Hallo zusammen, ich habe vor zwei Jahren meine Monoblock-Wärmepumpe installiert und möchte mich nun fit für die kalten Monate machen. Bei meiner letzten Kontrolle habe ich festgestellt, dass sich um die Wanddurchführung der Rohrleitungen, die mit einem speziellen Dämmmaterial abgedichtet wurde, erste kleine Anzeichen von Feuchtigkeit zeigen. Das Material sieht oberflächlich okay aus, aber ich mache mir Sorgen, dass durch die herbstliche Nässe und die nun kühleren Außenwände Kondenswasser in das Mauerwerk ziehen könnte, wenn die Abdichtung nach der Zeit nicht mehr hundertprozentig dicht ist. Lohnt es sich, die Dämmung jetzt im trockenen Zustand noch einmal mit speziellen Dichtbändern nachzubessern, bevor der erste richtige Frost kommt? Oder ist das übertrieben? Wie oft prüft ihr eure Durchführungen auf Dichtigkeit? Ich möchte vermeiden, dass mir da über den Winter unbemerkt Feuchtigkeit in die Wand zieht, da mein Haus energetisch saniert wurde und ich Schimmelbildung unbedingt vermeiden muss. Danke für eure Hilfe!
Wartungsstau: Außenwanddurchführung im Herbst kontrollieren
Guten Tag Frau F., das ist eine sehr berechtigte Sorge. Als SHK-Fachbetrieb sehen wir leider oft, dass Wanddurchführungen bei Monoblock-Geräten vernachlässigt werden. Wenn Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringt, kann das bei einem energetisch sanierten Haus tatsächlich zu massiven Taupunktunterschreitungen führen, was Schimmel begünstigt. Bitte prüfen Sie nach VDI 4645, ob die Abdichtung schlagregendicht ausgeführt ist. Mein Rat: Wenn das Material spröde wirkt, tauschen Sie es aus. Ein einfaches Nachbessern mit Dichtbändern ist oft nur Kosmetik. Verwenden Sie für die Abdichtung zwingend Produkte, die bauphysikalisch für den Außenbereich zugelassen sind und eine dauerhafte Dehnfähigkeit besitzen. Vorsorge ist hier deutlich günstiger als eine spätere Sanierung von feuchten Mauerwerksabschnitten.
Hallo Markus K., vielen Dank für Ihre schnelle und fachliche Rückmeldung! Ich bin erleichtert, dass mein Gefühl mich nicht täuscht. Die Abdichtung fühlt sich noch halbwegs flexibel an, aber eben nicht mehr so fest wie vor zwei Jahren. Ich werde mich nach einem geeigneten Dichtmaterial umsehen, das explizit schlagregendicht ist. Sollte ich Ihrer Einschätzung nach bei dieser Gelegenheit auch noch einmal den hydraulischen Abgleich prüfen lassen, falls sich durch die nun hoffentlich wieder absolut dichte Durchführung minimal andere thermische Verhältnisse ergeben? Oder ist das für den Bereich der Wanddurchführung eher zweitrangig? Ich möchte mein System einfach optimal für den kommenden Winter rüsten.
Mensch Sabine, mach dir mal nicht zu viele Gedanken über den hydraulischen Abgleich in diesem Zusammenhang. Das eine hat mit dem anderen erst mal wenig zu tun. Wenn du die Wanddurchführung dicht bekommst, hast du schon alles richtig gemacht. Ich bin selbst stolzer Besitzer einer WP und prüfe meine Durchführungen jedes Jahr im Spätsommer, bevor es richtig nass wird. Ich nehme da immer eine dauerelastische Dichtmasse aus der Kartusche, die bleibt auch bei Frost geschmeidig. Das ist in zehn Minuten erledigt und hält bei mir seit vier Wintern bombenfest. Wichtig ist nur, dass der Untergrund wirklich staubfrei und trocken ist, bevor du das Zeug aufträgst. Bloß nicht bei Regen arbeiten, sonst sperrst du die Feuchtigkeit im Mauerwerk ein!
Als Planerin kann ich mich der Einschätzung von Markus K. nur anschließen, wobei ich Jens B. hinsichtlich der Praxistauglichkeit zustimme. Achten Sie bei sanierten Gebäuden unbedingt darauf, dass durch die Abdichtung keine Wärmebrücken entstehen. Eine fehlerhafte Durchführung kann lokal die Dämmhülle durchbrechen. Gerade bei hohen Anforderungen an die Energieeffizienz, etwa im Rahmen der BEG-Förderkriterien, sollte man keine Kompromisse machen. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie einen Fachhandwerker kurz drüber schauen, bevor die kalte Jahreszeit voll zuschlägt. Die Materialkosten für hochwertiges Dichtband sind im Vergleich zu möglichen Bauschäden durch Feuchtigkeit absolut vernachlässigbar. Bleiben Sie bei der regelmäßigen Kontrolle, das ist die beste Lebensversicherung für Ihre Wärmepumpe und die Gebäudesubstanz.
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