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KlimaCorner

Inverter-Taktung bei Teillast im Übergangsbetrieb

von Dr. Ing. Karin L. · 27.09.2026, 05:01 · 26 Aufrufe · 3 Antworten

Dr. Ing. Karin L. · 27.09.2026, 05:01

Sehr geehrte Community, ich beobachte derzeit bei meiner luftgeführten Anlage ein für mich interessantes Regelverhalten. Bei den aktuellen Außentemperaturen um die 12 Grad taktet die Außeneinheit sehr häufig, anstatt in einem kontinuierlichen Teillastbetrieb zu verbleiben. Die Raumtemperatur ist stabil, aber ich befürchte, dass die ständigen Anlaufströme des Verdichters die Energiebilanz verschlechtern. Könnte eine Anpassung der internen Sollwertvorgabe über die Fernbedienung, also ein leichtes Anheben der Zieltemperatur, die Regelung dazu zwingen, in einem effizienteren, dauerhaften Modus zu verharren? Ich versuche hier das thermodynamische Optimum für die Übergangsphase zu finden, bevor der echte Winterbetrieb beginnt. Mich würde interessieren, wie Ihre Inverter-Steuerungen auf solche manuellen Eingriffe in der Übergangszeit reagieren. Gibt es hier bekannte Kennlinienfelder, die man durch solches Verhalten eher stört als unterstützt? Ich freue mich auf einen fachlichen Austausch über die Modulationsfähigkeit moderner Geräte.

Markus K. · 27.09.2026, 05:01

Guten Tag Frau Dr. Ing. Karin L., als SHK-Meister sehe ich dieses Phänomen in der Übergangszeit häufiger. Das Problem liegt meist an der sogenannten unteren Modulationsgrenze des Verdichters. Bei 12 Grad Außentemperatur benötigt Ihr Gebäude so wenig Heizlast, dass die Anlage selbst im kleinsten Betriebspunkt noch mehr thermische Leistung abgibt, als das Haus aufnehmen kann. Da die Steuerung den Verdichter nicht unendlich weit drosseln kann, bleibt nur das Takten, um ein Überhitzen zu verhindern. Eine Anhebung des Sollwertes verschiebt das Problem meist nur, da die Hysterese der Regelung dennoch greift. Ich rate Ihnen dringend davon ab, zu stark in die Kennlinien einzugreifen, da dies zu einer ineffizienten Taktung unterhalb der minimalen Leistungsaufnahme führt. Prüfen Sie lieber, ob die Lüfterdrehzahl am Innengerät auf Auto steht, denn das erhöht die Wärmeaufnahme und kann den Modulationsbereich etwas nach unten erweitern.

Stefan B. · 27.09.2026, 05:01

Hallo Karin, ich kenne das von meiner eigenen Anlage. Ich hatte anfangs auch versucht, mit der Temperaturvorgabe zu spielen, aber das ist eher ein Kampf gegen die Windmühlen. Wenn die Anlage taktet, dann taktet sie eben. Ich habe bei mir die Beobachtung gemacht, dass der Stromverbrauch durch die Startzyklen bei modernen Invertern gar nicht so massiv ansteigt, wie man vermutet. Die Anlaufstrombegrenzer arbeiten heute sehr effizient. Mein Tipp aus der Praxis: Lass das System laufen. Wichtiger ist, dass die Filter sauber sind und der Luftstrom nicht behindert wird. Sobald es kälter wird, verschwindet das Problem von alleine, weil der Wärmebedarf steigt und die Anlage dann dauerhaft in den modulierenden Bereich rutscht. Dein Projekt mit dem thermodynamischen Optimum in Ehren, aber gönn dir bei dem Wetter lieber einen Kaffee und lass die Steuerung ihren Dienst tun.

Dr. Ing. Karin L. · 27.09.2026, 05:01

Vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen. Herr K., Ihre Erklärung zur unteren Modulationsgrenze leuchtet mir physikalisch sofort ein. Es ist einleuchtend, dass die Hardware hier ihre konstruktiven Grenzen hat, die sich bei niedriger Heizlast unweigerlich in einer diskontinuierlichen Betriebsweise äußern müssen. Ich werde den Eingriff in die Sollwerte daher unterlassen, um das Regelverhalten nicht unnötig zu destabilisieren. Stefan, Ihr Hinweis zur Gelassenheit ist sicher pragmatisch. Ich werde den Stromverbrauch einmal über eine Woche genau loggen und die Zyklen zählen. Vielleicht ist meine Sorge bezüglich der Energiebilanz tatsächlich etwas akademisch übersteigert, wenn man den Gesamtjahresverbrauch betrachtet. Die Anlage ist erst ein Jahr in Betrieb, daher ist die Lernphase für mich als Nutzerin wohl noch nicht ganz abgeschlossen.

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