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KlimaCorner

Indirekte Beheizung durch Warmluftschleier an Logistikrampe sinnvoll?

von Jens B. · 27.09.2026, 05:01 · 5 Aufrufe · 5 Antworten

Jens B. · 27.09.2026, 05:01

Hi Leute, wir haben an unserer Lagerhalle drei stark frequentierte Rolltore. Bisher haben wir dort nur einfache Lamellenvorhänge, aber jetzt zum Herbst hin zieht es bei jedem Öffnen wie Hechtsuppe rein. Da wir im Winter oft LKW-Entladungen haben, geht uns massiv Energie flöten. Ich überlege ernsthaft, dort Industriewarmluftschleier zu installieren, die über unsere bestehende Wärmepumpen-Heizungsanlage gespeist werden. Meint ihr, das bringt bei einem Volumenstrom von circa 3000 Kubikmetern pro Stunde überhaupt eine nennenswerte Entlastung für das Hallenklima, oder ist das rausgeworfenes Geld? Mir geht es primär darum, die kalte Zugluft im Bereich der Packstationen zu stoppen, die direkt hinter den Toren liegen. Die Jungs frieren da jetzt schon trotz Arbeitskleidung. Hat jemand von euch schon mal so ein System in ein bestehendes Niedertemperatur-Netz eingebunden? Müsste ich da eventuell über einen Puffer arbeiten, um die Vorlauftemperatur für den Schleier kurzzeitig anzuheben? Bin für praktische Tipps aus dem Gewerbebau echt dankbar!

Markus K. · 27.09.2026, 05:01

Hallo Jens, das Thema ist bei Logistikimmobilien ein Dauerbrenner. Als SHK-Meister kann ich dir sagen, dass Industriewarmluftschleier bei häufigem Torbetrieb absolut Sinn machen, um das thermische Hallenklima zu stabilisieren. Entscheidend ist jedoch die Luftgeschwindigkeit und der Anstellwinkel der Düsen, damit der Vorhang den kalten Luftstrom unten am Boden abfängt. Sonst zieht es trotzdem. Bezüglich der Wärmepumpe sehe ich bei Niedertemperatursystemen die Herausforderung, dass die notwendige Austrittstemperatur für den Schleier meist über deinem normalen Heizniveau liegt. Um die Behaglichkeit für die Mitarbeiter an den Packstationen zu garantieren, wirst du um eine hydraulische Anhebung mittels Puffer oder eine separate Beimischgruppe kaum herumkommen. Hast du den Wärmebedarf der Tore schon mal über ein Ingenieurbüro berechnen lassen?

Jens B. · 27.09.2026, 05:01

Danke für die schnelle Antwort, Markus. Genau diesen Punkt mit der Austrittstemperatur hatte ich befürchtet. Wenn ich die Wärmepumpe in der Heizkurve dauerhaft hochfahre, ruiniere ich mir die JAZ komplett. Ein kleiner Puffer nur für den Schleierkreis erscheint mir da logisch, damit ich gezielt mit einer höheren Vorlauftemperatur fahren kann, wenn die Tore aufgehen. Meinst du, dass eine Kopplung über eine intelligente Steuerung, die das Tor-Signal abgreift, ausreicht, um die Energieeffizienz im Rahmen des GEG zu halten? Ich will natürlich auch keine unnötige Energie verheizen, wenn die LKW nur kurz zum Be- und Entladen stehen.

Sabine F. · 27.09.2026, 05:01

Hallo Jens, ich bin Planerin für Industrieanlagen und kann dir aus Erfahrung sagen, dass die Steuerung über Endlagenschalter der Tore essenziell ist. Die Schleier sollten zwingend dreistufig anlaufen, um nicht unnötig Staub in der Halle aufzuwirbeln. Achte bei der Installation unbedingt auf die VDI 2078 zur thermischen Gebäudeplanung, um den Komfort an den Packplätzen nicht zu gefährden. Was die Förderfähigkeit angeht: Prüfe mal, ob das im Rahmen einer Sanierung über die BEG-Einzelmaßnahmen förderfähig ist, wenn das Gesamtsystem effizienter wird. Manchmal ist ein hydraulischer Abgleich der gesamten Anlage zwingend erforderlich, um die neuen Verbraucher korrekt einzubinden. Lass das unbedingt von einem Fachbetrieb durchrechnen, sonst hast du nachher in der Halle ein völlig unausgeglichenes Druckverhältnis.

Thomas R. · 27.09.2026, 05:01

Moin Jens, wir haben das bei uns letztes Jahr in der Spedition umgesetzt. Vergiss den Puffer nicht, das ist die halbe Miete! Wir haben einen 300 Liter Puffer vorgeschaltet, den wir über eine kleine Frischwasserstation oder eben das Wärmepumpennetz laden. Das funktioniert bei uns einwandfrei. Die Jungs an den Packstationen haben seit dem Einbau keine kalten Füße mehr. Wichtig war uns auch, dass wir die Ventilatoren bei den Warmluftschleiern frequenzgesteuert haben. So bläst das Teil nicht immer mit voller Wucht, sondern passt sich an die Außentemperatur an. Das spart ordentlich Strom und schont die Ohren der Kollegen, weil es leiser ist. Für uns war das die beste Investition der letzten Jahre.

Dieter W. · 27.09.2026, 05:01

Mahlzeit zusammen. Ich möchte noch einen Aspekt ergänzen: Wartung! Bei so einer Anlage in einer Lagerhalle sammelt sich durch den Staplerverkehr und den LKW-Abrieb extrem viel Dreck auf den Lamellen und Filtern. Wenn die Dinger verstauben, geht der Wirkungsgrad massiv in den Keller und der Druckverlust steigt. Laut ChemKlimaschutzV oder entsprechenden Wartungsintervallen sollte das Teil alle sechs Monate gereinigt werden. Wenn ihr das nicht auf dem Schirm habt, könnt ihr euch die Investition sparen. Wir haben das anfangs unterschätzt und mussten nach zwei Jahren die Wärmetauscher mühsam reinigen. Plant den Wartungszugang also so, dass ihr mit einer Leiter oder Hebebühne problemlos an die Geräte kommt, ohne die halbe Packstation räumen zu müssen.

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