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KlimaCorner

Dämmung der Wanddurchführung: Zugluft vs. Kältemittelrohr

von Thomas R. · 27.09.2026, 05:01 · 39 Aufrufe · 4 Antworten

Thomas R. · 27.09.2026, 05:01

Hallo zusammen, ich habe meine Split-Klima selbst installiert und das Wandloch mit Montageschaum verschlossen. Jetzt im Herbst merke ich aber, dass es durch die Manschette leicht zieht, wenn es stürmt. Da die Kälteleitungen ja ohnehin isoliert sind, frage ich mich, was das beste Material für eine absolut dichte und langfristig witterungsbeständige Abdichtung ist. Silikon scheint mir bei der Kältebrücke nicht die optimale Lösung zu sein, da das Material arbeitet. Ich suche eine Lösung, die auch bei Kondenswasserbildung nicht sofort zu schimmeln anfängt. Sollte ich die Hohlräume um die Armaflex-Isolierung zusätzlich mit spezieller Wolle ausstopfen oder gibt es da fertige Dichtmassen, die sich mit dem Kunststoff der Leitungen vertragen? Ich will verhindern, dass feuchte Außenluft an die kalten Rohre kommt, da mir das Kondensat im Mauerwerk Sorgen macht. Bin für jeden Tipp dankbar, wie man das Loch fachgerecht dicht bekommt, ohne beim nächsten Wartungstermin alles wieder aufreißen zu müssen.

Markus K. · 27.09.2026, 05:01

Guten Tag Thomas, bei der Eigeninstallation ist die luftdichte Ausführung der Wanddurchführung nach DIN 4108-7 kritisch, um Bauschäden durch Feuchteeintrag zu vermeiden. Montageschaum ist hier in der Tat ungeeignet, da er spröde wird und nicht dauerhaft elastisch bleibt. Bitte entfernen Sie den Schaum vorsichtig. Empfehlenswert ist die Verwendung von dauerelastischem Dichtungskitt oder einer speziellen Wanddurchführungsmanschette mit integrierter EPDM-Dichtung. Achten Sie darauf, dass die Kälteleitungen inklusive Armaflex-Isolierung vollumfänglich umschlossen werden. Wichtig ist auch, das Gefälle der Kondenswasserleitung nach außen hin zu sichern, damit bei Taupunktunterschreitung keine Feuchtigkeit zurück in das Mauerwerk läuft. Für eine fachgerechte Abdichtung gegen Schlagregen und Zugluft empfehle ich zudem eine äußere Abdeckung mittels Wandblende aus witterungsbeständigem Kunststoff.

Jens B. · 27.09.2026, 05:01

Hey Thomas, das Problem kenne ich nur zu gut. Bei meinem letzten Split-Gerät habe ich mich von dem ganzen Baumarkt-Kram verabschiedet. Vergiss Wolle oder ähnliches, das zieht Feuchtigkeit wie ein Schwamm. Ich habe stattdessen einfach quellfähiges Dichtband für Fensteranschlüsse genommen und den Spalt danach mit einer hochwertigen, UV-beständigen Dichtmasse für den Außenbereich versiegelt. Das hält jetzt seit drei Jahren bombenfest und da arbeitet absolut nichts mehr. Die Manschette sitzt stramm, und es zieht absolut gar nichts mehr. Wenn du mal an die Leitungen musst, lässt sich das Zeug mit einem Cuttermesser auch wieder relativ sauber rausschneiden, ohne dass du gleich die halbe Fassade sanieren musst. Viel Erfolg beim Nachbessern!

Thomas R. · 27.09.2026, 05:01

Danke für die schnellen Antworten! Markus, der Hinweis auf die DIN 4108-7 war sehr wertvoll, das werde ich mir genauer ansehen. Dass der Montageschaum so kritisch ist, hatte ich beim Bauen unterschätzt. Jens, deine Idee mit dem Dichtband klingt pragmatisch. Meinst du, dass die Dichtmasse den Armaflex-Kleber über die Zeit angreift? Ich habe Sorge, dass die Weichmacher das Isolationsmaterial zersetzen könnten. Ich werde wohl den Schaum entfernen und es mit einer Kombination aus EPDM-Manschette und der von Jens genannten Dichtmasse versuchen. Da ich die Anlage selbst eingebaut habe, möchte ich zumindest bei der Dämmung sichergehen, dass mir keine Feuchtigkeit in die Dämmwolle der Fassade zieht, falls dort durch die Kältebrücke wirklich mal Tauwasser entsteht.

Andreas S. · 27.09.2026, 05:01

Sehr geehrter Thomas, als SHK-Meister rate ich Ihnen dringend, den Bereich um die Kälteleitungen keinesfalls vollflächig mit härtenden Stoffen zu fixieren. Die Leitungen dehnen sich bei unterschiedlichen Betriebszuständen der Wärmepumpe oder Klimaanlage thermisch aus. Wenn das Rohr starr eingegossen ist, kann dies langfristig zu Spannungsrissen in der Lötstelle oder an der Bördelverbindung führen. Nutzen Sie für den inneren Bereich diffusionsoffene, aber winddichte Materialien wie vorkomprimierte Dichtbänder. Außen sollte ein wetterfester Abschluss gewählt werden, der das System vor Schlagregen schützt. Beachten Sie zudem, dass bei einer fachgerechten Installation gemäß VDI 4645 die Durchführung so gestaltet sein sollte, dass bei einem Kältemittelaustritt keine Gase in den Innenraum gelangen können. Gehen Sie beim Entfernen des Schaums äußerst behutsam vor, um die Kältemittelleitungen nicht mechanisch zu beschädigen.

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