. Sie müssen die Stöße unbedingt mit einem dampfdichten Kleber vollflächig verkleben. Ein einfaches Umwickeln mit Isolierband ist fachlich unzureichend und entspricht nicht dem Stand der Technik gemäß VDI 4645. Wenn Sie das System auch zum Heizen nutzen, ist die Gefahr der Taupunktunterschreitung bei Stillstandzeiten der Außeneinheit im Winter besonders kritisch. Gehen Sie auf Nummer sicher und verwenden Sie ein UV-beständiges Kautschukband über den Verbindungen.
Danke für die schnelle Einschätzung, Klaus. Das mit der vollflächigen Verklebung leuchtet mir ein. Bisher habe ich die Schläuche immer nur stumpf gegeneinandergestoßen. Wenn ich jetzt EPDM-Material verwende, welcher Kleber ist aus Ihrer Sicht langfristig am witterungsbeständigsten? Ich möchte vermeiden, dass das Ganze nach zwei Jahren wieder porös wird. Sollte ich bei der Gelegenheit auch den Wanddurchbruch nochmal mit einer Brandschutzdichtmasse oder ähnlichem nacharbeiten, um dort Kaltluftbrücken zu vermeiden? Da ich das Haus nach dem GEG saniert habe, möchte ich natürlich keine Schwachstellen in der Gebäudehülle riskieren.
Hallo Markus, bei meinem eigenen Projekt im letzten Jahr habe ich zusätzlich zum Kleber noch ein spezielles UV-Schutz-Ummantelungssystem verwendet. Das sind quasi vorgefertigte Halbschalen aus Aluminium-Verbundmaterial. Das ist zwar etwas teurer in der Anschaffung, aber ich habe seitdem absolut keine Probleme mehr mit Vögeln, die an der Dämmung picken, oder mit durch UV-Strahlung sprödem Material. Bezüglich Ihrer Frage zum Wanddurchbruch: Ja, dichten Sie das unbedingt ab. Wenn warme Innenluft bei kalten Außentemperaturen durch den Durchbruch nach außen zieht, kondensiert diese direkt am kalten Kupferrohr. Das kann Ihnen langfristig das Mauerwerk durch Feuchtigkeitsschäden ruinieren. Nutzen Sie dafür einen hochwertigen, dauerelastischen Dichtstoff, der für den Außenbereich zugelassen ist.
Moin zusammen. Um ehrlich zu sein: Macht euch nicht verrückt. Solange die Anlage im Winter im Heizbetrieb läuft, sorgt die Wärmeabstrahlung des Kältemittels für einen gewissen Trocknungseffekt am Rohr. Das Problem ist eher die Sommerzeit, wenn die Anlage zur Kühlung bei extremer Schwüle läuft. Dann hast du den Taupunkt direkt an der Isolierung. Ein Profi-Tipp: Achtet penibel darauf, dass die Isolierung nicht gestaucht montiert wird. Oft ziehen die Leute beim Überstreifen an der Dämmung, wodurch sie sich später wieder zusammenzieht und Spalten entstehen. Das ist der Hauptgrund für Kondensat. Klebe die Übergänge einfach mit einem hochwertigen alukaschierten Klebeband ab, das reicht bei einer sauberen Montage völlig aus. Wichtig ist nur, dass keine Luft mehr zirkulieren kann.
Guten Tag, ergänzend zu den Hinweisen: Denken Sie auch an die Vorgaben der ChemKlimaschutzV und eine fachgerechte Dokumentation, falls Sie an den Bördelstellen hantieren müssen. Wenn Sie die Leitungen neu dämmen, prüfen Sie bei der Gelegenheit direkt die Dichtigkeit der Anschlüsse mit einem Lecksuchspray. Viele Hausbesitzer übersehen, dass kleine Lecks im Kältekreislauf die Effizienz massiv senken und die BEG-Förderfähigkeit gefährden könnten, falls das Gerät Teil einer energetischen Gesamtsanierung ist. Ich empfehle Ihnen, die Isolierung im Bereich der Bördelstellen zusätzlich mit einer elastischen, UV-festen Farbe zu streichen, sofern das Band nicht hält. Das schließt auch kleinste Kapillare dauerhaft ab. Achten Sie auf eine saubere Oberfläche vor dem Kleben, entfetten Sie das Rohrstück mit Reinigungsbenzin, sonst hält kein Kleber der Welt dauerhaft.
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