Hallo Leute, der Wetterbericht meldet für Ende nächster Woche hier bei uns die ersten leichten Minusgrade in der Nacht. Meine Monoblock-Wärmepumpe läuft aktuell mit reinem Wasser im Heizkreis, da ich beim Einbau bewusst auf Glykol verzichtet habe, um die Effizienz und den Volumenstrom nicht zu verschlechtern. Das Gerät verfügt über eine Frostschutzfunktion, die bei niedrigen Temperaturen die Umwälzpumpe aktiviert. Ich mache mir jetzt allerdings Sorgen, was passiert, wenn der Strom ausfällt oder die Elektronik mal kurzzeitig aussteigt. Gibt es hier Erfahrungen, wie schnell das Wasser in den Außenleitungen bei leichtem Frost kritisch werden kann? Sollte ich kurzfristig doch noch ein System-Trennung oder eine Notstromlösung für die Pumpe vorsehen? Ich möchte ungern den Tauscher riskieren, nur weil ich den Frostschutz unterschätzt habe. Bin über eure Einschätzung zur Dringlichkeit einer Glykol-Beimischung sehr dankbar.
Erste Frostnacht steht an: Muss der Monoblock-Wasserkreis schon zwingend Glykol haben?
Hallo Jens, als SHK-Meister rate ich Ihnen dringend zur Vorsicht. Ein Stromausfall im Winter ist bei einer Monoblock-Anlage ohne Glykol ein echtes Risiko. Sie verlassen sich mit der internen Umwälzpumpe auf die Elektrik, doch bei einem Blackout friert der Wärmetauscher oft innerhalb weniger Stunden ein, sobald die Temperaturen dauerhaft unter null sinken. Ich empfehle Ihnen eine Systemtrennung mittels Plattenwärmetauscher. So bleibt der Außenbereich das einzige Segment, das mit Glykol geschützt werden muss, während Ihre Heizungsanlage im Haus sauber mit reinem Wasser läuft. Das entspricht auch eher den gängigen Empfehlungen nach VDI 4645, um das Risiko von Korrosion und Schlammbildung im restlichen System zu minimieren. Sparen Sie hier bitte nicht an der falschen Stelle.
Mensch Jens, mach dir mal nicht zu viele Sorgen! Ich habe meine Monoblock-WP seit drei Jahren ohne Glykol laufen und bisher ist gar nichts passiert. Mein Haus steht in einer Region mit recht milden Wintern, da reicht die Frostschutzfunktion der Pumpe völlig aus. Ich habe mir für den Notfall einfach eine USV-Anlage für die Steuerung der Wärmepumpe besorgt, das hat mich nur einen Bruchteil einer Systemtrennung gekostet. Klar, wenn die Pumpe stehen bleibt, ist das ein Risiko, aber wie oft fällt denn wirklich mal der Strom komplett aus? Bevor du jetzt dein ganzes System auseinanderrupfst und den hydraulischen Abgleich gefährdest, warte erst einmal ab. Viele lassen sich da von den Herstellern nur zu teuren Wartungsverträgen oder Zusatzkomponenten überreden.
Hallo Jens, ich schließe mich Markus an. Die VDI 2035 zur Vermeidung von Schäden in Warmwasserheizungsanlagen ist zwar primär auf Korrosion und Steinbildung fokussiert, aber Frostschäden an einem Monoblock sind ein Totalschaden des Geräts, da der Tauscher meist nicht reparabel ist. Überlegen Sie mal, was das für Ihre Förderfähigkeit nach BEG bedeutet, wenn die Anlage aufgrund fahrlässiger Planung nach einem Jahr Schrott ist. Eine Notstromlösung ist bei einer Wärmepumpe wegen der hohen Anlaufströme zudem extrem teuer und kaum praktikabel umsetzbar. Wenn Sie unbedingt auf Glykol verzichten wollen, dann bitte nur mit einer absolut sicheren hydraulischen Trennung. Alles andere ist russisches Roulette mit Ihrer teuren Investition.
Danke für die schnellen Rückmeldungen! Das mit der Systemtrennung leuchtet mir ein. Wenn ich das richtig verstehe, würde ich damit zwar die Effizienz durch den Wärmetauscher um ein paar Prozentpunkte drücken, aber das beruhigte Gewissen wäre mir das wert. Mein Problem ist nur, dass ich den Installationsbereich im Keller schon recht eng ausgelegt habe. Heike, dein Ansatz mit der USV klingt zwar verführerisch einfach, aber der Energiebedarf der Pumpe bei Frostschutz ist ja nicht zu unterschätzen. Was für eine USV hast du denn da im Einsatz, die auch die Pumpe und die Steuerung für mehrere Stunden sicher versorgen kann? Ich bin da gerade etwas skeptisch, ob das bei den Strömen wirklich stabil läuft.
Jens, lass die Spielereien mit der USV lieber sein. Ein moderner Monoblock zieht beim Anlaufen der Pumpe und der Frostschutzzyklen kurzzeitig ordentlich Strom, da geht eine Standard-USV aus dem IT-Bereich sofort in die Knie. Ich habe das bei einem Kunden mal gesehen, das war eher eine Notlösung, die bei einem echten Frostereignis versagt hat. Die sauberste Lösung ist und bleibt das Glykol im Außenkreis. Ja, es kostet etwas Pumpenleistung, aber das kannst du durch einen gut eingestellten hydraulischen Abgleich kompensieren. Vergiss dabei nicht, das Frostschutzmittel jährlich mit einem Refraktometer zu prüfen, um sicherzustellen, dass die Konzentration nicht nachlässt. Das ist die einzige Methode, die nach der ChemKlimaschutzV und den Regeln der Technik für Betriebssicherheit im Außenbereich sorgt.
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